Bellach
Sparübung: Kein Bushüsli für den Hüslerhof

Der Bellacher Gemeinderat beschäftigte sich mit der Validierung des Wahlresultats vom Gemeindepräsidenten: Roland Stadler (FDP) löst Anton Probst (FDP) ab. Zudem war das ursprünglich geplante Buswartehaus am Hüslerhof ein Thema.

Urs Byland
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Auf das Buswartehaus am Hüslerhof können die Buspassagiere noch lange warten. (Archiv)

Auf das Buswartehaus am Hüslerhof können die Buspassagiere noch lange warten. (Archiv)

Andreas Kaufmann

Der Gemeinderat validierte an seiner Sitzung das Resultat der Präsidentenwahl. Innerhalb der 3-tägigen Beschwerdefrist wurde keine Beschwerde erhoben. Roland Stadler (FDP) kann das Amt von Anton Probst (FDP) übernehmen.

Verlief die Validierung einstimmig, waren die Meinungen in Sachen Bushaltestelle Hüslerhof geteilt. Dort wird an der Franziskanerstrasse südlich Bündenweg/Hüslerhofstrasse die Bushaltestelle ausgebaut. Zusammen mit einem Buswartehaus beträgt der Gesamtkostenanteil für die Gemeinde Bellach zirka 183 000 Franken. Gesprochen sind aber nur 170 000 Franken.

Die Finanzlage in Bellach animiert den Gemeinderat zu Sparübungen. In den Fokus geraten ist dabei das vorgesehene Buswartehaus auf der westlichen Haltestelle. Auf der östlichen Haltestelle ist sowieso keines geplant. Dieses liegt auf Langendörfer Boden.

«Das ist eine typische Aussteiger-Haltestelle. Dort steigen die Leute aus und machen sich gleich auf den Heimweg. Eingestiegen wird dort kaum», erklärt Langendorfs Gemeindepräsident Hans-Peter Berger. Bellach hat indes auf der Westseite ein Häuschen geplant, dies aber mit der Hoffnung verbunden, dass Langendorf sich beteiligt, weil nachweislich ein sehr grosser Anteil der Bevölkerung aus dem neuen Überbauungsgebiet Langendorfs diese Bushaltestelle benutze. Bisher lehnte Langendorf diese freiwillige Kostenbeteiligung ab.

An der Sitzung musste nun Gemeindepräsident Anton Probst erneut mitteilen, dass Gespräche nicht fruchteten. «Ich kann Bellachs Begehren nachvollziehen, aber dann müssten wir über eine Kostenbeteiligung im gesamten Perimeter der Franziskanerstrasse diskutieren. Und das käme für Bellach wahrscheinlicher teurer», erklärt Hans-Peter Berger.

Grosses Einzugsgebiet

Damit war auch der Plan des Bauverwalters gescheitert, das Bushäuschen zu bauen, aber den Nachtragskredit später nach einem positiven Bescheid von Langendorf eventuell gar nicht beantragen zu müssen. Der Gemeinderat musste entscheiden.

Beat Späti (FDP) stellte den Antrag, die Tiefbauarbeiten auszuführen, aber das Häuschen später zu bauen. Das würde eine Einsparung von rund 36 000 Franken bringen. Heli Schaffter (SP und Grüne) sprach sich für den Bau des Häuschen aus. «Ich erwarte dort eine Zunahme der Frequenz.» Vizegemeindepräsident Stefan Henzi (CVP) befürwortete den Bau des Wartehäuschens. «Die Bushaltestelle Hüslerhof hat ein grosses Einzugsgebiet.» Fritz Lehmann (SVP) argumentierte ähnlich wie Späti. «Zudem stört es mich, dass Langendorf nichts zahlen will.»

Felix Glatz-Böni (SP und Grüne) stellte einen Rückweisungsantrag und verlangte weitere Varianten für das Buswartehaus. Sein Antrag wurde klar abgewiesen. Spätis Antrag erhielt 7 Ja-Stimmen und damit die Mehrheit. Das Buswartehaus wird schubladisiert.

Anliegen aus der Bevölkerung

Zwei Anliegen aus der Bevölkerung wurden vom Gemeinderat diskutiert und entschieden. Einerseits wird eine Zone mit Tempobeschränkung im Bereich Gatterweg/Weidweg/Neuriedweg/Wallierenweg verlangt. «Sie müssen Geduld haben, denn aktuell suchen wir eine flächendeckende Lösung. Die Anwohner sollen aber jetzt schon eine Antwort erhalten», erläuterte Beat Späti. Bereits sei aber von Anwohnern eine entsprechende Tafel aufgestellt worden.

Bauverwalter Hans Lüthi beruhigte: «Eigentlich darf keine Tafel aufgestellt werden. Aber wo kein Kläger ist auch kein Richter. Wir können das natürlich nicht absegnen. Die Tafel hat keine rechtliche Wirkung.»

Das andere Anliegen betrifft das Mühlebächli. Dort wird ein Nutzungskonflikt beanstandet. Spaziergänger fühlen sich durch trainierende Biker eingeschränkt. Erschwerend ist, dass das Bächlein grösstenteils auf Oberdorfer Boden liegt, hauptsächlich von Bellachern genutzt wird und die Biker vor allem für ein Rennen in Langendorf trainieren. Der Gemeindepräsident will die Fühler ausstrecken. «Aber es ist jetzt schon klar: wir Bellacher können keine Tafel aufstellen», so Probst.