EVL ist ein Name, den man nach Belieben und für fast jeden Zweck modifizieren und interpretieren kann. So passte schon «Echo vor Lorraine» oder «Ensemble vom Landhausquai», und am Wochenende wäre «Eini vo Lüssligkofe» auch zutreffend gewesen. EVL möchte aber auch ein bisschen böse sein, wenigstens zu drei Vierteln, aber das gelingt nicht. Denn das Repertoire des Septetts will es allen recht machen, und die Interpretation der Covers gefällt dann auch jedermann.

Das Septett wählt seine Nummern aus Hits, Evergreens und Ohrwürmern der letzten siebzig Jahre. Dabei kommen Sam Cooke, Nat King Cole und Norah Jones ebenso zum Zug wie James Brown, Red Hot Chili Peppers, White Stripes oder Patent Ochsner. Die Arrangements werden geschickt auf die sieben unterschiedlichen Stimmen abgestimmt und von der Beatbox Yves Wälchli rhythmisch gehörig auf Vordermann gebracht, während Lukas Kümin mit seinen vokalen Basslines das Ganze erdet. Auf solch solidem Grund können sich die Leadstimmen optimal entfalten. So gefällt etwa Andreas Kaufmann mit seinem tragenden Klangorgan in Jones› «Don’t know why» sehr.

Überzeugend das weibliche Klangregister mit der einheimischen Sängerin Julia Felchlin, welche einmal süss («Lollypop») und ein andermal soulig und fast frech Joss Stone interpretiert. Und das wunderbare Timbre der Stimme von Tina Dauwalder war einer der Höhepunkte des Abends. Ihr Kürzel lautet zurecht B. B., zu lesen sowohl als Reminiszenz an den Blues (King), an die Tochter von Bill (Kill Bill) und als Bio-Bibe. Nicht ohne Ironie ist, dass sie als Doktora der Biologie «Don’t know much about biology» sang. Tobias Ruprecht zeichnete für ein James-Brown-Medley verantwortlich (Sex machine, Papa’s got a brand new bag, Cold sweat). Thomas Ulrich schliesslich zollte mit «Globetrotter» dem Berndeutschen Tribut. Mit teilweise bombastischen Showeffekten riss die Combo das Publikum immer wieder mit.

Alles nur mit den Stimmen

Wenn nicht selber am Lead, sorgten alle sieben für Backgroundgesang oder Scat-Begleitung. Andreas versuchte sich zudem als Bläser, konnte sich aber nicht immer zwischen Trompete, Tuba und Posaune entscheiden. Enormen Dampf machte Yves, der mit seinen (verschluckten) Hi Hat-cymbals, Snare- und Bassdrums für unterschiedliche Rhythmen sorgte. Die Konzertbesucherinnen und -besucher in der Pfarrschüür waren restlos begeistert und verlangten Zugaben, bis das Repertoire von EVL vollständig erschöpft war.