Versammlung

Spielplatz-Touristen sind in Bolken unerwünscht

Das Güscheler-Quartier soll einen Spielplatz für 25 000 Franken mit vier Spielgeräten erhalten. (Symbolbild)

Das Güscheler-Quartier soll einen Spielplatz für 25 000 Franken mit vier Spielgeräten erhalten. (Symbolbild)

Die Gemeindeversammlung von Bolken hat entschieden, dass im Güscheler-Quartier ein kleiner Spielplatz gebaut wird. Die Rechnung wurde einstimmig genehmigt.

In Bolken muss ein Spielplatz gebaut werden. An der Gemeindeversammlung stellte sich die Frage, wie gross und teuer dieser werden soll. Gemeindepräsidentin Jeanette Baumgartner erklärte: «Der vom Regierungsrat genehmigte Gestaltungsplan schreibt vor, dass die Parzelle GB Nr. 344 im Baugebiet Günscheler als Spielplatz oder Aufenthaltsbereich genutzt werden muss.» Bereits im Vorfeld sei man sich einig gewesen, dass aus der Anlage ein Ort der Begegnung und nicht ein «Party-Ort» entstehen soll. Also habe man sich für einen Spielplatz entschieden.

Eine Spezialkommission hat zwei Varianten für den Spielplatz im Günscheler ausgearbeitet: Eine für 25 000 Franken mit vier Spielgeräten und eine für 40 000 Franken mit acht Spielgeräten. Der Gemeinderat stellte den Antrag, die erste, günstigere Variante anzunehmen. Weniger Spielgeräte bedeuten für die Kinder mehr Platz zum Herumrennen und für die Gemeinde tiefere Unterhaltskosten.

Von den 27 anwesenden Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern sagte eine junge Mutter, sie wolle lieber den teureren, dafür besser ausgestatteten Spielplatz. Für die Familien mit kleinen Kindern im Dorf wäre ein grösserer Spielplatz besser. Daraufhin äusserte ein Bewohner des Grünscheler-Quartiers seine Bedenken an einem allzu tollen Spielplatz: «Je grösser der Spielplatz wird, desto mehr Leute wird er von ausserhalb anziehen. Wenn dann überall im Quartier Autos von Spielplatzbesuchern stehen, habe ich als Anwohner ein Problem.» Der Gemeinderat vertrat dieselbe Meinung. Man wolle keinen Spielplatz-Tourismus, sondern einen kleinen Spielplatz für das Dorf. 

Schlussendlich nahm die Gemeindeversammlung mit 20 Ja-Stimmen den Antrag des Gemeinderats an. 

Schwarze Zahlen

Im Gegensatz zum Spielplatz gab die Rechnung 2014 keinen Anlass zur Diskussion. Sie wurde einstimmig angenommen. Jeanette Baumgartner sagte: «Wir können stolz darauf sein, wieder einmal schwarze Zahlen zu schreiben.» In der laufenden Rechnung 2014 war eigentlich ein Aufwandüberschuss von fast 36 000 Franken budgetiert, am Jahresende blieb aber ein Ertragsüberschuss von fast 60 000 Franken übrig. Insgesamt betrug der Aufwand 2,99 Millionen Franken. Vom Ertragsüberschuss fliessen ein Drittel in zusätzliche Abschreibungen und zwei Drittel ins Eigenkapital.

Die Investitionsrechnung schloss mit Nettoinvestitionen von fast 49 000 Franken ab. Per Ende 2014 weist die Gemeinde ein Nettovermögen von tausend Franken pro Einwohner aus.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1