Jagd
Solothurner Jäger sind alles andere als Bambi-Romantiker

Jetzt treffen sie sich wieder zu Dutzenden in den Solothurner Wäldern. Der Oktober ist die Zeit der Gesellschaftsjagd. Mit Flinten, Treibern und Jagdhunden geht es auf die Jagd nach Rehen, Wildschweinen und Füchsen.

Christof Ramser
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Jagdhornklänge sind untrennbar mit der Herbstjagd verbunden.

Jagdhornklänge sind untrennbar mit der Herbstjagd verbunden.

zvg

Gestern Samstag etwa im Unteren Leberberg, im Revier von Günsberg. Es ist eine beliebte Tradition im Herbst, genauso wie die Wildsaison in Restaurants.

Auch ausserhalb ihrer Reviere sind die Solothurner Jäger aktiv. Politisch setzen sie sich dafür ein, dass sie künftig weniger für die Wildsau-Schäden zahlen müssen. An sämtliche Schäden, die von Wildschweinen verursacht werden, müssen die Jagdvereine die Hälfte bezahlen. «Das kann schnell einmal in die Tausende gehen», sagt Walter Frei, Präsident des Hegerings Leberberg. Eigentlich sei die Regelung paradox. Denn bis das Wild erlegt wird und ins Eigentum der Jagdgesellschaft übergeht, ist es herrenlos. Er macht sich dafür stark, dass das Jagdgesetz revidiert wird. 2018 soll es so weit sein. Dann bezahlen die Jäger noch 35 Prozent der Kosten. «Das ist immer noch viel, aber viel besser als die heutige Situation», sagt Frei.

Luchs verärgert die Jäger

Sorgen bereitet den Jägern auch der Luchs. Dieser hat sich im Leberberg in den vergangenen Jahren ausgebreitet. Auf rund 20 Tiere schätzt er den Bestand. «Wir müssen das zähneknirschend akzeptieren», sagt Walter Frei. Denn die Raubkatzen mit den markanten Haarpinseln fressen den Jägern das Wild weg. Pro Woche brauche ein Luchs ein ausgewachsenes Reh. Aber auch junge Wildschweine oder Gämsen stünden auf dem Speiseplan. Zudem dränge der Luchs das Wild in die Witi und Richtung Unteren Leberberg, wo dieses überfahren werde. Schliesslich werde das Wild scheuer und zeige sich seltener.

Im Solothurner Jura betrage der Bestand inzwischen über 3 Tiere pro 100 Hektaren, so Frei. Um die Akzeptanz des Luchses unter den Jägern zu stärken, zahlt die Jagdverwaltung jährlich eine Entschädigung an die Jagdreviere.