Schon im vergangenen Gemeinderat wurde der Antrag für einen Austritt Kriegstettens aus der gemeinsamen Badeanstalt Gerlafingen diskutiert. Man wollte aber zuerst die rechtlichen Grundlagen klären.

Die Idee war es, den Austritt zu vollziehen, 14 000 Franken Betriebsbeitrag einzusparen, dafür 4000 Franken bereitzustellen, um die Eintritte der Kriegstetter Kinder zu verbilligen.

Gemeinderat Rémy Wyssmann (SVP) zählte nun vier Punkte auf, die er in der Beziehung zwischen Kriegstetten und dem Schwimmbad Gerlafingen als kritisch erachtet. Für ihn sei das Bad eine Blackbox. «Nutzungszahlen werden nicht erhoben. Wir wissen nicht, wie viele Kriegstetter das Bad besuchen.»

Er habe deshalb selber gerechnet. Der Ersparnis von zirka 2000 Franken durch verbilligte Abos stellte er dem jährlichen Gemeindebeitrag von 14 000 Franken gegenüber. Weiter habe er in den Statuten keine Kündigungsbestimmung gefunden. Die Statuten seien zudem nach der letzten Änderung 2008 weder von den Gemeinden noch vom Regierungsrat genehmigt worden.

Und als vierten Punkt kritisierte er die fehlende Solidarität von Recherswil und Oekingen, welche sich nicht am Bad in Gerlafingen beteiligen. «Wir haben als Gemeinderäte den Auftrag, alle Aufgaben periodisch auf ihre Zweckmässigkeit zu überprüfen», begründet er seinen Antrag, der Gemeindeversammlung den Austritt aus der gemeinsamen Anstalt zu beantragen.

«Gesellschaftlicher Treffpunkt»

Johann Lüthi (parteilos) sprach gegen einen Austritt. «Die Schulen profitieren vom Bad, und wenn wir austreten, treten vielleicht andere auch aus. Das wäre das Ende des Schwimmbades.» Das Bad erfülle die Funktion eines gesellschaftlichen Treffpunkts. Er könne hinter dem Engagement fürs Schwimmbad stehen.

Vizegemeindepräsident Simon Wiedmer (FDP) erklärte, er habe nach der ersten Beratung des Geschäftes viel Kritik von Kriegstettern erhalten. «Das Engagement für das Schwimmbad soll nicht eingestellt werden, so der Tenor.» Er plädierte für Rückweisung des Antrages und nochmalige Diskussion in einem Jahr. «Ich möchte aufgrund von wirklichen und nicht angenommenen Zahlen entscheiden können.»

Diese soll die Betriebskommission des Schwimmbades in der nächsten Badesaison erheben. Gemeindepräsident Manfred Küng (SVP) wies darauf hin, dass ein Austritt überlegt werden müsse, weil möglicherweise grössere Investitionen im Schwimmbad anstünden. Aber der Antrag von Wiedmer wurde einstimmig angenommen.

«Auf gutem Level»

Hört man sich bei den Verantwortlichen des vor 56 Jahren erbauten Schwimmbades Eichholz um, wird der Zustand der Anlage positiv bewertet. «Die letzte grössere Investition wurde vor zirka sechs Jahren getätigt», erklärt Kassier Peter Weibel. «Grössere Investitionen stehen in den nächsten Jahren nicht an.»

«Dieses Gerücht wird schon lange gestreut», sagt Kurt Wüthrich, Präsident der Betriebskommission. Das Schwimmbad sei baulich auf einem guten Level. Und laut Hugo Brügger, Präsident der Plenarkommission Schwimmbad Eichholz, seien die Delegierten der Gemeinden über das Schwimmbad gut informiert.

«Manchmal fliessen die Infos aber nicht zweckmässig in den wechselnden Behörden. Natürlich sind die Statuten unterschrieben.» Er erwähnte auch die letzte Änderung der Statuten aus dem Jahr 2015. Bezahlten früher die sechs Gemeinden Gerlafingen, Halten, Kriegstetten, Biberist, Derendingen und Obergerlafingen die Beiträge nach Steuerkraft, änderte sich dies auf das Jahr 2016 hin. Neu werden die Beiträge nach Einwohnerzahlen der Gemeinden erhoben.

Minus im Budget prognostiziert

Die intensive Suche nach Einsparmöglichkeiten hat ihren Grund. Das Budget von Kriegstetten zeigt nach wie vor einen Aufwandüberschuss, obwohl in den letzten beiden Jahren der Steuerfuss von 105 auf 124 Punkte anwuchs. Bei Ausgaben von 5,57 Millionen Franken wird ein Minus von 185 000 Franken prognostiziert.

Nicht im Budget eingerechnet und an der Sitzung mit 3 zu 2 Stimmen abgewiesen wurde ein Kredit von 65 000 Franken für Planung und Ausführung von Tempo 30 auf allen Quartierstrassen. Laut Ursula Müller (FDP) hatten sich 36 Einwohnerinnen und Einwohner für Tempo 30 auf der Grundmattstrasse eingesetzt.

Die Bau- und Werkkommission hat Tempo 30 auf alle Quartierstrassen ausgeweitet. Im Gemeinderat setzte sich aber die Meinung durch, dass Tempo 30 nicht die richtige Massnahme sei. «Wir geben Geld aus für ein Gutachten, das dann möglicherweise für Tempo 30 negativ ausfällt.

Und dann haben wir schon die Hälfte des Kredits ausgegeben», so der Gemeindepräsident. Er plädiere für Einzelmassnahmen. Die Bevölkerung soll bei der Budgetberatung Antrag stellen, wenn Tempo 30 erwünscht sei.