Ob Regen, Kälte oder dicker Herbstnebel - die Waldspielgruppe «Igeli» stapft bei jedem Wetter zu ihrem Treffpunkt unter dem Blätterdach, in Bolken. Spielgruppenleiterin Sabina Fankhauser ist selbst für ihr Leben gerne an der frischen Luft, weshalb es für sie auch so wichtig ist, dass Kinder Erfahrungen im Freien sammeln.

«Die Idee entstand etwa vor einem Jahr», beginnt Fankhauser die Geschichte von der Gründung ihrer Waldspielgruppe. Zuvor arbeitete die Naturbegeisterte drei Jahre lang als Begleitperson in einer anderen Waldspielgruppe. «Ich habe das Zusammensein mit den Kindern im Wald sehr vermisst», beschreibt Fankhauser, als sie 2015 mit ihrer Arbeit als Begleitperson aufgehört hatte.

Da es bis dahin noch keine Spielgruppe in Bolken gab, habe sie sich kurzerhand dazu entschlossen, eine eigene Waldspielgruppe zu gründen. «Dann kann man das Ganze so machen, wie man es möchte», erklärt Fankhauser ihre Motivation, etwas Eigenes aufzubauen. «Wir haben mit einer kleinen Gruppe von vier Kindern gestartet», äussert sich Sabine Fankhauser zu dem Beginn der Waldspielgruppe «Igeli» im August. Das Maximum von zehn Kindern ist damit noch längst nicht erreicht. «Es gibt in der Umgebung viele andere Spielgruppen», sieht die Spielgruppenleiterin einen Grund für den etwas schwierigen Anfang. Demotivieren lässt sie sich davon keineswegs. Es brauche seine Zeit, bis sich das neue Angebot im Dorf herumgesprochen habe.

Den Besuch einer Spielgruppe erachtet Sabine Fankhauser persönlich als sehr wertvoll. Ab dem dritten Lebensjahr würden Kinder das Bedürfnis entwickeln, alles selber machen zu wollen. Dass man als Elternteil nicht immer die Zeit habe, die Kinder gewähren zu lassen, weiss Fankhauser aus eigener Erfahrung. In der Spielgruppe würden die Kinder eben diese Zeit bekommen, um selber «chnuschten» zu können, wie Fankhauser dieses selbstständige Ausprobieren bezeichnet. Ausserdem komme es in der Spielgruppe zu einer ersten sachten Loslösung vom «Mami». Tränchen hin oder her, am Ende seien die Kinder unheimlich stolz, wenn sie etwas ganz alleine geschafft hätten, meint Fankhauser.

Draussen in der Natur

«Es ist nicht immer gleich. Die Kinder treffen den Platz nicht so wieder, wie sie ihn verlassen haben», sagt die Spielgruppenleiterin und Mutter. Der Wald und die Natur würden viele Eindrücke liefern und alle Sinne fordern. «Jetzt riecht es anders als im Sommer», nennt sie dabei als Beispiel. Auf diese Weise würden die Kinder den Wandel der Jahreszeiten miterleben und lernen, sich auch mal, ohne herkömmliches Spielzeug zu beschäftigen.

Ein festes Programm gebe es nicht, antwortet die 41-jährige Leiterin auf die Frage, was sie denn mit den Kindern während des Montagvormittags, an dem die Spielgruppe angeboten wird, unternehme. «Im Vordergrund steht das freie Spielen: die Kinder können selbst entscheiden, was sie machen möchten.» Einziger Bestandteil, auf den Sabine Fankhauser besteht, ist das gemeinsame Znüni. Dieses werde immer gemeinsam zubereitet. «Die Kinder helfen sehr gerne mit. Man kann gar nicht so viele Rüebli essen, wie sie am liebsten rüsten würden», lacht Fankhauser. Nach den Herbstferien, wenn das Wetter wieder kälter wird, würden sie gemeinsam Suppe oder etwas anderes Wärmendes über dem Feuer kochen.

Am 6. und 13. November finden Schnuppermorgen der Waldspielgruppe «Igeli» statt. Anmeldung via Website möglich.