Nachdem der Gemeinderat so intensiv um die Lösung der Schulraumproblematik und mit der Projektfinanzierung für «Rochade» gerungen hatte, erwies sich der Souverän als gnädig: Die 47 Stimmberechtigten schrieben für Gerlafingen Geschichte, indem sie das «Generationenwerk» guthiessen. Das bedeutet, dass das Kirchackerschulhaus für 6,5 Mio. Franken aufgestockt wird.

Gesamtschulleiter Martin Müller hatte das anspruchsvolle Vorhaben, welches 25-jährige Provisorien ersetzt, aus schulorganisatorischer Sicht erläutert. «Für Schuljugend und Lehrkräfte bedeutet die Konzentration an Campus-ähnlichen Schulstandorten einen deutlichen Gewinn», fasste er die Vorteile zusammen.

Die Primarschule wird sich mit dem Bezug von Bezirks- und Sekundarschulhaus an drei benachbarten Standorten im «Gländ» befinden. Vor allem aber für die Oberstufe, die künftig im Kirchacker unterrichtet wird, fallen die bisher nötigen Schülerbewegungen zu Hauswirtschaft, Werken und Sport weg. «Auch für unsere Partnergemeinden in der Kreisoberstufe – Recherswil und Obergerlafingen – liegt das Kirchackerschulgebäude verkehrstechnisch besser», so Müller.

«Wir betreiben hier Verdichtung»

Bauverwalter Ewald Kaiser stellte die Projektidee detailliert vor und zeigte die Gestaltungsschritte, die zu einem Ausbau von Innenhof und Untergeschoss sowie zu einer architektonischen Rahmenkonstruktion des neuen zweiten Stockwerks führen. Mit statischen Massnahmen wird die Erdbebensicherheit gewährleistet, mit einem inwendigen Liftturm die Behindertengerechtigkeit. Kaiser erklärte die weiteren Sanierungsschritte am bestehenden Gebäude, die inklusive Aufstockung einen Gesamtaufwand von brutto 8,4 Mio. Franken erfordern. Mit Verkaufserlösen aus nicht mehr benötigten Liegenschaften wie etwa dem Kochschulhaus mit 734 000 Franken, dem Verkauf des Gländ-Schulcontainers und kantonalen Subventionen im Umfang von rund 700 000 Franken müssen 6,9 Mio. Franken an Fremdkapital aufgenommen werden. Einsparungen ergeben sich aus dem Wegfall von Betriebs- und Sanierungskosten für die nicht mehr benötigten Gebäude.

Nach der Planungszeit 2015 soll ab 2016 für eine Dauer von ein bis anderthalb Jahren gebaut werden. «Wir betreiben hier eine Verdichtung ohne weiteren Landverbrauch», fügte Gemeindepräsident Peter Jordi mit Blick auf Richtplanziele an. Die Frage aus dem Plenum, ob diese Lösung denn für die nächsten Jahre ausreiche angesichts steigender Bevölkerungs- und Schülerzahlen, wurde deutlich bejaht.

1 Mio. für den Langsamverkehr

Die Ausfinanzierung der kantonalen Pensionskasse, an der sich Gerlafingen mit 2,3 Mio. Franken beteiligt, soll als Einmalzahlung geleistet und über die nächsten 40 Jahre abgeschrieben werden. Der Souverän nahm dieses Vorgehen ohne Widerspruch auf. Ebenso genehmigten die Stimmbürger den Gemeindeanteil von rund 1 Mio. Franken für den Umbau der oberen Kriegstettenstrasse zugunsten des Langsamverkehrs. Die kapitelweise Lesung des Budgets mit einem Aufwand von 37 Mio. und einem Plus von rund 100 000 Franken (dank Unterstützung durch den Finanzausgleich von 1,8 Mio) ergab keinerlei Diskussion. Jordi dankte für das bewiesene Vertrauen in die Arbeit von Verwaltung und Behörden.

Gemeindeverwalterin Katalin Kulcsar vermittelte einen genauen Ein- und Überblick über die Finanzsituation der Gemeinde. Diese verfügt aufgrund ihrer demografischen Merkmale lediglich über 71 Prozent der Steuerkraft im kantonalen Durchschnitt. Das individuelle Steueraufkommen in Gerlafingen liegt bei 2 210 Franken. Nichts geändert wurde am Steuerfuss von 130 Prozent für beide natürliche und juristische Personen. Die Versammlung genehmigte ausserdem das neue Feuerungsreglement, das, wie andernorts, auch die Überprüfung von gelegentlich betriebenen Holzfeuerungen einbezieht.
Einen kurzen Ausblick gab der Gemeindepräsident auf die geplante Dorffestwoche 2015, die vom 8. bis 14. Juni stattfinden wird. Mit täglichen Themenschwerpunkten soll zu vergnüglichen Aktivitäten eingeladen werden.