Gerlafingen

Spannendes Duell: SP beschäftigt sich mit Altersreform

Nationalrat Philipp Hadorn moderiert die Diskussion mit Martin Kaiser und Doris Bianchi (von links nach rechts).

Nationalrat Philipp Hadorn moderiert die Diskussion mit Martin Kaiser und Doris Bianchi (von links nach rechts).

Ein spannendes Duell zur Altersreform 2020 boten sich Doris Bianchi vom Schweizerischen Gewerkschaftsbund und Martin Kaiser vom Arbeitgeberverband.

Die beiden Verantwortlichen für Sozialpolitik und Sozialversicherungen stritten – moderiert von SP-Nationalrat Philipp Hadorn – an einer Versammlung der SP Gerlafingen über Vor- und Nachteile der Reform. Für die Mehrheit im Publikum schien es klar: Ein doppeltes Ja sichert unsere Renten für die kommenden 20 Jahre.

Die beiden Kontrahenten legten als erstes ihre gegensätzlichen Beurteilungen dar. Doris Bianchi erklärte, weshalb sie als Frau für die Vorlage ist, obwohl gerade die Erhöhung des Rentenalters ein grosses Opfer darstelle. Sie vermisse die Wertschätzung dieses Opfers bei den Männern der Wirtschaft sehr, bei welchen keine Bereitschaft für ein Entgegenkommen zu erkennen sei. Ihr ist die Sicherung der Finanzierung der Rente über die nächsten 10 bis 20 Jahre wichtig und die der Versicherung für Teilzeitbeschäftigte in der Pensionskasse. Sehr viele Frauen arbeiten Teilzeit und sind heute durch den hohen Koordinationsabzug aus der 2. Säule ausgeschlossen. Die Stärkung der mit kleineren und mittleren Einkommen Versicherten sei unverzichtbar.

Steuerfolgen als Argument

Martin Kaiser legte den Schwerpunkt auf die Sicherung der AHV-Finanzierung nach 2027 und prognostizierte eine grosse Finanzierungslücke. Mit viel Enthusiasmus legte er dar, dass die Gegner der Vorlage sehr wohl für eine stabile Altersvorsorge einstehen würden. Das Loch von mindestens 4 Milliarden, welches bei der Ablehnung der vorliegenden Reform bis zur Inkraftsetzung einer neuen Vorlage entsteht, nehme er gelassen in Kauf. Die Erhöhung der AHV lehnt er mit Vehemenz ab und führt Steuerfolgen an: Während Ergänzungsleistungen nicht besteuert werden, schlage die Steuerpflicht bei der höheren AHV voll durch.
Es gelang Martin Kaiser nicht, Bedenken aus dem Publikum, nicht zuletzt von den verteilten Nein-Flyern ausgelöst, dass die Gegnerschaft klar Rentenabbau anstrebe, zu entkräften

Jordi von Zanetti gewürdigt

Im zweiten Teil der Veranstaltung würdigte Ständerat Roberto Zanetti den abtretenden Gemeindepräsidenten Peter Jordi für seinen unermüdlichen Einsatz in den 17 Jahren seiner Amtszeit. Er unterstrich, dass Peter Jordi aus seiner Liebe zur Bevölkerung und seiner ruhigen pragmatischen Art, auch Widerwärtigkeiten gelassen begegnen konnte. Fraktionschef Fabian Jordi zählte die Projekte auf, welche Peter Jordi über die Jahre prägte: Schulhausprojekte, Schüler- und Schülerinnenhort und S-Bahn-Anschluss. Es sei sicher eine Genugtuung, dass diese Errungenschaften alle umgesetzt werden konnten.

Peter Jordi drückte seine Freude aus, nun Philipp Heri sein Amt mit der Gewissheit übergeben zu können, dass er dieses in guten Händen wisse. Sichtlich zufrieden und zuversichtlich liess das zahlreich erschienene Publikum den Sommerabend im gemütlichen Gartenrestaurant ausklingen. (mgt)

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