Langendorf
Spielerisch zwei Generationen und zwei Welten einander näher bringen

Im Spiel lernen Kinder, die Welt zu erfahren. Auf der anderen Seite können Spiele alten Menschen helfen, die Erfahrungen, die sie im Leben gemacht haben, länger zu bewahren.

Stefan Kaiser
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Der Generationen-Tag der Ludothek im Alters- und Pflegeheim Ischimatt brachte die Generationen einander auf spielerische Weise näher.

Der Generationen-Tag der Ludothek im Alters- und Pflegeheim Ischimatt brachte die Generationen einander auf spielerische Weise näher.

Stefan Kaiser

Die Ludothek Solothurn verfügt als Kompetenzzentrum für Spiele aller Art auch über eine ausgewogene Auswahl an rund 50 speziell für Seniorinnen und Senioren entwickelte Spiele. Darunter befinden sich etwa Memories mit grösseren und handlicheren Kärtchen und Abbildungen «antiker» Gegenstände, die bei den Senioren alte Erinnerungen wachrufen.

Im Rahmen der Aktivitäten zu ihrem 40-Jahr-Jubiläum hatte die Solothurner Ludo am Samstag im Alters- und Pflegeheim Ischimatt in Langendorf einen «Generationen-Tag» organisiert, damit Kinder und Senioren gemeinsam einen Spielnachmittag verbringen konnten.

Generationen im Dialog

Die zehn Seniorinnen und zwei Senioren, die daran teilnahmen, hatte Nathalie Attinger, zuständig für die alltägliche Aktivierung der Bewohnerinnen im Ischimatt, selber ausgewählt: «Ich wollte einen guten Mix von Leuten, um zu schauen, wie die Senioren-Spiele ankommen und was damit alles möglich ist.» Neben vier Frauen vom Ludo-Team waren auch vier Zweit- und Drittklässler aus Langendorf, die dem Aufgebot ihres Lehrers gefolgt waren, sowie zwei Sechstklässlerinnen aus dem Umfeld der Ludo aus Lommiswil erschienen, und bald wurde im Aufenthaltsraum eifrig gespielt und viel gelacht.

Die Kinder erklärten die Spiele und halfen beim Würfeln und Fahren. Und später bei den Memories, wo beispielsweise nicht identische Bilder, sondern paarweise alte und neue Gegenstände (etwa Schreibmaschine-Computer oder Röhrenfernseher-Flachbildschirm) gefunden werden mussten, und natürlich in Frage-Antwort-Spielen entwickelten sich auch spannende Diskussionen zwischen den Generationen über den Wandel der Zeit. «Mein Haustier?», überlegte einmal eine Seniorin lange, bis ihr Mann für sie antwortete: «Wir hatten halt Kaninchen, aber wenn sie geschlachtet wurden, haben wir nicht davon gegessen.»

Nach zwei Stunden gab es Kaffee und Kuchen und es wurde angeregt weiterdiskutiert. Die glänzenden Augen einer Dame im Rollstuhl verrieten, dass sie grossen Spass hatte, den sie aber nicht mehr in Worte fassen konnte. «Das war sehr schön, wie in der Familie, aber leider viel zu kurz», schwärmte hingegen eine rüstige Seniorin. Er habe neue Spiele kennenlernen wollen, erklärte der jüngste der Buben, «und das war wirklich mal was anderes», zeigte er sich zufrieden – und lachte spitzbübisch, als ihm eine Bewohnerin zum Abschied ein Chnörzli schenkte.

«Das war mega sozial und schön», sagte eines der Mädchen, «und es war spannend, im Spiel zu erfahren, wie die Menschen früher gelebt haben.»

Auch Nathalie Attinger zog eine durchweg positive Bilanz und will künftig vermehrt Senioren-Spiele aus der Solothurner Ludo ausleihen.

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