Buchegg
Spitexversammlung mit heissem Eisen

Die Spitex Bucheggberg möchte mir der Spitex Aare-Nord-SO fusionieren. Am Donnerstagabend diskutieren die Delegierten daher die Zukunft ihrer Organisation.

Urs Byland
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Sitz der Spitex Bucheggberg in Hessigkofen.

Sitz der Spitex Bucheggberg in Hessigkofen.

Urs Byland

Am Donnerstagabend diskutieren die Delegierten der Spitex Bucheggberg die Zukunft ihrer Organisation. In einem Informationstraktandum wird ein Fusionsbegehren behandelt. Der Vorstand der Spitex Bucheggberg unterstützt die Fusion mit der Spitex Aare-Nord-SO (Balm bei Günsberg, Feldbrunnen-St. Niklaus, Günsberg, Kammersrohr, Rüttenen und Selzach).

Der Fusionsvertrag soll an der Mitgliederversammlung vom 6. September zur Genehmigung unterbreitet werden. «Wir haben seit fünf Jahren Zusammenarbeitsverträge mit der Spitex Aare-Nord-SO in verschiedenen Bereichen», erklärt Martin Willi, Präsident des Vereins Spitex Bucheggberg. Für ihn sei die Fusion «ein logischer Schritt». «Dafür werden wir kämpfen, denn auch das Personal will diesen Schritt unbedingt gehen.»

Zusammenarbeit ist Alltag

Die Spitexvereine Bucheggberg und Aare-Nord-SO wollten bereits per 1. Januar 2017 fusionieren. Sie arbeiten schon längere Zeit zusammen und tauschen Personal aus. Die Lehrlinge in den beiden Organisationen werden von derselben Verantwortlichen betreut. Weiterbildungen erfolgen ebenfalls gemeinsam. Die beiden Spitexvereine haben in Mili Marti-Vögtli dieselbe Geschäftsleiterin, die im Bucheggberg mit 60 Stellenprozente und bei der Spitex Aare-Nord-SO mit 40 Stellenprozenten angestellt ist. Beide Vereine haben die gleiche Software. Bei einer Fusion würden die beiden Standorte in Selzach und in Hessigkofen bleiben. (rm)

Zustimmung und Kritik

Die Spitex Bucheggberg – wie auch die Spitex Aare-Nord-SO – kann aber nicht alleine entscheiden. Eine Fusion muss von den Gemeinden gutgeheissen werden. Letzten Endes braucht es bei der Spitex Bucheggberg eine Zweidrittelmehrheit der an der betreffenden Mitgliederversammlung anwesenden Mitglieder. Mitglieder sind die Gemeinden, vertreten durch ihre Delegierte, die wiederum vom Gemeinderat instruiert werden.

Sowohl im Bucheggberg wie auch in Lebern haben die Gemeindepräsidenten in der Vergangenheit Zustimmung aber auch Kritik an der Fusionsabsicht geäussert. Die Einsicht ist vorhanden, dass die Spitexvereine im grösseren Gebilde Einsparungen machen kann.

«Aber», sagt beispielsweise Günsbergs Gemeindepräsident Thomas Jenni, «ist eine Fusion über die Aare wirklich sinnvoll?» Er habe die Fusionsabsicht noch nicht mit seinem Gemeinderat diskutieren können, und er habe auch noch keine Zahlen gesehen. Für ihn persönlich sei daher zu vieles unklar. Deshalb sei er eher skeptisch eingestellt. «Natürlich, wenn Argumente kommen, die überzeugen, dann bin ich bereit, eine Fusion mit der Spitex Bucheggberg zu unterstützen.» Denn er sei sehr wohl für eine Fusion, aber eher auf der Nordseite der Aare.

In der Warteschlaufe

Auch im Bucheggberg sind nicht alle Gemeindepräsidenten Feuer und Flamme für das Fusionsanliegen. Sie haben das Fusionsbegehren in eine Warteschlaufe gezwungen und beauftragten die Repla Espace Solothurn, eine Analyse der Spitex-Strukturen im Grossraum Solothurn zu machen.

Im letzten Herbst unterbreitete die Repla den Schlussbericht: «Der Vorstand empfiehlt den Gemeindepräsidenten das Heft selber in die Hand zu nehmen, die Gemeinderäte zu informieren und das weitere Vorgehen bilateral mit den jeweiligen Spitex-Organisation zu besprechen.» Der Auftrag an die Repla habe das Fusionsprojekt mit der Spitex Bucheggberg fast ein Jahr aufs Eis gelegt, schreibt Philippe Choffat, Präsident der Spitex Aare-Nord-SO im Jahresbericht 2017.

Die Bucheggberger Gemeindepräsidenten verlangten daraufhin weitere Abklärungen. So sollte eine Arbeitsgruppe die Zusammenlegung der Spitex Bucheggberg und dem Altersitz Buechibärg prüfen. Sie haben Stefan Schluep (Schnottwil), Silvia Stöckli-Andres (Lüterswil-Gächliwil) und Roger Siegenthaler (Lüterkofen-Ichertswil) in eine Arbeitsgruppe delegiert. Gemeinsam mit den Verantwortlichen für den Alterssitz Buechibärg und die Spitex sollen Vorteile und Nachteile eines Zusammengehens zwischen Spitex und Alterssitz den Vor- und Nachteilen einer Fusion der beiden Spitexvereine gegenübergestellt werden.

Ist die Arbeitsgruppe zu einem anderen Resultat gekommen, wie die Spitex Bucheggberg schon im Juni 2016? Damals wurden Gespräche mit den beiden Altersheimen im Einsatzgebiet, Alters- und Pflegeheim Bucheggberg und Alters- und Pflegeheim «Bad A-Ammannsegg» geführt. Fazit: Die Zusammenarbeit im Bereich Mahlzeitendienst habe sich etabliert. «Weitere Synergien sind mit heutiger Ausgangslage nicht zu realisieren.»
Stefan Schluep ist Präsident der Arbeitsgruppe. Zu welchem Resultat die Arbeitsgruppe gekommen ist, will er vor der Delegiertensitzung nicht sagen. «Die Arbeitsgruppe hat die Grundlagen erarbeitet, aber noch keinen Entscheid getroffen», so Schluep.