Gemeinderatssitzung

«Silbergarten» stärkt den Standort Derendingen

Im Gemeinderat wird das Projekt «Silbergarten» vorgestellt. Geplant sind ein drei- und ein zweistöckiges Gebäude, je mit Attika.

Der Gemeinderat stimmt dem Verkauf von gemeindeeigenem Land an der Hauptstrasse für eine Überbauung zu.

Gegen 30 Gäste zählte der Gemeinderat an seiner Budget-Sitzung. Die Gäste kamen aber nicht wegen der Finanzen. Sie waren als Anwohner zur Information über das Projekt Silbergarten eingeladen. Von Gemeindepräsident Kuno Tschumi erfuhren sie, dass der Name des Projekts nicht eine neumodische Erfindung für Alterswohnungen ist, sondern Bezug nimmt auf den Silberweg, der rückwärtig zum Areal führt.

Acht Jahre habe er, so Tschumi, darauf hingearbeitet, an der Hauptstrasse 13 bis 21 eine Entwicklung im Sinne der Verdichtung hinzubringen. Mit den Liegenschaftsbesitzern sei Kontakt aufgenommen worden. Zwei Parzellen (GB 698 und 699) konnte die Gemeinde erwerben. Für diese beiden Parzellen, Hauptstrasse 13 bis 17, habe man einen Investor für eine Überbauung gesucht.
2017 vereinbarte der Gemeinderat mit Implenia Schweiz AG eine Landabtretung, innert dreier Jahre sei ein Projekt vorzulegen. Knapp zwei Jahre später gab Implenia das Projekt weiter an die Impact AG, die nun ihre Pläne vorstellte.

Zwei Fliegen auf einen Schlag

«Im Fokus hatten wir eine Stärkung unseres Dienstleistungsangebots», erklärte Tschumi. Zudem sollte ein sozialer Mehrwert für das Dorf herausschauen. Beides sei erreicht worden. Es bestünden schriftliche Vereinbarungen mit Denner sowie mit Interessenten für eine Gemeinschafts-Arztpraxis. Derendingen habe innert kurzer Zeit vier seiner sechs Arztpraxen verloren. In den beiden geplanten Gebäuden sollen zudem 23 barrierefreie 2½- und 3½-Zimmer-Wohnungen entstehen.

Die Mietwohnungen sollen allen Interessenten zur Verfügung stehen. Sie seien so konzipiert, dass man diese bis ins hohe Alter bewohnen kann, eignen sich aber auch für Menschen, die beispielsweise auf einen Rollstuhl angewiesen sind. Investor ist die Vermögensverwaltungsgesellschaft Invethos, deren Aktionäre nicht auf den schnellen Gewinn aus seien, so ein Vertreter der Firma.

Nach der detaillierten Vorstellung des Projekts durch Investoren und Planer kam in der Fragerunde mit den Anwohnern vor allem ein Thema zur Sprache: das Grundwasser. Der Wasserstand sei hoch in diesem Gebiet, und ob dies beim Planen berücksichtigt worden sei. Die Vertreter des Projekts konnten dazu nicht genau Auskunft geben. Es wurde aber versichert, dass man mit einem Geologen zusammenarbeite und auch nicht wolle, dass die Nachbarn wegen der Neubauten Probleme mit dem Grundwasser bekommen. Ein Anwohner wollte zudem wissen, ob die Zufahrt auf seine Parzelle tangiert werde. Dies soll nun noch vertieft angeschaut werden, denn Sinn und Zweck der Information sei es auch, so Tschumi, mögliche Einsprachen frühzeitig zu erledigen, damit das Projekt zügig realisiert werden kann.
Im Gemeinderat wurde das Projekt von allen Parteivertretern positiv gewürdigt. Einstimmig beschloss man den Verkauf der beiden Parzellen mit 3248 Quadratmetern Fläche für 400.25 Franken pro Quadratmeter an den Investor. Das letzte Wort hat bei diesem Geschäft die Gemeindeversammlung.

Etwa 30 Budgets im Gemeinderat vorgestellt

Neben dem «Silbergarten» diskutierte der Gemeinderat noch zwei gewichtige Geschäfte. Nicht öffentlich war die Vorlage zur Neuorganisation der Behörden- und Verwaltungsstruktur. Öffentlich war die abschliessende Lesung des Budgets 2020. Letztmals präsentierte der in Pension gehende Finanzverwalter Peter Weibel ein Budget. Etwa 30 habe er insgesamt vorstellen dürfen. Dementsprechend routiniert führte er durch das Budget 2020. Dass es nicht das rosigste sein würde, war im vorneherein absehbar. «Derendingen Mitte», der Hallen- und Schulneubau für über 35 Millionen Franken im Zentrum Derendingens, fordert seinen Tribut. Erstmals, ein Jahr früher als geplant, taucht in der Rechnung ein Abschreiber für «Derendingen Mitte» in der Höhe von 727 000 Franken auf. Die Erfolgsrechnung 2020 prognostiziert einen Aufwandüberschuss in der Höhe von 977 000 Franken. Dies bei einem Ertrag von 39,49 Mio. Franken. Die Nettoinvestitionen betragen 10,82 Mio. Franken.

Für Markus Zürcher, Präsident der Finanzkommission, besteht kein Grund zur Beunruhigung. Für ihn sei das Budget plausibel, zudem seien die Steuererträge eher vorsichtig gerechnet. Die Parteivertreter waren sich einig, dass in den nächsten Jahren keine grossen Sprünge möglich sein werden. Mit dem in den letzten Jahren aufgebauten Eigenkapital könne man aber Dellen in den Rechnungen überstehen. «Es ist nicht Zeit für Hysterie, wir sind im Plan», brachte es Markus Baumann (SP) auf den Punkt.

Der Gemeindepräsident erinnerte aber seine Kolleginnen und Kollegen daran, dass ein grosses Projekt trotzdem noch einen finanziellen Effort erfordere. Mit der Neuorganisation der Verwaltung brauche es zusätzliche Arbeitsplätze und damit auch infrastrukturelle Ausgaben. «Sollen wir Zelte für die Leute aufstellen? Das muss noch gemacht werden, das ist keine Verschwendung», warb er bereits jetzt.

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