Walter Frei, Präsident des Hegerings Leberberg, ist sich bewusst, dass der Jagd oft ein negatives Image anhaftet. Deshalb liegt ihm Öffentlichkeitsarbeit sehr am Herzen. In seinem Jahresrückblick an der Generalversammlung in Günsberg liess er verschiedene Anlässe aufleben, die prädestiniert waren, die Jagd und deren vielfältige Aufgaben vorzustellen.

«Die Oberdörfer Chilbi im August bietet eine ausgezeichnete Gelegenheit, um ein grosses Publikum zu erreichen», bemerkte Frei. Ruedi Gfeller von den Jagdhornbläsern Wandfluh, die die Chilbi meist zusammen mit dem Hegering organisieren, hakte nach: «Einfacher kann man es nicht haben, mit Leuten in Kontakt zu kommen.» Alle Chilbibesucher kämen an ihrem Stand vorbei. Wenn es dann aus der Küche herrlich nach Wildschweinhamburgern oder -bratwürsten dufte, würden auch Leute, die nichts mit der Jagd am Hut hätten, innehalten.

Der alljährliche Ferienpass ist bei den Schülern sehr beliebt und kann bei jungen Leuten Begeisterung für das Handwerk der Jagd wecken. Die regelmässig durchgeführten Waldbegehungen sind ebenfalls eine gute Gelegenheit, einem interessierten Publikum das Weidwerk vorzustellen.

Am allerwichtigsten für das Bild, das sich die Öffentlichkeit von der Jagd macht, scheint Walter Frei das Auftreten jedes einzelnen Jägers. «Wir dürfen zu unserem Handwerk stehen», sagte er. «Unser Auftreten sollte aber immer korrekt, kameradschaftlich und weidgerecht sein.» Damit sprach er die Problematik des Luchsbestandes an. «Auch wenn wir uns mit dem Vorkommen des Luchses schwertun, wegdiskutieren lässt er sich nicht mehr», erkannte er. «Wir müssen mit ihm leben.»

Frei appellierte diesbezüglich an die
62 Anwesenden, stets ein faires, weidgerechtes Verhalten an den Tag zu legen, die gesetzlichen Bestimmungen einzuhalten und andere Meinungen zu respektieren.

Fachmännische Ausbildung

Als weiteres zentrales Thema nannte der Präsident die Aus- und Weiterbildung. Im nächsten Jahr steht ein Kurs über Wildbrethygiene auf dem Programm. Neben einem theoretischen Teil wird an praktischen Beispielen gezeigt, wie man ein Wild fachmännisch aufbricht.

Ebenfalls wird dargelegt, woran man allfällige Krankheiten eines Wildbrets erkennen kann. Am Schluss des Kurses werden die Teilnehmenden eine Prüfung ablegen. Dieser Kurs findet vor dem Hintergrund der neuen Fleischhygieneverordnung statt. Dabei wird diskutiert, ob auch die Jagd der Fleischkontrolle unterliegen soll. Das würde für einen Jäger bedeuten, dass er ein erlegtes Wild erst einem Kantonstierarzt zur Kontrolle bringen müsste, bevor er es verarbeiten kann. Mit dem Kurs möchte Frei diesem Gesetz einen Sprung voraus sein, indem er sagen kann: «Unsere Leute sind fachkundig ausgebildet und verfügen über das nötige Sachverständnis.»