Derendingen

Seit 140 Jahren: In der Pizzeria Höfli ist schon die fünfte Generation am Ruder

«Cho ässe, cho trinke, cho sy» bei Beatrice und Marco Glutz in der Pizzeria Höfli.

«Cho ässe, cho trinke, cho sy» bei Beatrice und Marco Glutz in der Pizzeria Höfli.

Beatrice und Marco Glutz schreiben 140 Jahre lange Familiengeschichte in der Derendinger Pizzeria Höfli weiter.

«Als ich noch ein Kind war, da gab es in Derendingen rund 20 Restaurants», erzählt Marco Glutz, «heute sind es noch deren sechs.» Wenn Marco Glutz das sagt, dann schwingt nicht nur Nostalgie mit in diesem Satz, sondern auch eine Spur Stolz. Denn der 47-jährige Derendinger führt zusammen mit seiner Frau seit April 2018 die Pizzeria Höfli in Derendingen. Das Bemerkenswerte an der Geschichte: Er verkörpert nun bereits die fünfte Generation der Familie Glutz, welche dieses Restaurant seit 1880 führt.

Damals erwarb sein Vorfahre Hypolit Glutz die damalige Gaststube Rebstock. 1909 übernahm sein Sohn, auch Hypolit genannt, die Liegenschaft. Der nächste Generationenwechsel fand 1943 statt, als die Gaststube und das dazugehörende Lädeli an Alice und Werner Glutz, die Grosseltern von Marco Glutz, überging. 1954 wurde der Rebstock umgebaut, und es kam der Name Benediktushof. Dieser Name wurde abgeleitet von der früher vis-à-vis gelegenen Benediktinerkapelle. Der Verkaufsladen wurde vergrössert – er war damals der erste Usego-Selbstbedienungsladen in der Region.

35 Jahre lang die Grosseltern, 40 die Eltern

«Über 35 Jahre lang führten meine Grosseltern dann den Benediktushof. 1977 wurde ein erneuter Umbau vorgenommen und der Verkaufsladen geschlossen. Damals entschloss man sich, aus dem Restaurant eine Pizzeria zu machen – und dann kamen meine Eltern ins Spiel», erzählt Marco Glutz. Mit dieser Kursänderung wurde das Ruder an Maggie und Fredy Glutz übergeben. Diese wirteten mehr als 40 Jahre lang in der Pizzeria Höfli.

Marco Glutz, im Restaurant aufgewachsen, entschied sich nach der Schule eine Kochlehre zu machen. Diese absolvierte er in der Krone Solothurn. Nach diversen Saisonstellen im In- und Ausland, kehrte er 2002 zurück nach Derendingen. 17 Jahre lang ist er nun in der Pizzeria tätig –und 2018 beschlossen seine Eltern, dass es an der Zeit sei, den Ruhestand zu geniessen und Sohn Marco und seiner Frau Beatrice die Geschicke in die Hände zu geben.

«Freundlichkeit ist uns sehr wichtig»

Fünf Generationen, 140 Jahre im Familienbesitz – und das in einer Zeit, in der es nicht ganz einfach ist, sich in der Gastronomie zu behaupten. Welches Geheimrezept hat die Familie Glutz? «Wenn wir das wüssten», erklärt das Ehepaar Glutz und lacht.

Einerseits liege es wohl an der Konstanz, sind sie sich einig. «Zudem ist uns Freundlichkeit sehr wichtig – und unseren Gästen scheint es bei uns wohl zu sein.» Das verkündet auch das Motto der Pizzeria «Cho ässe, cho trinke, cho sy». Die langjährige Verankerung im Dorf hilft sicher mit: Die Pizzeria ist ein beliebtes Lokal bei Derendinger Vereinen – sei es bei den Turnern, den Jodlern oder bei der Musikgesellschaft.

Zudem wird in den Wintermonaten regelmässig eine Stubete durchgeführt. «Das kommt bei unserer Kundschaft gut an. Und wenn wir dann zu hören kriegen, dass wir anscheinend noch einer der wenigen Betriebe im Dorf sind, welcher von Ur-Derendingern geführt wird, dann macht uns das schon stolz.»

Meistgesehen

Artboard 1