Rüttenen
Sie vermieten ihre idyllischen Ferienwohnungen bereits seit 25 Jahren

Gustav und Roes Forster vermieten ihre zwei Ferienwohnungen in Rüttenen schon seit 25 Jahren. Das Paar lebt stets nach dem Motto: Offener Garten und offene Tür.

Alexandra Just
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Roes und Gustav Forster im Schlafzimmer einer ihrer mit Charme eingerichteten Gästewohnungen.

Roes und Gustav Forster im Schlafzimmer einer ihrer mit Charme eingerichteten Gästewohnungen.

Thomas Ulrich

Iren, Amerikaner und Österreicher – wer hätte gedacht, dass Ferienwohnungen in der Nähe von Solothurn solchen Anklang im Ausland finden?

Bereits seit 25 Jahren vermieten Gustav und Roes Forster die beiden oberen Wohnungen ihres Hauses am Sunnerain 8 in Rüttenen nun schon an Gäste aus aller Welt. Die Geschichten, die sich in dieser Zeit angesammelt haben, könnten mehrere Bücher füllen.

Auf die Frage, ob sie sich noch an ihren ersten Gast erinnern können, schauen sich die beiden zunächst etwas ratlos an. «Wir können ja mal im Gästebuch nachschauen», schlägt Roes Forster vor. Doch noch ehe sie aufsteht, um es zu holen, fällt es ihnen wieder ein. Eine Familie aus dem Wallis weihte die damals frisch renovierte Dachwohnung vor rund einem Vierteljahrhundert als erste Feriengäste ein.

Seither sind dem Ehepaar schon allerlei Menschen unter das Dach gekommen. Viele kämen jedes Jahr und seien mittlerweile mehr Freunde als Gäste für sie. Weihnachtskarten und Einladungen zu runden Geburtstagen - die Kontakte, die durch das Vermieten der Ferienwohnungen geknüpft würden, bestünden länger, als Forsters es zu Beginn erwartet hätten.

Regelmässige Gäste aus den USA

«Es gibt ein Pärchen aus den USA, dessen Sohn in Solothurn lebt und das sich für das das jährliche Familientreffen stets bei uns einmietet», erzählt Gustav Forster. Einerseits täten die amerikanischen Gäste dies, um ihrem Sohn mit Frau und Kind nicht zu sehr auf die Pelle zu rücken, anderseits aber auch, weil es ihnen in den gepflegten und mit Herzblut eingerichteten Wohnungen zu gut gefiele, um sich nach einer anderen Bleibe umzusehen.

Neben den in puncto Einrichtung auf sich abgestimmten Wohnungen überzeugen Roes und Gustav Forster die Besucher mit ihrer offenen und herzlichen Gastfreundschaft zum Wiederkommen. Die beiden Logis verbreiten einen ganz persönlichen Charme, da das Interieur sorgfältig von Roes Forster ausgewählt wurde. «Meine Frau hat ein gutes Auge für so was», sagt Gustav Forster.

Mit Leidenschaft bei der Arbeit

Obwohl beide Ferienwohnungen über eine eigene Küche verfügen, verwöhnt Roes Forster ihre Feriengäste sehr gerne hin und wieder mit einem selbstgekochten Abendessen in ihrer eigenen Wohnung. «Alles rund um den Haushalt macht mir einfach Spass», so Roes Forster. Ob nun Kochen, Aufräumen oder Putzen - die begeisterte Gastgeberin erledigt die anfallenden Aufgaben mit Leidenschaft. Allerdings benötigen die Pflege und Instandhaltung der beiden Wohnungen sowie des grossen Gartens, der das ehemalige Elternhaus von Gustav Forster umgibt, viel Zeit und Arbeit.

Bleiben die Gäste länger als eine Woche, so putzt und räumt Roes Forster die Wohnungen im Zwei-Wochen-Takt auf. Tatsächlich variiert die Aufenthaltszeit der Gäste von einer Woche bis zu mehreren Monaten. «Grössere Arbeiten, wie zum Beispiel Fenster putzen oder Gartenarbeiten erledige ich. Aber meine Frau hat es gerne ordentlich, deshalb erledigt sie den Rest der Aufräumarbeiten am liebsten selbst», äussert sich Gustav zu der Aufgabenverteilung.

Doch die Komplimente, die die beiden von fast allen Gästen für ihre aussergewöhnliche Gastlichkeit sowie für die Wohnungen an sich bekommen, machen den notwendigen Aufwand allemal wieder wett und erfüllen das Rüttener Paar mit Stolz. «Leben und arbeiten wir nicht alle ein bisschen für die Anerkennung, die wir von anderen für unser Tun erhalten?», antwortet Gustav Forster, als er gefragt wird, woher er und seine Frau die Motivation für all die Arbeit nehmen, die das Vermieten der Ferienwohnungen mit sich bringt.

Über Gast und Gastgeber

«Früher hatten wir fast nie Besuch und das wollte ich nach dem Tod meiner Eltern ändern», weiss der Gastgeber ausserdem zu erzählen. Der schöne und selbstgestaltete Garten, der das weiss gestrichene Haus mit den blauen Fensterläden umgibt, locke im Sommer manchmal sogar Schaulustige an. Dass sich ab und zu Fremde auf ihrem Grundstück befinden, scheint das Paar jedoch nicht im Geringsten zu stören. «Wir laden diese Leute dann meistens dazu ein, etwas mit uns zu trinken. So entstehen viele schöne Begegnungen.» Ein offener Garten und eine stets offene Tür, das ist das Motto, nach welchem das Ehepaar Forster lebt.

«Es ist schon immer ein kleines Kribbeln da, wenn neue Gäste kommen, die wir noch nicht kennen», gesteht das Pärchen. Die Angst, dass zu den beiden Wohnungen, in die die Forster so viel Arbeit investiert haben und die ihnen unterdessen so viel bedeuten, nicht Sorge getragen wird, beschäftigt die beiden durchaus. «Bisher mussten wir nur einem Gast frühzeitig künden, weil die Verhältnisse innerhalb der Wohnung schlichtweg unmöglich waren», erinnert sich Roes Forster zögerlich.

Die Lage als Aushängeschild

Ansonsten würden die Gäste ihnen aber beständig Freude und Abwechslung ins Haus bringen. Die Untergebrachten ihrerseits würden dagegen die Ruhe und Idylle der Umgebung geniessen. «Mit der Verenaschlucht neben der Haustür, sowie der fünfminütigen Busfahrt in die Solothurner Altstadt ist die Lage unser Aushängeschild für die Ferienwohnungen», überlegt Herr Forster laut.

Viele Gäste seien regelrecht erstaunt, wenn sie in ihrer ersten Nacht keinen Stadtlärm hören. Überdies würden Besucher aus Deutschland besonders gerne herkommen, um kleine Wanderungen auf den Weissenstein oder Ausflüge an die Aare zu unternehmen. Doch nicht nur Feriengäste bewohnen die schmucken Wohnungen der Forsters. Auch Geschäftsleute oder durch Umbau am eigenen Haus gewordene «Obdachlose» nutzen das Angebot von Ferienwohnungen in Rüttenen rege.

«Alles in allem kann man sagen, dass uns mit diesen Ferienwohnungen ein Wunsch in Erfüllung gegangen ist, den wir heute vielleicht sogar noch mehr schätzen, als wir es vor 25 Jahren geahnt hätten», gibt der erst vor kurzem pensionierte Gustav Forster zu Bedenken. Roes und Gustav Forster sind sich einig: Solange sie gesundheitlich noch in der Lage dazu sind, würden sie die beiden Wohnungen weiterhin an Gäste aller Art vermieten, um sich keine Chancen auf neue spannende Bekanntschaften entgehen zu lassen. «Weitere 25 Jahre werden es wohl nicht mehr werden, aber mindestens 10 sollten noch drin liegen», so der gut gelaunte Gustav Forster.

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