Recherswil
Soll das Gemeindepräsidium gestärkt werden?

Der Gemeinderat Recherswil legt nun zwei Varianten vor, wie die Mehrbelastung aufgefangen und die Gemeinde künftig organisiert werden könnte.

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Die Bevölkerungszahl stieg in den letzten Jahren von 1600 auf 2000 an.

Die Bevölkerungszahl stieg in den letzten Jahren von 1600 auf 2000 an.

Rahel Meier

Recherswil wächst rasant. Das fordert seinen Tribut. Führung und Verwaltung werden teurer. Dynamisch und positiv, so entwickelt sich Recherswil gemäss eigener Darstellung. Die Einwohnerzahlen stützen diesen Befund. In den vergangenen vier Jahren ist die Gemeinde stark gewachsen. Die Bevölkerungszahl stieg von 1600 auf 2000 an. Der Trend soll sich unter anderem durch die Zentrumsüberbauung fortsetzen.

Bereits heute aber sei die Gemeindeverwaltung mit den aktuell 210 Stellenprozenten überlastet. Und auch Gemeindepräsident Hardy Jäggi arbeitet über das bezahlte 20-Prozent-Pensum hinaus. In einer Aufgabenübersicht wird der tatsächliche Aufwand auf 40 bis 50 Prozent beziffert.

Die Variante «Fondamento» sieht einen Ausbau der Gemeindeverwaltung vor. Diese übernimmt vom Gemeindepräsidium die Verwaltungs- und Personalführung. Die Verwaltung wird um 40 Stellenprozente aufgestockt, zuzüglich einem Zuschlag für die Verwaltungsführung.

Die Mehrkosten betragen 44'000 Franken pro Jahr. Das sind rund 10 Prozent mehr als heute. Auch der Gemeinderat entlastet in dieser Variante den Präsidenten und erhält zusätzliche Sitzungsentschädigungen. Diese fallen dann beim Präsidium weg, wo aber die Pauschalentschädigung leicht aufgestockt wird.

Vom Nebenamt zum Teilamt?

Die Variante «Faro» dagegen stärkt das Gemeindepräsidium. Das beinhaltet künftig unter anderem Repräsentation, Legislaturplanung, Ortsplanung sowie die Verwaltungs- und Personalführung. Das Pensum wird auf 50 Prozent erhöht. Der Aufwand der Gemeinderäte verbleibt dagegen bei umgerechnet 30 Prozent, die Verwaltung erhält 15 zusätzliche Stellenprozente. Die Mehrkosten werden auf 64'000 Franken pro Jahr beziffert. Das sind rund 13 Prozent mehr als heute.

In jedem Fall werden sich die Kosten für Gemeindepräsidium, Gemeinderat und Verwaltung erhöhen. Derzeit sind dies rund 500'000 Franken jährlich. Bis zum 2. April kann sich die Bevölkerung nun in einer Vernehmlassung zu den Vorschlägen äussern. Das letzte Wort hat die Gemeindeversammlung. Sie entscheidet am 8. Juni, wie die Gemeinde künftig geführt werden soll. (crs)