Biberist
Sie erlebt den zweiten ersten Schultag – diesmal als Lehrerin

Der «erste Schultag» ist nicht nur für Schüler etwas Spezielles. Wie erlebt eine Lehrperson diesen Tag? Elisa Amacker geht nach einer Lehre, der Berufsmatura und dem PH-Studium als ausgebildete Lehrerin zurück an die Schule.

Marina Stalder
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Ein neues Schuljahr bricht an - auch für Elisa Amacker.
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Jetzt wirds ernst: Elisa Amacker mit ihrer Klasse im Unterricht
Elisa Amacker im Schulzimmer
Hefte werden verteilt
Erster Schultag für Lehrerin Elisa Amacker (26) aus Lohn
Am ersten Schultag spielen die Zweitklässler im Turnunterricht mit dem Ball.
Die 26-Jährige erklärt das Spiel
Alle liegen am Boden
Elisa Amacker kann auch Primaballerina sein

Ein neues Schuljahr bricht an - auch für Elisa Amacker.

Tina Dauwalder

Erinnern Sie sich noch an Ihren ersten Schultag? Waren Sie nervös, als sie zum ersten Mal Ihren Lehrer oder Ihre Lehrerin trafen? Der erste Schultag ist für viele Kinder etwas Spezielles. Ebenso ergeht es zurzeit auch zahlreichen Lehrpersonen, die ihre ersten Unterrichtstage erleben. Eine dieser Lehrpersonen ist Elisa Amacker aus Lohn. Sie übernimmt in diesem Schuljahr eine zweite Klasse im Bleichematt-Schulhaus in Biberist.

Dort beginnt das neue Schuljahr wie immer: Die Zweitklässler singen einige Lieder, die sie vorher geprobt haben und heissen, gemeinsam mit der Schulleiterin Susanne Mollica, die Erstklässler willkommen.

Neues Schuljahr, neue Lehrerin

Auch für die Schüler und Schülerinnen der zweiten Klasse von Elisa Amacker ist dies ein besonderer Schultag. Die Klasse wurde neu zusammengesetzt und erhält mit Amacker auch eine neue Lehrperson.

«Ich warte nun seit 5 Jahren auf diesen Moment und habe mich in den letzten zwei Wochen intensiv mit der Feinplanung des Schuljahres auseinandergesetzt.» Mit dem gestrigen Schulbeginn erfüllte sich die 26-Jährige einen lang gehegten Traum. «Ich wollte schon in der Oberstufe Lehrerin werden, hatte aber nicht den Ehrgeiz, die Kantonsschule zu absolvieren. Ich habe mich dann für eine Lehre im kaufmännischen Bereich entschieden und gearbeitet, bis ich merkte, dass mir die Büroarbeit einfach nicht gefällt.»

Sie habe sich dann doch noch dazu entschieden, ihrem Traum nachzugehen. Dafür hat sie die Berufsmatura nachgeholt und die pädagogische Hochschule in Bern absolviert. Nach drei Jahren Studium und fünf Praktika ist sie nun wieder in Biberist angekommen. «Das ist wirklich speziell, weil ich hier in die Primarschule ging und dann auch in der Oberstufe hier den Hauswirtschaftsunterricht besuchte.» Daher fühle sie sich jetzt schon heimisch und wohl.

Das Ampelsystem sorgt für Ruhe

Die 19 Schüler und Schülerinnen von Elisa Amacker machen Fotos für ihre Geburtstagswand und zeichnen Namensetiketten, um Stühle und Pulte zu beschriften. Man merkt den Kindern an, dass sie noch im Ferienmodus sind und dass ihnen das Ruhigsein schwerfällt. Die junge Lehrerin nimmt dies aber gelassen. «Wichtig ist, dass man zu Beginn immer ein wenig strenger ist und den Kindern zeigt, wie die Regeln aussehen und dass diese auch eingehalten werden müssen.» So erklärt sie den Kindern ihr Ampelsystem. Das Ampelsystem besteht aus einer roten, einer orangen und einer grünen Karte, die in Ständern auf dem Lehrerpult stehen. Wenn die rote Ampel steht, darf niemand reden und alle arbeiten alleine. Wenn die orange Ampel steht, dürfen die Kinder noch flüstern und wenn die grüne Ampel steht, dürfen sie normal miteinander sprechen.

Erfahrung beim Elternkontakt

Im Turnunterricht sind die Kinder noch lebendiger als zuvor. Sie toben sich beim Ballspiel aus. Auch hier lässt sich Amacker nicht aus der Ruhe bringen und sorgt unaufgeregt für Ordnung.

Wichtig ist der Lehrerin aber nicht nur die Arbeit mit den Kindern, sondern auch der Kontakt mit den Eltern. «Davor habe ich ein wenig Respekt. Aber da ich in der Lehre sehr oft in Kontakt mit erwachsenen Kunden stand, glaube ich, dass ich den richtigen Umgang finden werde. Am Schluss muss man einfach konsequent sein und mit allen gleich und fair umgehen.»

Zurück bei den Kindern stellt sich die Frage, was die Arbeit mit Schülern aus der Unterstufe für Amacker so interessant macht. «Die Kinder gehen in diesem Alter einfach gerne in die Schule und haben Freude an allem. Zudem ist man als Lehrperson noch ein Vorbild.» Die Kinder seien in diesem Alter auch gnadenlos ehrlich. «Das ist einerseits natürlich toll, andererseits muss man damit aber auch umgehen können», sagt Elisa Amacker und schmunzelt.

Von ihrem ersten Jahr als Lehrerin erhofft sich Amacker viel. Sie will ihren Weg als Lehrperson finden und sich auch stetig verbessern. «Ich möchte zudem, dass sich die Kinder nach der Schule freudig an diese Zeit erinnern und sagen können, dass sie die zweite Klasse wirklich gerne besucht haben.»

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