Zuchwil
Der Gemeinderat will fürs Sportzentrum alle Optionen abgeklärt haben – sogar den Konkurs

Eine neue Leistungsvereinbarung zwischen Sportzentrum und der Gemeinde Zuchwil wird ausgearbeitet. Ein Konkurs wäre die "schlimmste" Möglichkeit.

Urs Byland
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Das Sportzentrum Zuchwil im Lockdown.

Das Sportzentrum Zuchwil im Lockdown.

Hanspeter Bärtschi

Das erlebte Gemeindepräsident Stefan Hug auch noch nicht in seiner achtjährigen Regentschaft, die mit dem Ende Legislatur enden wird: Für eine Arbeitsgruppe melden sich mehr Kandidaten als Sitze zur Verfügung stehen. Dabei geht es um eine Arbeitsgruppe, die die Leistungsvereinbarung zwischen der Einwohnergemeinde und dem aktuell stillgelegten Sportzentrum neu definieren soll.

Das Vorgehen wurde an einem Workshop vor zwei Wochen festgelegt. Man war sich einig, dass die AG nicht mehr als sieben Sitze haben soll. So blieben neben der dreiköpfigen Delegation des Sportzentrums und dem Gemeindepräsidenten sowie dem Leiter Finanzen noch zwei Sitze für Gemeinderatsmitglieder.

Konkurs wird abgeklärt

Die Arbeitsgruppe soll die neue Leistungsvereinbarung bis zur Gemeindeversammlung im Juni unter Dach und Fach bringen. Brisanz erhält die Arbeit der Gruppe, weil auch die Variante eines Konkurses abgeklärt wird, und zwar von einer externen Firma. «Die Konkursdiskussion ist, von mir aus gesehen, einfach eine von etlichen Optionen», erklärt Gemeindepräsident Stefan Hug. «Am Workshop vor zwei Wochen wurde festgehalten, dass wir zur Abrundung des Themas auch diese Option geklärt haben sollten.»

Eine Umfrage unter den Anwesenden habe mit «krasser» Mehrheit gezeigt, dass ein Konkurs kein Thema ist.

«Aus meiner Sicht wäre der Schaden viel zu gross. Es wäre die schlechteste aller Lösungen.»

Mit der Abklärung durch eine externe Firma, sollen die Auswirkungen eines Konkurses auf die Gemeinde, die Aktionäre etc. geprüft werden. Dabei werden zwei Szenarien angeschaut. Ein Konkurs mit einer totalen Schliessung der Anlage oder ein Konkurs mit einer Gründung einer neuen Aktiengesellschaft oder einer anderen Betriebsform. «Diese Konkursoption wird von niemandem gewünscht und wäre nur im allerschlimmsten Fall ein Thema.» Im Vordergrund stünde klar die Ausarbeitung einer neuen Leistungsvereinbarung.

Vier Gemeinderäte meldeten sich für eigentlich zwei Sitze in der Arbeitsgruppe. Weil der Gemeindepräsident nicht auf seinen Sitz beharrte – «man kann mich ja bei Problemen jederzeit fragen» -, standen mit ihm fünf Kandidaten für drei Sitze zur Auswahl. Das Rennen machten in der Folge Philippe Weyeneth (FDP), Patrick Marti (SP) und Carlo Rüsics (SVP).

Ein Schulsozialarbeiter wird angestellt

Die Notwendigkeit der Einführung von Schulsozialarbeit an den Zuchwiler Schulen hat sich in der Coronakrise akzentuiert. Dies geht aus den Voten von Schuldirektor Stephan Hug und der Schulleiterin der Oberstufe Barbara Weibel Schoch hervor. Schon ihr Vorgänger habe ihr vor fünf Jahren dringendst geraten, für die Einführung von Schulsozialarbeit zu kämpfen, sonst werde diese Arbeit dafür sorgen, dass sie überlastet wird. Das habe sich bewahrheitet. Die Dossiers landen entweder auf ihrem Tisch oder auf dem des Schuldirektors. Sie leiste diese zusätzliche Arbeit gerne, aber die sonstige Arbeit kommt neben ihrem Schulpensum zu kurz.

Die Vorlage wurde bereits einmal im Gemeinderat besprochen und zur weiteren Abklärung zurückgewiesen. Aber auch die zusätzlichen Informationen haben im Gemeinderat nicht zu einer wirklichen Klärung geführt, wie einige Gemeinderäte monierten. Seit 20 Jahren hat Zuchwil bereits eine Lösung mit einem Mandat, in dem einige Bereiche abgedeckt werden.

Aber es reicht nicht. Oder wie es der Gemeindepräsident formulierte: «Das Mengengerüst stimmt einfach nicht.» Zahlen erhärten diese Feststellung. Das Mandat mit schulpädagogischen und schulpsychologischen Leistungen entspricht etwa einer 40-Prozent-Stelle. In anderen Gemeinden (Grenchen, Thierstein) werden rund 15 Stellenprozente pro 100 Schülerinnen und Schüler in der Schulsozialarbeit gerechnet.

Die favorisierte Lösung sieht 70 Stellenprozente in der Schulsozialarbeit und 80 Stellenprozente für schulpsychologische Arbeit vor. Nach einer längeren Diskussion entschied sich der Gemeinderat für eine Lösung, die nahe der favorisierten liegt. Das bisherige Mandat wird für ein Jahr weitergeführt. Zusätzlich soll ein Schulsozialarbeiter mit 80 bis 100 Stellenprozenten an den Zuchwiler Schulen wirken.

Ob dies ebenfalls in einem Mandat oder mit einer Festanstellung geschehen soll, darüber war sich der Gemeinderat nicht ganz einig. Aber als sich eine Mehrheit für Schulsozialarbeit aussprach, erkärte Daniel Grolimund (CVP): «Wenn wir uns für Schulsozialarbeit entscheiden, brauchen wir kein Pilotprojekt mit einem Mandat. Wir haben genug Erfahrungswerte aus anderen Gemeinden. Ich bin für eine Festanstellung.» Ihm stimmten sechs Gemeinderäte zu, zwei votierten für ein Mandat und zwei enthielten sich.

Silvio Auderset demissioniert

Seit vielen Jahren kämpft Silvio Auderset (1952) im Zuchwiler Gemeinderat für die Anliegen der SVP. Nun hat  der lokale Parteipräsident seine Demission eingereicht und will Jüngeren Platz machen. An seine Stelle bestätigte der Gemeinderat den bisherigen Ersatzgemeinderat Markus Mottet, nachdem das bestgewählte Ersatzmitglied auf ein Nachrücken verzichtete. Silvio Auderset stellt sich als Ersatzmitglied weiterhin zur Verfügung. Diese Antrag muss aber noch formal publiziert werden.