Derendingen

So wird aus Livemusik, vermischt mit Projektionen, eine Pop-Up-Ausstellung

In der «Giessi» Derendingen fand «Der andere Liederabend» mit Künstler Franco Müller statt.

«Der andere Liederabend»: Was dieser Titel genau verspricht, ist dem Besucher grösstenteils unbekannt. Doch er scheint viele Leute anzulocken, denn in der ehemaligen Giessereihalle in Derendingen tummeln sich zahlreiche Besucher, um den Abend mitzuerleben.

Eine Bühne, eine Leinwand, eine Band und fünf Fernseher, die nebeneinander aufgereiht sind, sind das Hauptequipment des «anderen Liederabends». Und vor der Leinwand natürlich Künstler Franco Müller, der die weissen Flächen im Verlaufe des Abends mit Farbe schmückt.

Lieder werden zeichnerisch umgesetzt

Die Stimmung ist ausgelassen und in den Pausen während den Umbauten wird geredet und gelacht. Aber kaum geht die Musik an und das Licht aus, verfolgen alle gespannt das Geschehen auf der Bühne. Rund zwanzig Minuten dauert jedes der vier Lieder, die Zeit scheint aber wie im Fluge zu vergehen. Mit einem Beamer werden verschiedene Bilder und Videos auf eine 2,4 mal 3,4 Meter grosse Leinwand projiziert. Diese werden mit zielstrebig geführten Pinselstrichen von Franco Müller über-, aus-, oder untermalt.

So ist zum Beispiel beim ersten Bild immer mal wieder eine kurze Einblendung von Donald Trump zu sehen. «Es geht darum, nicht nur Sachen, die einem gefallen, sondern auch Dinge, die einem unter Umständen stören, mit einzubauen, anstatt sie wie gewöhnlich wegzuradieren», erklärt Franco Müller. Der Künstler wurde 1962 in Bern geboren und ist heute wohnhaft in Solothurn.

Eigentlich ist er Teil der Band BalmJam, die den Abend musikalisch begleitet hat. Er hat sich aber für einen Abend ausgeklinkt, um live zur Musik zu zeichnen.
Jedes seiner Bilder hat einen eigenen Stil, eine eigene Geschichte. «Es geht bei den Projektionen auf der Leinwand darum, Digitales mit Analogem zu vermischen. Wenn man unterwegs ist, sieht man die verschiedenen Sachen direkt. Am Schluss stellt man aber den Strom ab und dann bleibt nur noch das Analoge bestehen.»

Die Idee vom «anderen Liederabend» kam zuerst von Kurt Hostettler, einem der Hauptorganisatoren des Abends und Mitglied im DingKultClub Derendingen. Er habe die Idee für einen Liederabend gehabt, sei damit zu Franco Müller gegangen und dieser habe es dann auf seine Art umgesetzt. Bei den Besuchern findet der Anlass auf jeden Fall Anklang. «Es ist schön mitzuerleben, wie etwas entsteht und nicht nur das Endprodukt zu sehen», meint Gabriele Stähli, eine der Besucherinnen. «Die Musik war optimal, wie sie das Ganze untermalt und getragen hat. Es hat gezeigt, wie der Künstler etwas darstellt», fügt Lotte Weber hinzu.

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