Lüsslingen-Nennigkofen
Seniorenwohnungen bald bezugsbereit: Umbau des alten Bauernhauses hat alle stark gefordert

Zum ersten Mal konnten Interessierte die Seniorenwohnungen der Wohnbaugenossenschaft am Dorfbrunnen in Lüsslingen-Nennigkofen besichtigen.

Rahel Meier
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Wohnen am Dorfbrunnen im Juli 2018 Besichtigung des umgebauten Bauernhauses mit Seniorenwohnungen in Nennigkofen
19 Bilder
Das Bauernhaus stammt aus dem Jahr 1911
Über der Haustür hängt noch die Hausnummer 20.
Ein Treppenaufgang
Wohnen am Dorfbrunnen: Besichtigung des umgebauten Bauernhauses mit Seniorenwohnungen in Nennigkofen
Bauernhauscharme
Blumen vor dem Fenster
Aussen alt, innen neu. Jede der Wohnungen ist beispielsweise mit Waschmaschine und Tumbler ausgestattet.
Hier gehts zum Lift
Ein Blick unter das dominierende grosse Dach des Bauernhauses.

Wohnen am Dorfbrunnen im Juli 2018 Besichtigung des umgebauten Bauernhauses mit Seniorenwohnungen in Nennigkofen

michelluethi.ch

Grosse Ehre für die Wohnbaugenossenschaft am Dorfbrunnen. Im Juni erhielt sie den Anerkennungspreis der Stiftung Wohnen Schweiz für innovative Genossenschaftsprojekte. Diese Woche waren rund 70 Interessierte im Dorf zu Gast, die sich im Rahmen einer sogenannten Feierabendveranstaltung das Haus am Dorfbrunnen ansehen wollten.

«Ideen haben ist gut. Über Idee zu reden ist besser. Ideen zu realisieren ist am besten.» Kurt Bischof (Redaktor Magazin Wohnen Schweiz) begrüsste die Anwesenden in Lüsslingen-Nennigkofen. Der Umbau des alten Bauernhauses im Dorfzentrum von Nennigkofen sei modellhaft. Das Projekt zeige zudem, dass auch im ländlichen Raum Bedarf an seniorengerechten Wohnungen bestehe.

Das alte Bauernhaus, aus welchem Seniorenwohnungen für «Wohnen am Dorfbrunnen» entstehen
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Die Eingangstür
Eine alte Küche. Die roten Kreuze kennzeichnen, was alles verschwinden soll.
Mit Holz eingekleideter Raum. Die Wände kamen alle weg.
Auch der Kuhstall verschwand
So sieht Baustelle aus!
Wände werden hochgezogen
Der Liftschacht wird gebaut
Die Holzkonstruktion unter dem Dach wird mit dem Kran angeliefert
So sieht es im April 2018 unter dem Dach aus

Das alte Bauernhaus, aus welchem Seniorenwohnungen für «Wohnen am Dorfbrunnen» entstehen

zvg

«Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut», meinte darauf Ernst Hürlimann (Präsident Wohnbaugenossenschaft am Dorfbrunnen). «Der Umbau hat uns alle gefordert und wir haben etwas Verzögerung im Hinblick auf die Marschtabelle.» Das Haus am Dorfbrunnen steht unter Denkmalschutz. Zum Gebäude aus dem Jahr 1787 gehört auch noch ein Stöckli, ein Ofenhaus, ein Wagenschopf und ein Spycher. «Der Dorfbrunnen gehört nicht zu unserer Liegenschaft. Aber wir tragen trotzdem diesen Namen.»

Nachdem sich die Einwohnergemeinde dazu entschlossen hatte, die Liegenschaft an der Dorfstrasse 20 zu kaufen und sie zu altersgerechtem Wohnraum umzunutzen, wurde eine Machbarkeitsstudie erstellt, ein Projektwettbewerb durchgeführt, das Gebäude vertieft untersucht und eine Studie durch einen Holzbauingenieur ausgeführt. «Schon bald war klar, dass der Bau der Seniorenwohnungen nicht Sache der Gemeinde sein kann und man entschloss sich, ein Genossenschaftsmodell umzusetzen», so Hürlimann. Die Anzahl Genossenschafter sei auf zehn begrenzt und alle seien Delegierte der Einwohnergemeinde, der beiden Bürgergemeinden, der Kirchgemeinde, der Spitex und des Altersitzes Buechibärg.

Der Spatenstich für den Umbau des alten Bauernhauses zu Wohnen im Alter fand im April 2017 statt  v.l. Herbert Schluep (Gemeindepräsident), Ernst Hürlimann (Präs. Genossenschaft), Jürg Hofer (Wohnbaugenossenschaft) Guido Kummer (Architekt), Beat Bader (Holzbau Aedermannsdorf)

Der Spatenstich für den Umbau des alten Bauernhauses zu Wohnen im Alter fand im April 2017 statt  v.l. Herbert Schluep (Gemeindepräsident), Ernst Hürlimann (Präs. Genossenschaft), Jürg Hofer (Wohnbaugenossenschaft) Guido Kummer (Architekt), Beat Bader (Holzbau Aedermannsdorf)

Hanspeter Bärtschi

Baukastensystem

Hürlimann erklärte daraufhin, wie der Umbau innerhalb des Bauernhauses ausgeführt wurde. Der Ökonomieteil wurde komplett ausgehöhlt. Im Innern entstanden in einer Art Baukastensystem 12 moderne Wohnungen verteilt über Erdgeschoss, Obergeschoss und zwei Dachgeschosse. Im alten Wohnteil hat man die Wohnungen nur sanft saniert, diese Wohnungen seien nur bedingt behindertengerecht. Jede Wohnung verfüge über eine grosse Terrasse oder eine Laube.

Ein schwieriges Thema war laut Hürlimann die Beleuchtung und Belüftung der Wohnungen. Mit Fensterbändern im Dach sowie verglasten Türen und Wände habe man diesem Aspekt Rechnung getragen. «Speziell gefordert waren wir ausserdem wegen des Brandschutzes.» Diese Abklärungen waren komplex und zeitintensiv. Sämtliche Arbeiten erfolgten zudem immer in enger Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutz.

Gemeinde unterstützte

«Lüsslingen-Nennigkofen ist eine ländliche Gemeinde. Wir haben noch acht Vollerwerbs-Landwirtschaftsbetriebe und vier Nebenerwerbsbetriebe. Wir bieten aber auch fast 200 Arbeitsplätze an», erklärte Gemeindepräsident Herbert Schluep anschliessend. Im Dorf gebe es viele aktive Vereine. «Der Gemeinderat und auch unsere Einwohner standen immer hinter dem Umbau und haben die nötigen Gelder jeweils mit einem grossen Mehr gesprochen.»

Heute könne man das Resultat sehen. «Obwohl die Umbaukosten in diesem alten und denkmalgeschützten Haus sicher etwas höher sind, sind die Preise der Wohnungen so gestaltet, dass man von gemeinnützigem Wohnungsbau reden kann.» Er machte zudem darauf aufmerksam, dass das Haus Anfang September mit einem grossen Dorffest eingeweiht werde.

Vorher allerdings stand das Haus für die Teilnehmer der Feierabendveranstaltung offen, die sich diese Gelegenheit nicht nehmen liessen.

Dorffest Lüsslingen-Nennigkofen

7. bis 9. September unter dem Motto «üses Dorf früher, heute morgen». Der Ortsteil Nennigkofen – vom Kulturhof Weyeneth bis zum Schulhaus Nennigkofen – verwandelt sich in ein Festgelände mit Aktivitäten für Jung und Alt und einem reichen, kulinarischen Angebot. Marktstände, Flohmarkt, altes Handwerk, musikalische Unterhaltung, Herbstlauf, Jasscup, Wood Chopping – das sind ein paar Highlights aus dem vielfältigen Festprogramm.