Hersiwil
Sehen, Erfassen, Nachdenken, Erkennen – zwei Künstler stellen im Näijerehuus aus

In der Galerie NäijereHuus in Hersiwil, zeigen die Künstler Jakob Bigler und Lucio Zanello ihre Arbeiten.

Gundi Klemm
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Lucio Zanella (links) und Jakob Bigler kennen isch schon seit vileen jahren udn freuen sich über die gemeinsame Austellung.

Lucio Zanella (links) und Jakob Bigler kennen isch schon seit vileen jahren udn freuen sich über die gemeinsame Austellung.

Zur Verfügung gestellt

«Dass zwei Künstler gleichzeitig und gemeinsam Bilder gestalten, haben wir hier bei uns noch nie erlebt», stellt NäijereHuus-Leiter Georg Schmid fest. Gleichzeitig bewunderte er die beiden grossformatigen Werke die in der Ausstellung aufgehängt sind. Eine auf Objekt gerichtete Zusammenarbeit setzte beiderseitige Toleranz und ein übereinstimmendes Werkverständnis zweier Kunstschaffender voraus.

Ein Erlebnis auch für die beiden Künstler

Entstanden sind die Kompositionen im Atelier von Jakob Bigler in Mümliswil. In Malerei und mit Siebdruck auf Leinwand laden zwei Deutungen des Themas «Lebensraum» zur Betrachtung ein, in denen die verschiedenen Motive beiden Schöpfern zugeordnet werden können. «Dieses Zusammenschaffen ist für uns ein grosses Erlebnis», bekennen Jakob Bigler und Lucio Zanello.
Die beiden Künstler haben sich schon vor 35 Jahren in einer Oltner-Galerie-Ausstellung kennen gelernt und seither den Kontakt nie ganz verloren. «Gemeinsam haben wir so eine Symbiose gefunden.»

Zanello, der in Obergösgen lebt, wurde im italienischen Friaul geboren, kam früh mit den Eltern in die Schweiz, machte hier eine Mechanikerlehre und entwickelte vor 45 Jahren zuerst nebenberuflich sein grosses Interesse für die Hinterglasmalerei. Doch bald schon zogen ihn verschiedenste weitere Techniken und Materialien an. Geläufig sind ihm die Aquarell-, die Pastell- und die Ölmalerei. Er widmete sich Portraits und Landschaften und vor allem der Arbeit mit Acryl.

Seine 40 feinformatigen, im NäijereHuus ausgestellten Bilder in Mischtechnik auf Folie oder Platte aus Acryl, auf Papier und Karton, gelegentlich zart in Tusche oder als Collage, gestempelt, geritzt, gekratzt, in mehreren Techniken übereinander angelegt, sind liebevolle Interpretationen des Menschseins in heutiger Zeit. Symbole der Natur sind kennzeichnend wie auch seine wie weisssagend wirkenden Schriftzeichen. Warme Körperlichkeit strahlen seine vier Figuren aus gebranntem Ton aus.

Auch bei Jakob Bigler ist die Natur ein starkes Gestaltungselement. Seine 50 in Hersiwil gehängten Werke sind für den in Berlin in den achtziger Jahren ausgebildeten Lithografen ein Bekenntnis zur Vielfalt der Ausdrucksformen in der Kunst. «Ich liebe es, zu tüfteln, zu probieren und zu experimentieren», sagt Bigler von sich. Er arbeitet seit 1985 freischaffend. Grundlagen für exaktes und später freies künstlerisches Gestalten erwarb er zuvor in der Ausbildung als Maschinenzeichner und in der Weiterbildung am Technikum. Bigler lässt plötzliche Impulse in seine Malerei in Öl auf Leinwand, mit Siebdruck, als Inkjet-Transfer, in Auswaschtechnik und Collagen, als Malerei transferiert auf Holz oder in Mischtechniken einfliessen. Beim Sehen, Erfassen und Nachdenken sprechen reizvolle Gegensätze den Betrachter besonders an. Ganz einprägsam ist etwa sein aussagestarkes Efeubild in Pigment/Druck auf einer Leichtstoffplatte.

Hinweis

Die Ausstellung dauert bis zum 8. Dezember.
Am Sonntag 1. Dezember gastiert um 17 Uhr das Trio Rafale (Maki Wiederkehr, Daniel Meller, Flurin Cuonz). Die Galerie ist geöffnet: Sa/So 14-17 Uhr; Mi/Fr 18-20 Uhr.