Selzach
Die Gemeindeverwaltung ist jetzt auch die Post

Seit dieser Woche werden die Postdienstleistungen in Selzach auf der Gemeindeverwaltung angeboten. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gemeinde wurden entsprechend ausgebildet.

Andreas Toggweiler
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Melissa Seguin, Gemeindepräsidentin Silvia Spycher und Lukas Neff in der neuen Postfiliale im Gemeindehaus Selzach.

Melissa Seguin, Gemeindepräsidentin Silvia Spycher und Lukas Neff in der neuen Postfiliale im Gemeindehaus Selzach.

Andreas Toggweiler

Es sei 2017 gewesen, als die Post die Gemeinde Selzach erstmals informierte, dass die Poststelle im Dorf geschlossen wird, bzw. eine Lösung mit einer Partnerschaftsfiliale für die Gemeinde gesucht wird, berichtet Selzachs Gemeindeverwalter Mario Caspar.

Danach habe man sich auf die Suche begeben, um ansässige Läden für eine Zusammenarbeit mit der Post zu finden. Eine Lösung sei aber leider nicht gefunden worden. Dass eine Gemeinde mit 3500 Einwohnerinnen und Einwohnern ohne Poststelle sein soll, war für den Gemeinderat keine Option und so entschied man sich, dass die wichtigsten Postdienstleistungen künftig am Schalter der Gemeindeverwaltung angeboten werden sollen.

Souverän genehmigte Pensenerhöhung

«Wir waren insbesondere froh, dass die Gemeindeversammlung einer Pensenerhöhung auf der Verwaltung zugestimmt hat», erklärt Caspar weiter. 30 Stellenprozente stehen nun im Gemeindehaus für die Aufgaben im Zusammenhang mit Postdienstleistungen zur Verfügung und sollen auch aus der Post-Tätigkeit finanziert werden.

Die Mitarbeitenden, allen voran der Verwaltungsangestellte Lukas Neff und die Lernende Melissa Seguin wurden von der Post für diesen zusätzlichen Tätigkeitsbereich ausgebildet. Bei Bedarf könnten sogar auch Gemeindepräsidentin Silvia Spycher oder Mario Caspar die Kundschaft bedienen.

Im Moment, also seit der Eröffnung am Montag, gilt der Gemeindeschalter zugleich als Postschalter. «Wir müssen jetzt schauen, wie sich die Arbeit entwickelt und ob wir weiterhin mit diesem gemeinsamen Schalter das Kundenaufkommen bewältigen können», erklärt Caspar weiter. In den ersten zehn Tagen stehen Mitarbeitende der Poststelle Bellach für die Einarbeitung zur Verfügung. Die ersten Stunden als «Pöstler» habe man gut bewältigt, versicherten gestern Seguin und Neff, welcher selbstbewusst einen alten Pöstlerhut für den Fototermin aufsetzt.

Bevölkerung per Flyer informiert

Die Information der Bevölkerung über den Umzug der Poststelle wurde per Flyer bewerkstelligt. Ein Informationsanlass in der (alten) Post musste pandemiebedingt abgesagt werden.

Das Angebot der Filiale auf der Gemeindeverwaltung gestaltet sich wie folgt:

Postdienstleistungen im Gemeindehaus

  • Versenden: Briefe und Pakete Inland und Ausland; Einschreiben Inland und Ausland; Express Inland; Verkauf von Briefmarken
  • Empfangen: Pakete und Einschreiben
  • Rechnungen bezahlen: Einzahlungen Inland in Franken mit PostFinance Card, Maestro oder V-Pay-Karte
  • Bargeld beziehen (mit PostFinance Card) bis maximal 500 Franken

Die Post weist überdies darauf hin, dass Bareinzahlungen und
-auszahlungen direkt beim Zustellpersonal an der Haustür erledigt werden können. Für diese Dienstleistung muss man sich zuerst registrieren (z. B. auf der Filiale).

Gemeindeverwalter Mario Caspar glaubt, dass der neue Postschalter auf der Gemeinde nicht nur ein valabler Ersatz für die bisherige Post, sondern auch eine Chance für das Gemeindepersonal ist: «Wir können damit im Umfeld der stetig fortschreitenden Digitalisierung den Kontakt mit der Bevölkerung pflegen.»