Der Anlass beim Schulhaus Mitteldorf entpuppte sich als erfreuliche Folge auf den Sozialpreis 2014 des Kantons Solothurn, vergeben an die Schule Derendingen und die Pro Senectute, für das Projekt «Seniorenhilfe Schule». «Die Idee, mit den erhaltenen 10 000 Franken ein Generationenfest zu organisieren, entstand an einem Brainstorming bei einem Mittagessen mit Seniorinnen und Senioren», sagt Gisela Zürcher, Schulsekretärin der Primarschule. «Wir wünschten uns, dass sich die Generationen durch Spielen näher kommen, einander aus ihrem Leben erzählen und es zusammen gemütlich haben.» Die Umsetzung dieser Idee ist der Primarschule Derendingen zweifellos gelungen.

Mitmachen und Staunen

In und um das Schulhaus Mitteldorf tummeln sich unzählige Menschen. Eine breite Palette über das Gestern und Heute lockt zum Mitmachen und zum Bestaunen. Im Schulmuseum üben sich Anik und Erza – am alten Holzpult sitzend – im Schreiben auf der Tafel sowie mit Tinte und Federhalter. «Megaschwer», so das Urteil der beiden Achtjährigen. Schmunzeln lässt die frühere Technik mit dem Commodore von 1984, dem Walkman von 1979, der Modellholzeisenbahn und der ersten Fernbedienung aus den Fünfzigerjahren.

Beeindruckend zeigt sich der Anker-Steinbaukasten von 1949 aus gebranntem Quarksand. Ein Riesenpublikum – mitklatschend und mitsingend – freut sich an den Tänzen der Schulkinder und den Liedern der Kindergärtler. Marie Therese Brotschi, eine der momentan 18 in der Schule tätigen Senioren, erzählt Geschichten. «Was, 70 Jahre alt bist du», habe ein Bub erstaunt auf ihr Alter reagiert und festgestellt: «Das kann nicht sein, da wärst du schon lange gestorben.»

Hinter den WeyKick-Holzspielen sitzen höchstkonzentriert Jung und Alt. Kunstvoll getöpferte Kugeln entstehen im Nassraum. Im Werkzimmer kreieren Kinder und Erwachsene die ideenreichsten Wimpel. Diese sind als modernes Gästebuch gedacht und werden, zu Ketten zusammengenäht, als Erinnerung die Schulhäuser schmücken.

Draussen auf dem roten Platz und der Wiese sind Spielen und Bewegen Trumpf. Die Pro Senectute hat einen Bewegungsparcours für zwei Personen ausgeklügelt. Vanessa beschreibt den integrierten Rollator so: «Dieser ist für alte Frauen, wenn sie nicht mehr gut laufen können.» Anklang finden das Torwandschiessen, die Pausenspiele und das Mühlespiel mit den farbigen Zwergfiguren.

Zu einem Fest gehören ganz klar auch kulinarische Freuden. Die Kinder mit ihren Lehrpersonen backen Crêpes, Waffeln, Haselnusszwieback und offerieren an der Bar «den besten Sirup». Die Seniorinnen bieten Kuchen an – ganze 150 Kuchen haben Eltern am Morgen vorbeigebracht. Später sind die Festbänke draussen von den Erwachsenen belegt. Es wird geplaudert, gelacht und dazu «Ghackets mit Hörnli» aus der Küche der Cevi Derendingen genossen, die Kinder bevorzugen Bewegung und Spiel.

Tschumi hofft auf Signalwirkung

Derendingens Gemeindepräsident Kuno Tschumi, der sich auf dem Festplatz über das bunte Treiben freut, sagt begeistert. «Was aus dem Sozialpreis entstanden ist, finde ich toll.» Der Anlass verdeutliche, welches Potenzial im bewussten Zusammenarbeiten von Jung und Alt liege. Er hoffe, dass daraus eine Signalwirkung entstehe.