Lüsslingen-Nennigkofen
Spatenstich für die Alterswohnungen naht

In Lüsslingen-Nennigkofen wurde das Projekt Alterswohnungen offiziell gestartet, im August 2018 sollen Logis bezugsbereit sein.

Rahel Meier
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Das Bauernhaus an der Dorfstrasse von 1787 steht unter Denkmalschutz.

Das Bauernhaus an der Dorfstrasse von 1787 steht unter Denkmalschutz.

Hanspeter Bärtschi

Nun kann es endlich losgehen: Der offizielle Spatenstich für das Projekt «Wohnen im Alter» ist auf Dienstag nach Ostern angesetzt. Bereits im März 2016 lag das Baugesuch auf, und der Baubeginn war eigentlich für Juni 2016 vorgesehen. Erwartungsgemäss gab es keine Einsprachen.

Aber auch keine Bewilligung durch die Solothurnische Gebäudeversicherung. Diese forderte zusätzliche Massnahmen im Bereich Brandschutz. Der Einbau einer Sprinkleranlage, wie zuerst gefordert, wurde nach weiteren Abklärungen verworfen. Erst diesen Februar wurde nun das letzte Konzept von allen Instanzen genehmigt.

Kosten streng kontrollieren

Am Mittwochabend fand die Kick-off-Sitzung zum Projektstart statt. Dabei formulierte der Vorstand der Wohnbaugenossenschaft am Dorfbrunnen nochmals sehr deutlich seine Anliegen, die er gegenüber des Architekturbüros Kummer hat, das den Umbau des ehemaligen Bauernhauses plant und begleitet: «Keine weiteren Kosten.» Ernst Hürlimann (Präsident Wohnbaugenossenschaft) hofft zudem auf eine speditive Umsetzung. Wichtig sei auch, dass die Öffentlichkeit immer wieder über die Fortschritte orientiert werde.

Guido Kummer zeigte sich sehr zuversichtlich. Die ersten Ausschreibungen seien schon vor Längerem erfolgt, sodass nun zügig weitere Arbeiten vergeben werden könnten. Die Kosten würden ständig kontrolliert und Abweichungen seien bei jeder Rechnung, die hereinkomme und bezahlt werde, sofort ersichtlich. «Was den Brandschutz angeht, haben wir jetzt eine Variante, die gangbar und auch bezahlbar ist.»

Das Projekt kurz erklärt

Das Bauernhaus an der Dorfstrasse 20 wurde 2014 von der Gemeinde Lüsslingen-Nennigkofen mit dem Ziel, Wohnraum für ein Wohnen im Alter zu schaffen, gekauft. Für die Umsetzung des Projektes wurde 2015 die Wohnbaugenossenschaft am Dorfbrunnen gegründet. Das Grundstück an der Dorfstrasse bleibt weiterhin im Besitz der Einwohnergemeinde, die Wohnbaugenossenschaft hat ein Baurecht und ist Besitzerin des Gebäudes.

Das Bauernhaus an der Dorfstrasse wurde 1787 gebaut und steht mit seiner Umgebung unter Denkmalschutz. Das Krüppelwalmdach und die barocken Fensterbänke stechen ins Auge. Speicher und Ofenhaus ergänzen das Ensemble. Der Umbau des Hauses zu altersgerechten Wohnungen ist deshalb eine grosse Herausforderung. Ein grosser Diskussionspunkt waren Belichtung und Belüftung der Laubengänge. Der Einbau von zusätzlichen Fenstern im Dach unterliegt strengen Vorschriften vonseiten der Denkmalpflege, ebenso die Erhaltung vorhandener Träger und Balken. Die Fassade an der Strassenseite darf ebenfalls nicht verändert werden.

Das Bauernhaus bestand bislang aus einer Wohnung, einem ungenutzten Ökonomieteil, Stallungen und einer Scheune. Nach dem Umbau werden neun altersgerechte und drei bedingt hindernisfreie Wohnungen vorhanden sein. Anvisierter Einzugstermin ist August 2018. (rm)

Dass es im Ökonomieteil Probleme mit dem Umbau geben könnte, war laut Kummer von Anfang an klar. «Beim Wohnteil sollte es keine Unsicherheiten mehr geben.» Das Haus war, so Kummer weiter, in einem schlechteren Zustand als auf den ersten Blick zu sehen war. Auch die Belüftung und die Lichtverhältnisse konnten zur Zufriedenheit aller geregelt werden.

Freude auf allen Seiten

Architekt Guido Kummer freute sich, dass es nun endlich losgeht. «Wir sind überzeugt, dass hier etwas ganz Schönes entsteht. Das Haus wird über Lüsslingen-Nennigkofen hinaus seine Ausstrahlung haben. Es könnte sogar einen neuen Ansatz aufzeigen, wie man alte Bauernhäuser umnutzen kann.»

Auch Gemeindepräsident Herbert Schluep zeigte sich erfreut über den Baustart. «Der Gemeinderat steht hinter dem Projekt und die Gemeinde ist finanziell stark eingebunden.» Er hoffe deshalb, dass die Wohnungen auch bald vermietet werden können. «Es gibt tatsächlich Leute, die sich schon auf eine Wohnung an der Dorfstrasse freuen», meinte Vorstandsmitglied Martha Wyss dazu. Der Vorstand sei gefordert, zu informieren, und allfällige Mieterinnen und Mieter zu motivieren, den Schritt zu wagen, in eine Alterswohnung zu ziehen.

Organisation der Baugenossenschaft

Die Wohnbaugenossenschaft am Dorfbrunnen Lüsslingen-Nennigkofen (WBGaD) wurde am 28. Januar 2015 gegründet. Die Genossenschaft besteht aus zehn Genossenschaftern und einem Vorstand. In der Genossenschaft sind die Einwohnergemeinde Lüsslingen-Nennigkofen, die Bürgergemeinden Lüsslingen und Nennigkofen, die Kirchgemeinde Lüsslingen, der Zweckverband Alters- und Pflegeheim Lüterswil und der Spitexverein Bucheggberg vertreten. Der Vorstand wird von Ernst Hürlimann präsidiert. Dazu kommen Kassier Jürg Hofer, Sekretärin Madeleine Stuber und die beiden Mitglieder Thomas Isch und Martha Wyss. Für die Begleitung und Umsetzung des Bauprojektes an der Dorfstrasse 20 wurde eine Baukommission eingesetzt. Diese wird von Christian von Gunten präsidiert. Das Sekretariat übernimmt wiederum Madeleine Stuber. Weiter arbeiten Hans Leuenberger und Claudio Mombelli mit. Als Beisitzer sind zudem Ernst Hürlimann und Jürg Hofer delegiert.

Die Baukommission soll den Vorstand während der Bauphase in baulichen und technischen Fragen beraten und unterstützen. So werden auch die Baupläne und die Unterlagen von der Baukommission geprüft. Zudem werden die Bauarbeiten begleitet und die Ausführung kontrolliert. Auch die Submission wird begleitet. Die Vergabe der Arbeiten wird von der Baukommission vorbereitet. Die Kompetenz für die Vergaben liegt aber beim Vorstand. Dasselbe gilt für die Unterzeichnung von Werkverträgen und die Genehmigung von Projektänderungen. Auch das Controlling und das Rechnungswesen sind genau definiert. (rm)