Task Force Studie
Sportzentrum Zuchwil kann ohne Gemeinde nicht überleben

Der Gemeinderat behandelte den Bericht der Task Force Sportzentrum. Er beschloss, die Auslagerung der Infrastruktur in eine privatrechtliche Institution zu prüfen. Aber eigentlich will man am alten Betriebsmodell festhalten.

Urs Byland
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Die Zuchwilerinnen und Zuchwiler haben ein gut besuchtes Hallenbad. (Archiv)

Die Zuchwilerinnen und Zuchwiler haben ein gut besuchtes Hallenbad. (Archiv)

Hanspeter Bärtschi

Können jetzt jene frohlocken, die immer wieder fordern, dass die Einwohnergemeinde ihre finanzielle Verantwortung für das Sportzentrum abgeben soll? Wohl kaum.

2012 wurde eine Task Force aufgrund einer Studie gegründet, wonach sich Zuchwil das Sportzentrum nicht leisten könne. Der nun vorliegende Bericht der Task Force zeigt, dass eine Änderung illusorisch ist.

Die Einwohnergemeinde Zuchwil ist laut Grundbuch Eigentümerin der Anlagen. Sie besitzt zudem die Aktienmehrheit (60 Prozent) an der 1982 errichtete Sportzentrum AG (SZZ), Betreiberin der Anlage. Diese Mehrheit wurde laut Nachforschungen der Task Force, die vom ehemaligen Gemeindepräsidenten Gilbert Ambühl geführt wird, nirgends festgeschrieben.

Deshalb der Ratschlag der Task Force, den minimalen Aktienanteil der Gemeinde Zuchwil zu definieren. Dies wurde an der Gemeinderatssitzung gleich in die Tat umgesetzt (wir berichteten).

Politik bestimmt Verwaltungsrat

Als Mehrheitsaktionärin bestimmt die Gemeinde die Zusammensetzung des SZZ-Verwaltungsrates (5 Mitglieder). Auch hier gelten keine verbindlichen Regeln. Die Verwaltungsräte werden vom Gemeinderat auf Antrag der politischen Parteien nominiert.

Ein bis zwei externe Mitglieder werden zudem an der Generalversammlung gewählt. Die Task Force stellt fest, dass eine parteipolitische statt fachkundige Zusammensetzung heikel sein könnte. Sie weist auch darauf hin, dass nach wie vor die gleichen politischen Parteien vertreten sind wie 1982.

In der Zwischenzeit seien aber weitere Parteien in Zuchwil in Erscheinung getreten. Die Task Force stellt zudem Rollen- und Interessenkonflikte bei Mitgliedern des Gemeinderates fest, die gleichzeitig ein Mandat im Verwaltungsrat der SZZ AG ausüben – und erinnert an die Ausstandspflicht in gewissen Fällen.

All diese Überlegungen haben unter anderem dazu geführt, dass der Verwaltungsrat der SZZ AG an der Generalversammlung Anfang September nur für ein Jahr gewählt wurde. In diesem Jahr könne man die nötigen Überlegungen für eine allfällige Änderung der Praxis bei der VR-Wahl anstellen.

Ausgeträumt

Wie sieht die aktuelle Vereinbarung zwischen Gemeinde und AG aus? Diese wird alle vier Jahre erneuert. Die positiven Rechnungsabschlüsse der SZZ AG schienen, eine bescheidene Abgeltung an die Gemeinde zu ermöglichen. Die Ausfinanzierung der Pensionskasse hat diesen Traum zerstört.

Im Gegenteil musste die Gemeinde mit einem grösseren Darlehen aushelfen. Erst wenn die daraus entstandenen finanziellen Verpflichtungen erledigt sind, könne das Entschädigungsthema für die Anlagenbenützung wieder erörtert werden, schreibt die Task Force im Bericht.

Zur gemeinsamen Vereinbarung gehört, dass die Gemeinde seit 2005 eine jährliche Investitionspauschale in der Höhe von 1 Million Franken entrichtet. Vorher diktierte die SZZ AG, welche Renovationen ausgeführt werden müssen. Jetzt muss man mit der Million auskommen.

Damit präsentieren sich die finanziellen Leistungen der Gemeinde an das Sportzentrum wie folgt: Neben der Investitionspauschale leistet die Gemeinde eine jährliche Pauschale für Renovationen sowie eine ähnlich hohe Pauschale für Ersatzanschaffungen.

Zusammen betragen die zwei Pauschalen 446 540 Franken. Die Abgeltungen für gemeinwirtschaftliche Leistungen wie Benutzungsrechte für Schulen (Eis und Bad), Sporthalle, Fussballvereine etc. betragen 323 940 Franken.

Auslagerung nur in der Theorie

Mitten im Bericht schreibt die Task Force: «In Zuchwil besteht grossmehrheitlich Einigkeit darüber, dass sich das bisherige Betriebsmodell bewährt hat.»

Dennoch will die Task Force das andere Szenario, Auslagerung der Infrastruktur in eine privatrechtliche Institution, prüfen und wird darin vom Gemeinderat unterstützt. Dies einzig in der Absicht, künftige Investitionen allenfalls breiter abstützen zu können.

Für die Task Force ist ein Überleben des Sportzentrums ohne Unterstützung durch die öffentliche Hand nicht denkbar. Die wiederkehrenden Kosten für die Einwohnergemeinde würden sich gegenüber heute nicht stark ändern, solange Zuchwil die einzige Zahlerin ist.

Eine Entlastung könnte dann erreicht werden, wenn sich andere Gemeinden oder Institutionen beteiligen würden. Mit einer Beteiligung Dritter – in welcher Form, ist Teil des erneuerten Auftrages durch den Gemeinderat – verändere sich laut die Task Force die Grundhaltung und die Strategie.

Aktuell versuche die SZZ AG, die bestmöglichen Rahmenbedingungen für den Betrieb zu erreichen, auch weil sie sich nicht finanziell um Neuinvestitionen kümmern muss. Wäre die SZZ AG Eigentümerin der Infrastruktur oder müsste eine Marktmiete entrichten, drohe eine Vernachlässigung der Infrastruktur.

Gute Nachricht für das Sportzentrum: Zum Baugesuch Anpassung der Kälteanlage an die Störfallverordnung wurde keine Einsprache eingereicht.

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