Vor Weihnachten wurde der Gestaltungsplan «Linde», zum Bau von Seniorenwohnungen im Zentrum von Kriegstetten, verabschiedet. Bis Ende Jahr soll das Baugesuch eingereicht werden. Gebaut werden drei Mehrfamilienhäuser mit 36 altersgerechten Wohnungen. Damit kann ein Projekt umgesetzt werden, das den Behörden der Gemeinde schon lange ein Anliegen war. Der Weg bis zum Gestaltungsplan war etwas allerdings steinig. Schon im Jahr 2009 gab es nämlich einen Kaufrechtsvertrag zwischen der Gemeinde Kriegstetten und den damaligen Besitzern der Parzelle GB Nr. 65, dem sogenannten «Zimmermann»-Areal.

2011 wurde das Grundstück dann erworben. Weil es in der Ortsbildschutzzone, gegenüber der St. Mauritius-Kirche lag, und das alte Bauernhaus als erhaltenswert eingestuft wurde, gab es viele Diskussionen, wie eine mögliche Bebauung aussehen kann. Im Sommer 2015 waren zwei mögliche Investoren vorhanden und die Firma Müller+Partner (Langenthal) erhielt den Zuschlag. «Der Gemeinderat hat nach einer Variantenstudie den strategischen Entscheid gefällt, dass das Projekt durch einen Privaten Investor realisiert werden sollte, jedoch die Gemeinde ein Mitwirkungsrecht bei der Bedürfnisevaluation behält», erklärt Gemeindepräsident Simon Wiedmer diese Vorgehensweise.

Mehrere Workshops

«Wir haben uns dann dazu entschieden, in einem Workshopverfahren Möglichkeiten aufzuzeigen, wie das Areal überbaut werden könnte», meint Beat Müller. Die kantonalen Behörden hatten zu dieser Zeit bereits signalisiert, dass ein Abbruch oder Teilabbruch des Bauernhauses möglich wäre, wenn «im Rahmen der ohnehin nötigen Nutzungsplanung ein qualitativ hochstehendes Ersatzbauprojekt vorliegt, das aus einem Qualitätsverfahren hervorgeht und die genannten städtebaulichen Prinzipien berücksichtigt.» Schritt für Schritt wurde der Gestaltungsplan, wie er heute vorliegt, in einer neunköpfigen Arbeitsgruppe entwickelt. Mit dem Projekt wird zudem eine innere Verdichtung erreicht.

Der mittlere der drei neuen Baukörper, nimmt in seiner Dimension fast genau die Konturen des ehemaligen Bauernhauses auf und steht entlang der Hauptstrasse vis-à-vis der katholischen Kirche. «Dieses Gebäude bildet den Schwerpunkt der neuen Überbauung und wirkt gewollt eher dominant», erklärt Patrik Arm (Architekt, Müller+Partner). Vor diesem Haus soll zudem ein halböffentlicher Platz entstehen. Das Kirchenschiff der St. Mauritius-Kirche ist ganz genau nach Ost-West ausgerichtet. Von der Strasse aus ist es nicht auf den ersten Blick zu sehen, aber die Kirche steht leicht schräg zur Strasse.

Der Neubau nimmt die Flucht der Kirche auf und steht so ebenfalls gewollt leicht schräg. Die beiden anderen Baukörper stehen in Richtung Ost-West und lassen genügend Freiraum, dass sich der dahinter liegende Grünraum wie in zwei Zungen bis zur Strasse hinziehen kann.

Die Bauten werden rund 12 Meter hoch, das sind drei Vollgeschosse und ein Attikageschoss. Die Fassade ist aus Holz und wird bewusst mit Quer- und Längselementen gestaltet. «Damit man sich das besser vorstellen kann, nennt man dies auch ‹Crèmeschnittenbauweise›», lacht Müller. Gegen die Strasse hin, sollen kleine Vorbauten den Wohnungen im Parterre etwas Privatsphäre ermöglichen. Auf der Süd- und der Westseite dominieren durchgehende Balkone und viel Glas das Bild. Rund die Hälfte der Wohnungen werden 3,5 Zimmer haben. 11 sind 4,5-Zimmer-Wohnungen und dann kommen noch sieben 2,5-Zimmer-Wohnungen dazu. In einem der Gebäude soll es Eigentumswohnungen geben.

Die restlichen Wohnungen werden vermietet. Eine Einstellhalle und ein Gemeinschaftsraum vervollständigen die Überbauung. Rund um die drei Gebäude soll ein altersgerechter Spazierweg für die Bewohner erstellt werden. Eine Pergola bietet im Sommer einen Schattenplatz. Die Energie wird mittels einer Wasserwärmepumpe und einer Photovoltaikanlage erzeugt.