Oberdorf
Spitex stösst an Grenzen und fusioniert

Der Spitex-Verein Langendorf-Oberdorf informierte im Rahmen der Gemeinderatssitzung über die anstehende Fusion mit der Spitex Solothurn. Die entstehende Spitex Region Solothrun wird reorganisiert und teilweise zentralisiert werden.

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Eine Spitexmitarbeiterin besucht einen Klienten. (Symbolbild)

Eine Spitexmitarbeiterin besucht einen Klienten. (Symbolbild)

Keystone

Im Rahmen der Gemeinderatssitzung informierten Anton Sutter, Vizepräsident des Spitex-Vereins Langendorf-Oberdorf, und Betriebsleiterin Claudia Strähl über die Zukunftspläne der Spitex. Bereits 2008 merkte der Verein, dass er von der Grösse her langsam an seine Grenzen stösst und eine Weiterentwicklung im Alleingang kaum mehr möglich ist. «Aus diesem Grund haben wir einen starken Partner gesucht», erklärt Strähl.

Ratsstenogram

Der Gemeinderat hat...

...einstimmig der Nachnominierung von Verena Kofmel
als Ersatzmitglied der Rechnungsprüfungskommission zugestimmt;

...einstimmig beschlossen, den Zonenplan zu digitalisieren, und den Kredit von 12'000 Franken für das Vorhaben genehmigt. (psg)

Fündig wurde man schlussendlich bei der Spitex Solothurn, mit der eine Absichtserklärung zur künftigen Zusammenarbeit abgeschlossen wurde. Nachdem auf der Basis dieser Kooperation 2014 bereits der «24-Stunden-Notruf» eingeführt und 2016 das Pilotprojekt «Regionaler Nachtdienst» gestartet wurde, haben die beiden gemeinnützigen Vereine nun die Bereitschaft zur Fusion signalisiert.

Die daraus entstehende Spitex Region Solothurn würde über ein Einzugsgebiet von rund 28 000 Einwohnern verfügen, wovon rund 20 Prozent über 65 Jahre alt sind. Durch den Zusammenschluss soll mit zukünftigen Herausforderungen wie der demografischen Entwicklung, dem Kostendruck oder dem Marktverhalten und dem Angebot von privaten Anbietern besser Schritt gehalten werden können.

«Bereits heute haben die Privaten einen Marktanteil von rund 18 Prozent und diese Tendenz ist steigend», sagt Strähl. Aber auch der Mangel an Pflegepersonal bekommt die Spitex stark zu spüren. Aufgrund der Fusion sollen die Arbeitsplätze der Spitex mit diversen Aus- und Weiterbildungen attraktiver gestaltet sowie die Auslastung der Mitarbeitenden garantiert werden können. Auch die Berufsbildung soll auf diese Weise von der Grundausbildung bis hin zur tertiären Stufe gewährleistet werden.

Weitere Vorteile ergeben sich in den Bereichen Kostenreduktion bei der Software, reduzierter administrativer Aufwand für «24-Stunden-Notruf» und Nachtdienst sowie der Zentralisierung des Telefondienstes. «Es soll eine rundum professionelle, zukunftsgerichtete und kostenoptimale Spitex-Organisation entstehen», so Strähl. Nachteile sehen die Verantwortlichen auf Nachfrage des Gemeinderates im Zusammenschluss hingegen kaum. «Die Prozessanpassungen in der Übergangsphase werden sicherlich einige Schwierigkeiten bringen, aber danach sehe ich nur noch Vorteile», so Strähl.

Mitsprache der Gemeinden

Eine Neuerung stellt zudem dar, dass die Einwohnergemeinden, welche einen Leistungsauftrag mit dem Verein abgeschlossen haben, die Möglichkeit erhalten, Mitglieder zu werden. «Es macht keinen Sinn, dass die grössten Geldgeber kein direktes Mitspracherecht haben sollten», sagt Vizepräsident Sutter. Das Stimmgewicht soll der Grösse der Gemeinden entsprechen. Somit dürfte Oberdorf mit 30 Stimmen Einzug halten, wie Sutter erklärt. Der Gemeinderat hat die definitive Stellungnahme auf die nächste Sitzung traktandiert. Grundsätzliche steht man in Oberdorf aber hinter dem Anliegen.