Spitex Derendingen-Deitingen
Spitexverein heisst neu «Spitex Regio»

Luterbach übergibt ambulante Pflege an Spitexverein Derendingen-Deitingen.

Marlene Sedlacek
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Spitex Deitingen/Derendingen übernimmt Spitex Luterbach.

Spitex Deitingen/Derendingen übernimmt Spitex Luterbach.

Rahel Meier

Zweimal jährlich berichtet die Spitex Derendingen-Deitingen den Gemeinderäten, was bei ihnen läuft. Der Gemeindepräsident von Deitingen, Bruno Eberhard, schätzt diesen Austausch, ist doch die Spitex ein gemeinnütziger Verein, der im Auftrag der Gemeinden Hilfe und Pflege zu Hause übernimmt. An der letzten Sitzung ging es hauptsächlich um zwei Themen. Zum einen informierten Spitexpräsident Enrico Ravasio und Geschäftsführerin Jacqueline Santangeli über die Übernahme der Spitex Luterbach. Diese hatte beschlossen, ihren Betrieb per Ende 2021 einzustellen und sich bei Nachbargemeinden nach einer Lösung umzuschauen. Mit Derendingen und Deitingen bestanden bereits Kooperationen im Bereich Alterspflege. Somit war es naheliegend, mit diesen beiden Gemeinden zusammenzugehen.

Es gebe jedoch keine Fusion, stellte Ravasio klar. Die Spitex Luterbach wird aufgelöst, der Verein Derendingen-Deitingen übernimmt deren Patienten und Personal. „Die Übernahme ist reibungslos verlaufen“, lobte Santangeli. Sie hätte viele gute Gespräche mit den Mitarbeitenden geführt. In Luterbach werden nur noch einige Tätigkeiten im Kulturbereich angeboten, wie Kaffeekränzchen, Lesestunden oder ähnliches, aber keine Pflege. Auf den 1. Januar 2022 wird die neue Organisation ihre Arbeit aufnehmen.

Damit sich auch die Luterbacher Klienten und Klientinnen zuhause fühlen können, wird der Name in „Spitex Regio“ abgeändert. „Zusammen werden wir rund 13'000 Einwohner und Einwohnerinnen abdecken“, hielt Ravasio fest. 65 Mitarbeitende mit 3150 Stellenprozenten sorgen für eine umfassende Pflegebetreuung auf dem ganzen Gebiet. Für nächstes Jahr wird mit einer Klientenzahl von 467 Personen gerechnet, davon 62 Prozent Frauen. Der Umsatz wird sich voraussichtlich auf drei Mio. Franken belaufen.

„Wir sind ein richtiges KMU“, meinte Ravasio. Er stellte die Frage in den Raum, ob ein Verein das richtige Instrument sei, um eine Organisation in dieser Grösse zu bewältigen, zumal das Bedürfnis nach ambulanter Pflege stetig wächst. Zum Schluss brachte Ravasio noch den Wunsch der Mitarbeitenden nach einem einzigen Stützpunkt vor. Der Gemeindepräsident fände es sinnvoll, wenn dieser in Derendingen, der grössten Gemeinde wäre. Die relevanten Faktoren werden nun evaluiert und danach ein Entscheid gefällt, wo der Stützpunkt zu liegen kommt.

Das neue Finanzmanual ist arbeitsintensiv

Ein weiteres Thema war das neue Finanzmanual, das der Kanton ab dem
1. Januar 2021 eingeführt hat. Das Tool verlangt eine detaillierte Kostenstellenabrechnung. Es sei recht arbeitsintensiv, hatte Santangeli festgestellt. Konto- und Kostenstellenanpassungen müssen vorgenommen werden. „Doch wenn es einmal definitiv steht, ist es ein gutes Instrument“, ist die Geschäftsführerin überzeugt. Das Ganze dient der Vergleichbarkeit und der Festlegung der Restkosten der Pflegeorganisationen in der ganzen Schweiz.

Gemeinderat Jürg Schärli fragte sich, wie die Gemeinden von dieser Vergleichbarkeit profitieren können. Er sieht nur zusätzlichen administrativen Aufwand, der vom Kanton nicht mal vergütet wird. Ravasio denkt, dass man beim Vergleich mit dem Durchschnitt Verbesserungspotenzial aufdecken könne. „Ausserdem müssen wir mitmachen, es ist eine gesetzliche Vorgabe“, betonte er.

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