Cantautrice Ade
Solothurner Musikerin: «Momentan lebe ich einen Traum»

Die in Biberist aufgewachsene Musikerin Cantautrice Ade erobert die italienische Rock- und Pop-Szene und hat auch in ihrer Heimat immer mehr Erfolg.

Silvia Rietz
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Ade, die 32-jährige Sängerin aus Biberist, geniesst ihren Erfolg in Italien und ist am 5. März im Museum Blumenstein zu hören.

Ade, die 32-jährige Sängerin aus Biberist, geniesst ihren Erfolg in Italien und ist am 5. März im Museum Blumenstein zu hören.

zvg

Ade gehört zu den Senkrechtstarterinnen am Rock- und Pop-Himmel, heisst mit bürgerlichem Namen Adele Di Maiuta, ist in Biberist aufgewachsen und lebt jetzt in Lengnau. Letztes Jahr avancierte die 32-jährige Solothurnerin mit der Debüt-CD «Salvami» in Italien zum Shootingstar. Am diesjährigen «Festival della canzone italiana Sanremo» ist sie mit der Band iChona auf dem roten Teppich vor dem Sanremo-Festival aufgetreten, von Radio- und TV-Sendern wie Rai 3 und Sky Italia interviewt worden.

Am kommenden Sonntag, 5. März, wird die Sängerin mit der rockigen Stimme und dem roten Haarbüschel im Museum Blumenstein Solothurn mit Pianist Rossano Eleuteri und Gitarrist Gianluca Martino zu erleben sein und am 10. März mit der Band Take This am Tonart Festival in Altdorf gastieren. Sie stellte sich einigen Fragen:

Von Ihrer Stimme und Open-Air-Auftritten schwärmen Kritiker, sie könne «rockig röhren und bluesig soften». Bei Musik im Blumenstein singen Sie erstmals in einem intimeren Rahmen. Was erwartet das Publikum?

Ade: «Canzoni con Cuore» – wie der Programmtitel verspricht, viel Herz. Mit meinem Pianisten und Gitarristen habe ich einige Lieder, die auch auf der CD «Salvami» sind, neu arrangiert. Dazu kommen auch einige neue Titel. Songs, die autobiografisch sind und in Italien sehr gut ankommen. (Lachend) Ich kann nicht nur fetzigen Rock, sondern auch leisere Töne anschlagen.

Die Debüt-CD «Salvami» und das Duett mit Alessandro Canino katapultierte Sie als Newcomerin auch in der Schweiz in Radiostudios und brachte Ihnen vor allem in Italien den Durchbruch. Was hat sich seither für Sie verändert?

Einfach alles ...! Ich war Mitte Februar in Sanremo und diese Woche erneut. Mit der Band iChona realisieren wir ein Video-Game mit dem Song «Game», den wir bei einem grossen Open-Air-Konzert auf der Piazza Colombo und in der Casa Sanremo vorstellten. Letztes Jahr absolvierte ich viele Konzerte in Italien, diesen Sommer folgt eine grössere Tournee. Im Moment lebe ich wirklich einen Traum. Ich bin viel auf Reisen und bei einem italienischen Label unter Vertrag. Für den Erfolg im Ausland ist es massgebend, von einer renommierten Agentur angenommen zu werden. Ich bekam die Chance, dass mich ein etablierter Profi promotet und Türen öffnet. Dies funktioniert so gut, dass es einem Trapezakt gleicht, alle Musik-Termine und den bürgerlichen Arbeitsalltag unter einen Hut zu bringen. Es ist unbeschreiblich, mit den Grossen der Musikszene zusammenzuarbeiten.

Sie sind Schweizerin mit italienischen Wurzeln, singen Italienisch, leben und arbeiten in der Schweiz. Wie werden Sie in beiden Ländern wahrgenommen?

In Italien bin ich Ade aus der Schweiz. Die Sängerin, die italienische Musik macht und von dem her für die Medien ein interessantes «Produkt» repräsentiert. Bei Auftritten in der Heimat, in der Schweiz, werde ich, dank den italienischen Wurzeln und der roten Haarsträhne als Markenzeichen, auch ein bisschen als exotisch eingestuft. Ein schönes Erlebnis war, dass ich in Sanremo in einem Café von Schweizer Touristen erkannt wurde.

Nach Sanremo singen Sie in Solothurn und mit der Band Take This am Tonart Festival in Altdorf und am 1. April in Bern. Wann ist der nächste Auftritt in Italien geplant?

Zuerst geht es noch ins Studio, um mit der Band iChona zum Game-Song noch einige populäre italienische Hits zu covern. Für dieses Projekt interessiert sich nicht nur Italien, sondern auch Russland hat sich bereits für das Videospiel mit den Songs und für Konzertauftritte erkundigt. Schauen wir, was daraus entstehen wird. Im Augenblick geht wirklich die Post ab. Zudem bin ich am 6. Mai eingeladen, bei einer Benefizveranstaltung in der Cinecittà in Rom vor rund 10 000 Zuhörenden zu singen. Solche Events sind Herzklopfen und Fortuna pur. Doch Auftritte in der Heimat bieten das Sahnehäubchen obendrauf.