Ein Novum bei der 40. Ausgabe des prestigeträchtigen Silvester Cups: Zum ersten Mal in der Turniergeschichte heissen die Sieger sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen gleich wie im Vorjahr.

Er hat es wieder getan. Der Luzerner Adam Moundir (N2, 27) gewinnt zum zweiten Mal in Folge den Titel beim Silvester Cup in Derendingen. Und zum zweiten Mal verblüfft er dabei Zuschauer und Gegner mit seinem ebenso riskanten, wie spektakulären Spiel. Gefragt nach seinem Erfolgsrezept sagt der 21-Jährige: «Für mein Spiel ist es enorm wichtig, dass ich mich nicht zu stark unter Druck setze.

Ich versuche daher, in erster Linie Spass zu haben auf dem Platz und relaxed an die Sache heranzugehen.» Eine Taktik, die für den jungen Innerschweizer erneut zum gewünschten Erfolg geführt hat. Moundir, der seit gut zwei Jahren an der Old Dominion Universität in Norfolk (USA) studiert und College-Tennis spielt, startete als Nummer fünf der Setzliste ins Turnier.

Die Vorbereitung des Titelverteidigers war jedoch nicht optimal, da er im Dezember wegen den Uni-Prüfungen nicht so oft trainieren konnte. Entsprechend musste Moundir in der ersten Runde gegen Routinier Oliver Diserens (N4, 83) über drei Sätze gehen. «Das war ein hartes Match, aber es hat mir geholfen, den Rhythmus und mein Timing zu finden», so Moundir.

Kraftvoll und präzis

Im Final wartete Lokalmatador Vullnet Tashi (N2, 19). Der Grenchner, der sich zum Ziel gesetzt hat, in diesem Jahr den Silvester Cup zu gewinnen, wurde nach souveränen Startspielen im Halbfinal vom amtierenden U18-Hallen-Schweizermeister Luca Keist (N3, 33) erstmals gefordert. Tashi, der in Spanien als Tennisprofi unterwegs ist, war nach verlorenem Startsatz jedoch der konstantere Spieler und konnte die Partie mit 4:6, 6:3, 6:3 für sich entscheiden.

Tashi und Moundir duellierten sich bereits letztes Jahr am Silvester Cup – allerdings bereits im Halbfinal. «Damals hatte ich keine Chance. Adam war schlicht zu stark», erinnert sich Tashi. Und auch diesmal reichte es für den Grenchner nicht zum Titel. Moundir überzeugte einmal mehr mit seinen kraftvollen und präzisen Grundschlägen und konnte so den physisch stärkeren Tashi in die Schranken weisen. Moundir gewann das Finalspiel mit 6:1, 7:6.

Entschlossener und mutiger

Bei den Frauen konnte die eben erst 16 Jahre alt gewordene Simona Waltert (N2, 24) ihren Titel aus dem Vorjahr verteidigen. Die Bündnerin bekundete kaum Probleme und blieb ohne Satzverlust. Im Endspiel traf die Turniernummer vier, die Aargauerin Karin Kennel (N2, 18), die sich zuvor in einem hochklassigen, mehr als drei Stunden dauernden Halbfinalspiel gegen Leonie Küng (N2, 23) durchsetzen konnte.

Nachdem Waltert den ersten Satz mit 6:0 und Kennel den zweiten mit 6:1 gewinnen konnte, entwickelte sich der dritte Satz zu einem wahren Krimi, den Waltert im Tie Break für sich entschied. «Nach dem guten Start habe ich mich im zweiten Satz schlecht bewegt und Fehler gemacht. Der dritte Satz war dann richtig eng. Ich agierte ein paar Mal etwas entschlossener und mutiger. Das hat vermutlich den Unterschied ausgemacht», analysierte Waltert.

OK-Präsident Eric Berger, der das Turnier mit seinem Team in diesem Jahr zum ersten Mal organisiert hat, zog ein positives Fazit. «Wir hatten kaum Probleme mit Verspätungen, erhielten gute Rückmeldungen von den Teilnehmern und hatten am Finaltag erfreulich viele Zuschauer.»