Unterleberberg
Standorte für Handy-Antennen sollen auch ausserhalb der Bauzone gesucht werden

Die Unterleberberger Gemeindepräsidenten wollen Mobilfunkantennen-Standorte koordinieren. Ein Experte soll ideale Standorte suchen. Diese dürfen sich auch ausserhalb der Bauzonen befinden.

Urs Byland
Merken
Drucken
Teilen
Die Mobilfunkantenne am Rand des Schulareals konnte nicht verhindert werden und bleibt in Günsberg ein Ärgernis.

Die Mobilfunkantenne am Rand des Schulareals konnte nicht verhindert werden und bleibt in Günsberg ein Ärgernis.

Urs Byland

Mit einer Schweigeminute für den verstorbenen Gemeindepräsidenten von Bellach, Roland Stadler, eröffnete Christoph Heiniger (Flumenthal) die Gemeindepräsidentenkonferenz Unterleberberg.

Nicht vergebens laufen im Unterleberberg Anstrengungen, die Standorte von Mobilfunkantennen zu koordinieren. Thomas Jenni (Günsberg) fasste den Stand der Anstrengungen zusammen. Die Swisscom wolle das Gebiet besser abdecken. «Wir sind schlecht erschlossen.» Andererseits ärgere man sich in Günsberg nach wie vor über die Mobilfunkantenne beim Schulareal. «Wir wollen nicht keine Antennen, aber wir wollen sie am für uns besten Standort», so Jenni.

Also möglichst weit entfernt von der Bevölkerung, denn es gebe Menschen, die unter den Strahlen leiden, gleichzeitig soll aber der Versorgungsauftrag erfüllt werden können. Man habe mit der Swisscom und unter Einbezug des Vereins Gomas (Günsberg ohne Mobilfunkantenne auf dem Schul- und Sportplatz) sachbezogen diskutieren können.

Swisscom mit vier Varianten

Die Swisscom hat daraufhin einen Vorschlag ausgearbeitet, der vier Varianten für mögliche Standorte auflistet. Je nachdem werden Hubersdorf, Günsberg, Balm und Kammersrohr mehr oder weniger gut mit den Antennen abgedeckt. «Von den vier Varianten ist aber keine optimal», erklärt Thomas Jenni. Ein Problem sei die Muldenlage der Gemeinde Günsberg, was grosse Anforderungen für eine vollständige Abdeckung mit sich bringe.

Zum weiteren Vorgehen schlägt Thomas Jenni vor, einen neutralen Experten zu beauftragen, mögliche ideale Standorte zu bestimmen. Dies, ohne Rücksicht auf die Bauzone zu nehmen. Das heisst der neutrale Experte soll auch ideale Standort ausserhalb der Bauzone in seine Betrachtungen miteinbeziehen.

Er sei gekommen, dafür die Unterstützung aller Unterleberberger Gemeinden zu erhalten. «Wenn wir gemeinsam unterwegs sind, haben wir ein ganz anderes Gewicht.» Dieses sei nötig in Verhandlungen mit dem Kanton, um eventuell doch Standorte ausserhalb der Bauzone anzustreben. «Wenn die Antenne nur schon 100 oder 150 Meter von der Bevölkerung entfernt ist, ist schon viel getan.» Im Kanton Bern sei dies möglich, aber im Solothurnischen bisher nicht.

Gesetz ändern?

In der Diskussion erklärte Pascal von Roll (Balm): «Falls die gesetzlichen Möglichkeiten ausgeschöpft sind, müssen wir uns überlegen, im Kantonsrat aktiv zu werden, um das Gesetz zu ändern.» Christoph Heiniger wollte zudem wissen, ob das neue superschnelle Handynetz 5G einen Einfluss auf die Koordination der Unterleberberger Standorte für Mobilfunkantennen haben wird. «Die Distanzen zwischen den Antennenstandorten werden geringer sein.

Dann braucht es bald alle 500 Meter eine Antenne», so Jenni. Die Gemeindepräsidenten einigten sich, den von Jenni vorgeschlagenen Weg zu gehen. Ein neutraler Experte soll ideale Standorte suchen und der Kanton wird zu einer Gemeindepräsidentenkonferenz eingeladen. «Wir können Mobilfunkantennen nicht verhindern, aber wir wollen mitreden», so Jenni.

Sinnvolle Zusammenarbeit

Von einem positiven Beginn des Projekts start.integration konnte Gregor Schneiter (Hubersdorf) berichten. Hubersdorf ist Leitgemeinde im Unterleberberg für die Erstkontakte mit ausländischen Zuzügern. Die Gelder aus den Gemeinden sind eingetroffen und die Integrationsfachfrau hat die Arbeit aufgenommen.

Aber: «Viel gelaufen ist nicht.» Vier Erstinfomappen wurden abgegeben, und es kam zu einem Erstinfogespräch. Weiter wurde noch ein Gespräch geführt mit einer Person, die sich nachträglich gemeldet hatte. «Es macht Sinn, dass wir diese Aufgabe gemeinsam lösen und nicht jede Gemeinde für sich Strukturen aufgebaut hat», so das Fazit von Christoph Heiniger.