Schlösschen Vorder-Bleichenberg
Seit 50 Jahren Kunstmaler — Rudolf Butz lädt zur Jubiläumsausstellung

An seiner Jubiläumsausstellung im Schlösschen Vorder-Bleichenberg überrascht der Solothurner Kunstmaler Rudolf Butz nun auch mit grossformatigen Bildgeschichten.

Eva Buhrfeind
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Rudolf Butz zeigt an seiner Jubiläumsausstellung neu auch grossformatige Gemälde.

Rudolf Butz zeigt an seiner Jubiläumsausstellung neu auch grossformatige Gemälde.

Hansjörg Sahli

Vergangenen Donnerstag ist er 70 Jahre geworden, dieser seit 50 Jahren malerisch unerschrockene und unermüdliche Kreative. Unerschrocken auch deshalb, weil der fantasievolle Kunstmaler trotz aller Strömungen und Trends immer wieder den Aufbruch im Bewährten wagt, das Neue in der vertrauten Bildsprache sucht.

Denn, auch wenn er sich und seine Malerei nicht neu erfinden will, Rudolf Butz ist und bleibt Kunstmaler. Zu Recht, sind doch sein Motor Neugier und Ungeduld, seine Motivation ist die Lust, sich selber treu zu bleiben, ohne die eigene Bildsprache zu verlassen und doch irgendwie neu zu erfinden mit Farbe und Pinsel, mit malerischer Eloquenz und formaler Vielfalt.

Dieser Rudolf Butz aus Solothurn ist ein genussvoll fabulierender Geschichtenerzähler, unerschöpflich in den sich mannigfaltig schichtenden und verschachtelten Farben und Formen, lustvoll-kreativen Meta-Ebenen und greifbaren Assoziationen, seien es elementare oder unerwartet sinnbildhafte Begebenheiten. Zwischen «Fischgericht» und «Erlkönig» liegt «Switzerland», eine wandfüllende, farbvoluminöse 2 x 6-Meter-Virtuosität, einem Suchbild gleich wie alle seine Arbeiten, in denen die Betrachtenden wie der Künstler auf Spurensuche gehen und forschen können.

Klassisch orientiert

Dazwischen liegen aber auch die Impressionen aus der «Bolla», jenem Sumpfgebiet im Tessiner Delta beim Lago Maggiore, eine den Künstler immer wieder in den Bann ziehende Ursprungslandschaft, in der «die Natur in den Himmel, der Himmel in die Natur wächst». Ein magisches, bildgebendes, landschaftliches Faszinosum, wo Rudolf Butz oft unterwegs ist auch im Böötli mit Notizblock und Kamera, staunend über die wundersame Natur. Doch Rudolf Butz wäre nicht Rudolf Butz, wenn er in seine landschaftlichen Inspirationen nicht noch Sichtbares und Unsichtbares, Landschaftliches wie Figürliches, architektonische Andeutungen und allegorische Zitate in eine unverkennbare, wandelbare Spannung brächte.

In der Jubiläumsausstellung anlässlich seines 50-jährigen künstlerischen Schaffens im Schlösschen Vorder-Bleichenberg, wo Rudolf Butz inzwischen zum siebten Mal ausstellt, zeigt sich: der am 19. 4. 1948 geborene Künstler, der unter anderem Malerei in Paris und Florenz studierte sowie Schüler von Joseph Beuys in Düsseldorf war, vertraut weiterhin auf die klassisch orientierte Malerei, um Farbe, Licht und Form auf die Leinwand zu bannen. Wenn auch mit verschiedenen Hilfsmitteln und Prozessschritten des Auftragens und Wegnehmens.

Die Farbpalette mit Rot, Blau, Grün, Gelb in den verschiedensten Variationen und Modulationen wirkt energiegeladen, die Formate sind, wie erwähnt, überraschend gross bis wandfüllend. Und seine schöpferischen Universen?

Sie sind eine seiner Stärken, indem er die Motive, Eindrücke, Erlebnisse und Metaphern zu Farbteppichen und Suchbildern mal subtil, mal plakativ zu verweben versteht. Szenisch und kompositorisch variationsreich greifen die formalen wie inhaltlichen Bildideen ineinander wie archäologisch zu entdeckende Collagen verschiedener Erzählebenen, Farben und Formvielfalten, Betrachtetem und Gesichtetem, vertraut Erlebtem und durchaus Philosophischem.

Geschickt auf dem Grat zwischen figurativ-erzählerisch und abstrakten Spielarten balancierend – die Titel geben eine Anregung oder einen Hinweis – lässt Rudolf Butz manches offen, damit die Betrachtenden ihre Inspirationen, ihre individuellen Fantasien einbringen.

«Tat-Ort Atelier Rudolf Butz», der etwas andere 24-minütige Film, ist mehr als ein Künstlerporträt. Dabei kann man dem Maler im Atelier über die Schultern schauen, der Bildentstehung folgen und im Interview so manches erfahren über seine Motivation, seinen künstlerischen Lebensweg – musikalisch «untermalt» von den eigenwilligen Klängen des Jazzmusikers Urs Röllin, der auch das Matinée-Konzert bestreiten wird.

Bis 13. Mai. Geöffnet: Sa + So 14–18 Uhr, Mi + Do 16–19 Uhr. Matinée-Konzert: 6. Mai, 11 Uhr, internationaler Museumstag: 13. Mai, 16 Uhr.

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