Rüttenen

Soll die ARA saniert oder stillgelegt werden?

Die ARA nach der letzten grossen Sanierung im Jahr 2004.

Die ARA nach der letzten grossen Sanierung im Jahr 2004.

Die Gemeinde Rüttenen muss so oder so in die ARA investieren. Möglich ist die Sanierung oder ein Anschluss an die ZASE in Zuchwil.

Im Kanton Solothurn gibt es grosse Abwasserreinigungsanlagen (ARA) die von Verbänden betrieben werden und denen mehrere Gemeinden angehängt sind und es gibt kleine Anlagen, die in aller Regel nur für ein einziges Dorf gebaut wurden. Die ARA in Rüttenen gehört zur zweiten Kategorie. Die meisten kleinen Anlagen sind 40 Jahre alt und älter und müssen in den nächsten Jahren saniert werden. Am Montagabend wurde im Gemeinderat eine Studie präsentiert, die der Kanton finanziert hat. Soll die ARA saniert werden, oder soll man sie aufgeben und sich der ZASE in Zuchwil anschliessen?

In jedem Dorf anders

«Für uns ist klar, dass die Lösung, die getroffen wird für die Gemeinde zahlbar, machbar und tragbar sein muss», erklärte Christoph Bitterli zu Beginn seiner Erklärungen. Bitterli ist im Amt für Umwelt in der Abteilung Gewässerschutz tätig. Rüttenen sei nicht die einzige Gemeinde, in der über die ARA diskutiert werde. Gerade eben habe man entschieden, dass die ARA in Nunningen 2020 saniert werde, weil der Anschluss an eine grössere Anlage unverhältnismässig teuer sei. Andere kleine Anlagen, wie etwa diejenige in Lüsslingen-Nennigkofen, gebe man auf. «Die Situation ist in jedem Dorf differenziert anzusehen», so Bitterli. Grundsätzlich würden die kleinen Anlagen nicht schlechter funktionieren als die grossen.

Das spezielle an der Situation in Rüttenen ist die Tatsache, dass das gereinigte Wasser aus der ARA in den Verenabach und die Verenaschlucht fliesst. Aus diesem Grund sei der Bach mehrmals beprobt und auf die Wasserqualität hin untersucht worden. Die Grenzwerte für Phosphor seien dabei mehrfach überschritten worden. Das selbe gelte für Stickstoff und Nitrat. «Die Verbesserungen in der Anlage seit 2011 zeigen aber Wirkung.» So habe sich der Bestand an Kleintieren in der Bachsohle und im Bach in den letzten Jahren erholt. Trotzdem lasse sich nicht wegdiskutieren, dass man den Einfluss der ARA im Bach geruchlich und auch optisch feststellen könne. «Die Anforderungen an die Wasserqualität werden nicht immer eingehalten.» Von Baden im Bach werde deshalb abgraten. Grundsätzlich, so Bitterli, funktioniere die ARA in Rüttenen gut. Problematisch sei aber das Mischverhältnis des Wassers im Bach, weil der Verenabach selbst nur wenig Wasser führe.

Trockenheit im Kanton der Verenabach zuunterst der Verenaschlucht da fliesst nichts mehr, 200 m weiter oben ist das Bitzeli Wasser gestaut und wird in das Baechlein, das neben dem Weg fliesst, geleitet

Der Verenabach führt nur sehr wenig Wasser und trocknet schnell aus.

Trockenheit im Kanton der Verenabach zuunterst der Verenaschlucht da fliesst nichts mehr, 200 m weiter oben ist das Bitzeli Wasser gestaut und wird in das Baechlein, das neben dem Weg fliesst, geleitet

Wenn man sich dazu entschliesse, die ARA weiterhin zu behalten, dann müssten weitere Investitionen getätigt werden. Bitterli rechnet mit Neuinvestitionen von 340'000 Franken. Die Betriebskosten dürften sich anschliessend auf jährlich rund 135'000 Franken belaufen. Würde Rüttenen an die ZASE angeschlossen, müssten zwischen 0,94 und 1,09 Mio. Franken investiert werden. Die Betriebskosten würden in der Folge aber voraussichtlich auf rund 79'000 Franken jährlich sinken. Abschreibungen und Werterhalt müsste bei beiden Varianten ebenfalls in die Gesamtkosten eingerechnet werden. Insgesamt dürfte der Anschluss an die ZASE letztlich leicht günstiger werden. «Für die Sanierung der ARA gibt es keine Beiträge vonseiten des Kantons. Bei einem Anschluss an eine grosse Anlage aber schon», so Bitterli.

Wasser einer anderen Quelle?

Unklar sei, so Bitterli, wie der Verenabach aussehe, wenn das Wasser aus der ARA nicht mehr eingeleitet werde. Eine Idee wäre es, das überschüssige Wasser aus der Widlisbachquelle künftig in den Verenabach einzuleiten. «Es gibt aber keine Abklärungen, ob dies möglich ist und wir haben auch nicht mit der Bürgergemeinde Langendorf gesprochen, die diese Quelle nutzt», machte Bitterli deutlich. Die Idee sei wegen der Nähe der Quelle zum Bach entstanden. Jetzt werde das Wasser in Langendorf in den Bach geleitet.

Der Gemeinderat Rüttenen hat genügend Zeit, über die Varianten für die ARA zu reden. Die Betriebsbewilligung des Kantons gilt noch bis 2023.

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