Recherswil

Sexbetrieb ist kein Wohnhaus: Fremdenzimmer im «Freubad» werden konform vermietet

Erotiktempel Freubad: Hotelzimmer werden regelkonform vermietet und nicht dauerhaft.

Erotiktempel Freubad: Hotelzimmer werden regelkonform vermietet und nicht dauerhaft.

Wird der Sexbetrieb im Freubad missbräuchlich als Wohnhaus genutzt? Das wollte der Recherswiler Gemeinderat wissen. Die Antwort: Die Zimmer werden werden nicht dauerhaft bewohnt. Der Rat will deshalb nicht weiter aktiv werden.

Im Januar beauftragte der Gemeinderat die Bau- und Werkkommission damit, zu schauen, ob die Zustände, welche im «Freubad» herrschen, auch konform mit der Baubewilligung sind. Konkret galt es abzuklären, ob der durch eine Verfügung des Kantons genehmigte Hotelbetrieb für die Übernachtungsgäste hier überhaupt stattfindet. Denn es lag der Verdacht nahe, dass die Sexarbeiterinnen in den Zimmern dauerhaft wohnhaft sind. Der bewilligte Beherbergungsbetrieb mit Service und Gastroangeboten sei an der Autobahn zwar zonenkonform, nicht aber ein Appartementhaus.

Nun gab es teilweise Entwarnung. Die Fremdenzimmer sind nicht dauerhaft bewohnt, sondern werden vermietet – wenn auch nur stundenweise. Dies genügte dem Rat vorerst als Antwort. «Wir nehmen dies so zur Kenntnis und betrachten die Angelegenheit im Moment für erledigt», erklärt Jäggi.

Kindergarten teurer als geplant

Im Dezember 2016 bewilligte der Recherswiler Souverän einen Rahmenkredit von 4,845 Mio. Franken für die Schulraumerweiterung. Für das Teilprojekt Kindergarten standen zunächst 1,5 Mio. Franken zur Verfügung, was später auf 1,365 Mio. Franken nach unten korrigiert wurde. Die Arbeitsgruppe (AG) Kindergarten verwies darauf, dass die bei Arbeitsbeginn vorliegenden Unterlagen unvollständig waren. So bestünden bei der Realisierung von öffentlichen Bauten Auflagen betreffend Grösse, Zugänglichkeiten sowie deren Ausführung. Auch sei etwa das Schliesssystem im Kostenvoranschlag mit 1500 Franken festgehalten worden, während es im Projekt letztlich 17'500 Franken kostete.

Zudem müsse früher oder später eine Schallisolation errichtet werden. Dies werde nochmals mit 20'000 bis 50'000 Franken zu Buche schlagen. Dies soll allerdings mit den Unterhaltsarbeiten 2020 ausgeführt werden. Die Gesamtkosten des Kindergartens belaufen sich per Mitte Februar auf 1,44 Mio. Franken. Dies entspricht einem Aufschlag von 5,85 Prozent oder knapp 80'000 Franken. Die AG Kindergarten beantragte beim Gemeinderat einen Nachtragskredit von rund 80'000 Franken zu genehmigen.

Sparen statt Nachtragskredit

Gemeinderat Christian Erzer vertrat die Ansicht, dass man kaum darum herumkommen werde, mit dem Nachtragskredit nochmals beim Volk vorstellig zu werden. «Die Arbeitsgruppe soll jetzt nicht auf Biegen und Brechen bei der Aufstockung und der Sanierung des Schulhauses 80 000 Franken einsparen müssen.» Anders beurteilte dies allerdings die Mehrheit der restlichen Ratsmitglieder. «Doch, grundsätzlich sollten sie genau diesen Betrag jetzt dort einsparen», so Peter Gehrig.

Gemeindepräsident Hardy Jäggi war ebenfalls der Auffassung, dass der Gesamtkredit für die drei Teiletappen eingehalten werden sollte. Zudem machte auch die Finanzverwaltung bereits im Vorfeld klar, dass der Kindergarten nicht separat abgerechnet, sondern der gesamte Rahmenkredit betrachtet werde. Der Rat nahm die Überschreitung daher lediglich zur Kenntnis und genehmigte keinen Nachtragskredit.

Tempo 60 statt 80

Auf Begehren eines Einwohners beantragte Gemeinderätin Irene Rüfenacht, dass im Namen des Gemeinderates ein Schreiben an den Kanton geht, um auf der Gerlafingenstrasse im Abschnitt von Ende Recherswil bis zum Sagibach Tempo 60 zu prüfen.

Eine solche Temporeduktion fand dort bereits im letzten Jahr statt, als es aufgrund von Bauarbeiten in Kriegstetten zu einer Umleitung via Recherswil gekommen war. Nach Beendigung der Arbeiten wurde das Tempo wieder auf 80 km/h erhöht. Nun soll eine dauerhafte Reduktion ins Auge gefasst werden.

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