Interkantonal
So gehts an der Schafausstellung in Deitingen zu und her

Am Wochenende fand in Deitingen die 48. interkantonale Schafausstellung statt. Jungtiere, Mutterschafe und Widder wurden frühmorgens von Experten bewertet. Der weisse Alpenbock Riano stach besonders ins Auge.

Melanie Riedi
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Interkantonaler Schafaustellungsmarkt Deitingen
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Interkantonaler Schafaustellungsmarkt Deitingen
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Interkantonaler Schafaustellungsmarkt Deitingen

Michel Lüthi

Es ist eiskalt und schneit wie verrückt, als Experten aus der ganzen Schweiz die Halle des Pferdesportzentrums Russmatt in Deitingen betreten. Darin befinden sich über 600 Schafe. Ihre Besitzer erhoffen sich Bestnoten. Wer hier ein Gespräch führen möchte, ohne zu schreien, kann das bei dem Geblöke gleich vergessen.

«Die Schafe blöken so laut, weil sie nicht mehr in ihrem Stall sind», sagt Heinz Bieri aus Oekingen, Marktpräsident und Präsident des Solothurner Schafzuchtverbands. Er ist schon lange fasziniert von den flauschigen Viechern: «Schöfele isch e Chrankheit. Unheilbar, aber nid tödlech», sagt er.

Unter den ausgestellten Tieren, die alle im Alter zwischen vier Monaten und bis über vier Jahre sind, befinden sich weisse Alpen-, schwarzbraune Berg-, braunköpfige Fleischschafe, Texel- und Suffolkschafe sowie eine Rasse französischen Ursprungs. Sie sind ganz unterschiedlich beschäftigt.

Ein Widder versucht zu dösen, ein Jungtier schaut neugierig dem Treiben in der Halle zu und ein Mutterschaf scheint seine Artgenossen besonders lautstark unterhalten zu wollen. Ein Kandidat hätte jetzt schon Grund zur Freude: Der stämmige Prachtkerl heisst Riano, ist ein Widder der Rasse «weisses Alpenschaf», fast drei Jahre alt und trägt für zwei Tage die Nummer 74. Der Bursche ist Heinz Bieris persönlicher Favorit der Ausstellung: «Er ist einfach ein Star».

«Unglaublich gerader Rücken»

Wovon wohl jeder Züchter träumt, das ist für den Besitzer des 170-Kilo-Kalibers jetzt wahr geworden: Der Schafbock von Hans Gerber aus Aarwangen wurde dreimal mit der Note sechs bewertet. Das tönt nach einem komplizierten und langwierigen Verfahren – ist es aber nicht. «Ein Experte mit einem geschulten Auge kann ein Schaf innert zweier bis dreier Minuten bewerten», erklärt Bieri.

Als Erstes beurteilt er den «Typ» des Schafs: «Riano hat einen unglaublich geraden Rücken, eine beeindruckend kräftige Brust und eine enorme Körperlänge.» Dann wird das sogenannte Fundament bewertet: «Seine Beine sind sehr stark und die Fesseln kurz. Er ist eben ein richtiger Widder!», sagt der Oekinger und lacht voller Freude drauflos.

Die Innenkeulen, die sogenannten Gigots, seien ebenso bemerkenswert. Und wer hätte es gedacht: Auch für seine Wolle kriegt das Riesenvieh die Bestnote. «An diesem Widder gibt es einfach nichts zu kritisieren.» Oder vielleicht doch? Lustigerweise trifft die Autorin mit der Frage nach der Besonderheit von Rianos Kopf voll ins Schwarze. «Gut, wenn ich irgendwo eine kleine Korrektur anbringen müsste, dann dort. Sein Maul dürfte noch etwas breiter und die Falten auf der Nase ausgeprägter sein. Hout eifach chli meh e Bockgring sött är ha», gibt Bieri zu.

«Nur noch das beste Heu»

Bei der Frage, wo denn das Geheimnis von Rianos Erfolg liege, kommt der Marktpräsident auf die vergangene Saison zu sprechen: «Dieser Widder hat den letzten Sommer auf einer Alp im Kiental verbracht. Er konnte die besten Alpenkräuter und -pflanzen futtern und war stets an der frischen Luft.»

Der Bewertungserfolg könne einem Tier auf Dauer aber schaden. Denn da die Ranglistenspitze an den Ausstellungen in den letzten Jahren immer näher aufeinander gerückt sei, hegten und pflegten nun viele Schafbesitzer ihre Schützlinge fast zu stark. «Manche bekommen nur noch das beste Heu.

Diese verwöhnten Kerle sollten aber nicht verhätschelt werden, sondern stets in guter Kondition und vor allem fruchtbar sein», weiss Bieri. Deshalb ist es wahrscheinlich ein Glück für den top bewerteten weissen Alpenbock, dass er die besondere zusätzliche Auszeichnung zum «Mister» seiner Kategorie dann doch nicht bekommen hat.