Wie die Abfallentsorgung früher funktionierte, erfuhren die 60 Personen der dritten Buechibärger Erlebnistour in Messen. Bis im Jahr 1976 landete nämlich jeglicher Abfall, inklusive ausgediente Geräte wie etwa Kühlschränke, in der Grube im Moos Messen. Später diente die Grube zur Lagerung von Grünzeug. Im Jahr 2006 schliesslich verwirklichte die Umweltkommission ihre Idee, hier ein Rückzugsgebiet, ein eigentliches Paradies, für Tiere zu schaffen.

Zivilschutz, Schulklassen und viele Freiwillige halfen, die Grube mit wenig Erdbewegung zu sanieren. «Als erstes wurden die unterschiedlichsten Sträucher und Bäume gepflegt», sagte Urs Scheidegger von der Umweltkommission, der die Interessierten durch den einstigen Entsorgungsort führte. Steinhaufen und aufgeschichtete Äste ziehen Tiere und Insekten an. Urs Scheidegger erzählte von gesichteten Feldhasen, Dachsen, Füchsen, Schleiereulen, Milanen, vielen Insektenarten, aber auch Ringelnattern und Blindschleichen. Die Wiese, bestückt mit unzähligen Gräserarten, wird jeweils erst nach dem 15. Juni geschnitten. Das auf Holzstangen pyramidenförmig zu Tristen aufgeschichtete Heu dient Hasen und Rehen als Nahrung. Als Letztes wurden zwei Teiche angelegt, die im Frühling bereits mit Kaulquappen bevölkert waren. Zur Mithilfe konnten Schulklassen von Messen begeistert werden.

Eine gemeinsame Fahrsiloanlage

Dass im Limpachtal nur sehr wenig Siloballen anzutreffen sind, hat seinen guten Grund: Zehn Bauernbetriebe – bei der Gründung im Jahr 2002 waren es deren sechs – betreiben zusammen die Fahrsilogemeinschaft Messen. Entgegen den Hochsilos können die Fahrsilos, ausgestattet mit Betonboden- und Seitenwänden, befahren werden.

Gemeinsam legen die Landwirte jeweils im Frühling das Datum zum Silieren ihrer rund 75 bis 80 Hektaren grossen Grasflächen fest. «Innerhalb von 30 Stunden muss sämtliches Gras in den Silos liegen, sonst geht Energie verloren», informierte Landwirt Jakob Spielmann aus Messen. Anfang Mai wurden heuer 175 Ladewagen eingebracht. Die Mengen pro Betrieb werden dabei genau festgehalten. Das Siliergut wird verdichtet und luftdicht mit speziellen Folien abgedeckt. Im Winter holen die zehn Bauern des Limpachtals aus den Kantonen Solothurn und Bern einmal pro Woche das Futter ab. Ein am Traktor befestigter Siloblockschneiders teilt das Siliergut in kompakte, abgewogene Blöcke.«Die Topografie des Limpachtals ist ideal für diese Fahrsilogemeinschaft, bestimmt für Gras und Mais, die wirtschaftlich wie auch arbeitstechnisch gegenüber den Hochsilos nur Vorteile bringt», so Spielmann. Material von rund 4000 Siloballen lagert Ende Jahr in den sechs Silos. Ein beteiligter Landwirt hob aber auch den sozialen Aspekt hervor. «Früher haben sich die Bauern täglich in der Käserei getroffen. Ich schätze den wöchentlichen Austausch zwischen den Kollegen», erwähnte er.

Das Soziale kam auch bei der anschliessend offerierten obligaten Buechibärger Wurst zum Tragen, verbunden mit einem bezaubernden Blick über die Flächen des Limpachtals.