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Standplatz für Fahrende: Flumenthal will kostenneutrale Lösung

Der Flumenthaler Gemeinderat will eine kostenneutrale Lösung mit Kanton und Deitingen erarbeiten, um den neuen Standplatz für Fahrende nahe der Justizvollzugsanstalt Schachen weiterzuentwickeln.

Urs Byland
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Der Standplatz für Schweizer Fahrende ist auf dem Areal der ehemaligen Abwasserreinigungsanlage geplant.

Der Standplatz für Schweizer Fahrende ist auf dem Areal der ehemaligen Abwasserreinigungsanlage geplant.

Felix Gerber

Nun wurde auch der Flumenthaler Gemeinderat zum Standplatz für Schweizer Fahrende orientiert. Der vom Kanton vorgesehene Standort nahe der Justizvollzugsanstalt Schachen liegt auf Flumenthaler Boden. Schon zwei Wochen zuvor wurde der Gemeinderat des nahen Deitingen informiert (wir berichteten).

Dies hat in Flumenthal zu einer Verstimmung geführt. «Wir sind natürlich nicht begeistert, dass wir von dem Vorhaben zuerst aus den Medien erfahren mussten», berichtet Gemeindepräsident Christoph Heiniger. Dies habe man auch Gast Rolf Glünkin vom kantonalen Raumplanungsamt klar zum Ausdruck gebracht. «Diese Kommunikation hat uns befremdet.» Ansonsten sei aber im Gemeinderat die Diskussion sachlich und gütlich geführt worden. Das Vorhaben des Kantons sei grundsätzlich gut angekommen.

«Sehe kein Killerkriterium»

Der Standplatz werde nun auf zwei Schienen weiterentwickelt. Einerseits soll das Projekt den normalen Weg eines Baugesuchs gehen. «Die Bau- und Werkkommission verfügt bereits über die Baugesuchakten.» Mitte April könnte das Projekt aufgelegt werden. Die Auflage erfolge in Koordination mit Kanton und Deitingen, wo das Baugesuch ebenfalls publiziert wird.

Andererseits sollen verschiedene Punkte vertraglich geklärt werden. Heiniger spricht die Aufgaben und Kompetenzen der drei Partner Kanton, Flumenthal und Deitingen an. Wer ist verantwortlich für die Schulkinder, wer für den Unterhalt oder die Gebühren? Wenn Ende April, Anfang Mai die Auflage des Baugesuches endet, will Heiniger auch die vertragliche Regelung ausgearbeitet haben.

«Ich sehe kein Killerkriterium», so Heiniger zu den Erfolgsaussichten einer vertraglichen Regelung. «Wenn man eine Lösung will, dann findet man auch eine Lösung.» Unter dem Strich strebe er eine kostenneutrale Lösung an. «Das Vorhaben des Kantons soll uns keine Kosten verursachen.»

Auch Rolf Glünkin empfand die Diskussion im Flumenthaler Gemeinderat als konstruktiv. «Unsere Akten werden nun geprüft. Ist alles okay, erfolgt die Auflage», berichtet Rolf Glünkin. Kommt die Auflage ohne Einsprache durch, wird der Platz sofort eingerichtet.

«Eigentlich müsste die Familie Huber in Rüttenen, für die der Platz unter anderem vorgesehen ist, bereits Ende 2014 ihren bisherigen Standplatz verlassen haben. Wir haben mit der Bürgergemeinde und der Einwohnergemeinde aber den Zeitpunkt der Ausführung dieser vertraglichen Abmachung verlängern können.» Glünkin hofft natürlich, dass keine Einsprache zum Baugesuch erfolgen wird. Es sei aber kaum voraussehbar, wer Einsprache halten könnte.

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