Lockdown
Sportzentrum Zuchwil muss wegen Coronakrise erneut schliessen

Die Betreiber schliessen wegen der Coronamassnahmen das Sportzentrum Zuchwil. Eine ganze Region leidet wegen dieses Ausfalls. Auch andere Anbieter stellen ihre Aktivitäten nun ein.

Urs Byland
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Ab Freitag 11. Dezember müssen keine Regeln mehr eingehalten werden. Das Sportzentrum wird geschlossen.

Ab Freitag 11. Dezember müssen keine Regeln mehr eingehalten werden. Das Sportzentrum wird geschlossen.

Solothurner Zeitung

Die neuen Massnahmen des Bundes (noch in der Vernehmlassung) und des Kantons bringen das Sportzentrum Zuchwil massiv in die Bredouille. Gerade hat man den Betrieb so weit organisiert, dass alle Bereiche mit Anpassungen in den Öffnungszeiten, mit Maskenpflicht und mit Kapazitätsgrenzen offen bleiben können, und nun ist ein erneuter Lockdown unumgänglich. Ab Freitag, 11. Dezember, wird die gesamte Anlage geschlossen. Voraussichtlich bis Ende Januar.

Am Mittwoch Morgen fand im Sportzentrum eine Notfallsitzung statt. «Wir werden einzig noch für die U18-Nationalmannschaft die Eishalle offen halten. Die Profisportler werden nächste Woche hier trainieren», erklärt Urs Jäggi, Direktor des Sportzentrums.

Es sei nicht einfach, die Anlage in den Standby-Modus zu versetzen. «Wir müssen während der Schliessung die Kosten so tief wie möglich halten, aber gleichzeitig darauf achten, dass die Anlagen keine Schäden davontragen.» Das Eisfeld in der Aussenanlage beispielsweise werde ganz abgetaut. Die Schliessung nimmt Urs Jäggi zähneknirschend entgegen. «Wir können nichts machen.»

«Wir brauchen finanzielle Hilfe»

Finanziell ist eine ähnliche Entwicklung wie beim ersten Lockdown zu erwarten. «Wir haben keine Einnahmen und hohe Fixkosten.» Diese würden somit eins zu eins Verluste generieren. Beim ersten Lockdown standen 1,5 Mio. Franken zur Verfügung. «Das Geld reichte nicht bis zum Beginn der zweiten Welle.»

Wie hoch der finanzielle Verlust mit der zweiten Schliessung ausfallen wird, kann der Direktor noch nicht beziffern. Klar ist: «Es muss dem Sportzentrum geholfen werden», so Jäggi. Nun soll in Absprache mit dem Gemeindepräsidenten Stefan Hug und dem Verwaltungsratspräsidenten Manfred Tschui beratschlagt werden, wie man den finanziellen Verlust auffangen kann. Dazu müssten Gespräche in der Gemeinde, mit dem Kanton und dem Bund geführt werden, erklärt Jäggi.

Auch andere Eis-Anbieter wägen ab oder haben bereits abgesagt

Bitter ist die Situation für Markus Balsiger, der bei der Kantine 1881 in Attisholz Süd Luterbach eine Eisstockanlage hingezaubert hat. Hier vergnügen sich seit Mitte November nach Feierabend Gäste draussen bei Bier und Sport. «Wir haben nicht viel geworben, weil wir nicht zu viele Leute anlocken wollten.» Nun droht aber das vollständige Aus. «Dürften wir bis 21 Uhr offenhalten, würde die Nutzung der Anlage draussen Sinn machen. Aber wenn nur bis 19 Uhr geöffnet werden darf, dann werden die Gäste kaum noch nach Feierabend vorbeikommen», befürchtet Balsiger.

Tagsüber sei die Frequenz gering. Auch er will nun mit seinem Team die neuen Regelungen besprechen und den Schaden zu begrenzen versuchen. Aber klar ist: «Die meisten Betriebsteile werden wir schliessen müssen.»

Mitte Oktober hat der Sportverein Günsberg entschieden, auf den Aufbau des Eisparks Jurasüdfuss zu verzichten. Es wäre in der jetzigen Coronasituation unverantwortlich, einen regionalen Treffpunkt zu schaffen.

Für die Natureisbahn in Messen wurden die Banden aufgebaut, aber Eis hat es noch nicht. Ob die Anlage in Betrieb genommen werden kann, wenn es genug kalt ist, will Gemeindepräsident Bernhard Jöhr noch abklären. «Eigentlich ist es nur ein Kinderspielplatz», so Jöhr.