Deitingen ist die Sorge los, was nach dem Wegzug der ABB kommen wird. Mit dem Solarmodul-Hersteller Megasol Energie AG übernimmt ein Global Player aus der Region das Areal, auf dem bis Mitte 2014 ABB Turbo Systems AG produzierte. Was der heutige Megasol Geschäftsführer Markus Gisler als 12-Jähriger vor über 20 Jahren in der elterlichen Garage begann, findet nach einem starken Wachstum in den letzten fünf Jahren seine Fortsetzung mit dem Kauf der Immobilie in der Gemeinde Deitingen.

Megasol konzentriert auf dem 20 000 Quadratmeter grossen Areal die Tätigkeiten der vier bisherigen Standorte in der Schweiz. Zirka 70 Arbeitsplätze werden von Wangen an der Aare (Entwicklung, Verkauf, Administration), Langenthal (Produktion), Wiedlisbach (Logistik) und Zuchwil (Aussenlager) abgezogen. Wenn die letzten Auftragsmodule in Langenthal in diesem Herbst produziert sind, erfolgt ein vier- bis sechswöchiger Produktionsstopp, um den Umzug nach Deitingen bewältigen zu können.

Danach wird die vollautomatische Produktionsstrasse für Solarmodule, laut Megasol die grösste in der Schweiz und eine der grössten in Europa, hochgefahren. Angestrebt wird ein wesentlich grösserer Ausstoss im Vergleich zur aktuellen Produktionsmenge. «Die Produktionsfläche am neuen Standort vergrössert sich um den Faktor 4», erklärt Daniel Sägesser, Mitglied des Gründerteams und zuständig für Marketing und Vertrieb.

In fünf Jahren 200 Arbeitsplätze

Mit den sechs aneinander gebauten Fertigungshallen und dem vierstöckigen Bürogebäude stehen 12 000 Quadratmeter Geschossfläche zur Verfügung. Die zusätzliche Hektare Baulandreserve biete zudem eine langfristige Perspektive. «Wir haben grosse Zukunftspläne», berichtet Daniel Sägesser. Am neuen Standort sollen in den nächsten fünf Jahren insgesamt zirka 200 Arbeitsplätze entstehen. Einen grossen Teil will Megasol schaffen. Das Areal wird aber zusätzlich geöffnet.

Gleichzeitig mit dem Liegenschaftskauf wurde die Cleantech Businesspark AG gegründet. Im Visier ist die Ansiedlung weiterer Unternehmen, die etwa in den Bereichen nachhaltige Mobilitätssysteme, Speichertechnologien, nachhaltiges Bauen etc. tätig sind. «Wir haben bereits Firmen gewinnen können.» Namen kann Sägesser noch keine nennen. Im Businesspark oder genauer gesagt Innovationspark will man sich gegenseitig befruchten und Entwicklungen im Cleantech-Bereich vorantreiben.

Massgeschneiderte Produkte

Megasol ist nicht nur in der Schweiz unterwegs. Sie ist in 18 Ländern vertreten und betreibt in China eine Produktionsstätte in der Nähe von Shanghai mit 120 Mitarbeitenden. «Wir sind nicht so gross, wie andere Solarmodul-Hersteller in Japan oder China, aber wir sind breit aufgestellt», sagt Daniel Sägesser. Damit Megasol bestehen kann, konzentriert sich die Firma nicht auf ein Standardmodul, das andernorts allenfalls günstiger produziert werden kann.

Die grosse Stärke von Megasol seien die innovativen Produkte und die gute Zusammenarbeit mit Hochschulen in der Entwicklung. «Unsere Brötli verdienen wir vor allem mit den Spezialprodukten.» Das sind massgeschneiderte Solarmodule, die in Gebäuden integriert werden können, etwa Solarziegel oder Fassadenteile. Dazu sei es nötig, die Produktion in der Schweiz auszuweiten, um die Nähe zum Markt gewährleisten zu können. «Diese strategische Ausrichtung ist unsere Stärke», sagt Sägesser.

Wegweisende Kombination

Mit Paul Schär hat Megasol einen erfolgreichen Holzbauunternehmer für den Verwaltungsrat der Cleantech Businesspark AG gewinnen können. «Mit dem Inhaber und Geschäftsführer der Hector Egger Holzbau AG in Langenthal holen wir uns auch Kompetenzen ins Team, die wir für den Aufbau des Businessparks brauchen können.» Nicht nur das.

Die Hector Egger AG ist im Holzbau sehr innovativ unterwegs. Die Kombination nachhaltiger Holzbautechnik mit Solarmodultechnik sei wegweisend. «Holz und Glas, das passt bestens zusammen», so Daniel Sägesser.