Sonntagmorgen, 08:12 Uhr. Auf dem Rasen neben dem Turnierplatz des Reitvereins Wasseramts reihen sich Pferdeanhänger dicht an dicht. Es riecht nach frisch gemähten Gras und – wie könnte es auch anders sein? – nach Pferden. Deren Besitzer stiefeln emsig hin und her und bereiten sich auf die erste Springprüfung des Tags vor.

«So heiss wie dieses Jahr war es noch nie», weiss der OK-Präsident Fritz Brunner und blinzelt in die bereits sengende Morgensonne. Das muss etwas heissen, denn der Reitverein Wasseramt führt die Pferdesporttage schon seit mehr als 30 Jahren durch. Vergleichsweise seien heuer deutlich weniger Besucher da, erklärt Brunner und fügt sogleich an: «Es ist eben einfach zu warm.»

Vom Reitplatz her ertönt ein dumpfes «Klonk», gefolgt von Gewieher und ungeduldigem Schnalzen – so klingt ein Hindernisfehler. Sogleich eilt ein Helfer herbei, um die abgeworfene Stange wieder an ihren Platz zu rücken. Es ist 08:52 Uhr und die Springprüfung läuft.

Kühlende Dusche für die Pferde

Aber ist es nicht auch zu warm für die Vierbeiner? «Das Pferd steckt die Hitze relativ gut weg. Es ist vielmehr der Reiter, der unter der Hitze leidet», meint Fritz Brunner. Damit sich die Pferde dennoch etwas abkühlen können, hat der Reitverein eigens eine Pferdedusche aufgestellt, wo die Tiere abgespritzt werden können. «Diese Dusche haben wir auch schon die letzten paar Jahre», ergänzt der OK-Präsident. Es sei eine Dienstleistung für die Tiere – vergleichbar mit dem kühlen Getränk für die Reiter. Definitiv zu warm, besser gesagt zu trocken ist es für den Boden. «Wir haben den Grasplatz seit Anfang letzter Woche jeden Tag wässern müssen, ansonsten wäre die Erde zu hart zum Springen gewesen. »

09:48 Uhr. Eine Durchsage verkündet das Ende der ersten Springprüfung. Augenblicklich hastet eine Handvoll Helfer auf den gepflegten Turnierplatz und beginnt die Hindernisse für die nächste Prüfung in einer neuen Komposition wiederaufzubauen.

Während der drei Turniertage stehen über 40 Vereinsmitglieder im Einsatz, damit die 23 Prüfungen reibungslos durchgeführt werden können. Das reicht aber nicht ganz: «Wir sind zusätzlich noch auf die Hilfe von rund 30 ‹Externen› angewiesen», stellt Brunner klar. Wie die meisten Vereine, hat auch der Reitverein Wasseramt mit dem Nachwuchsmangel zu kämpfen.

Laute Musik erklingt. Es ist 10:09 Uhr und die Gewinner der ersten Reitprüfung traben, begleitet von Applaus, eine Ehrenrunde um den Platz.

Ranglisten: www.rv-wasseramt.com