Biberist

«Schweinerei»: Kunden von Biber Travel sind empört über tiefe Geldbusse

Frust: Keine Reise, kein Geld

Frust: Keine Reise, kein Geld

Rund 400 Leute zahlten “Biber Travel“ eine Menge Geld für Reisen, die nie stattfanden. Das dubiose Reisebüro kommt dennoch fast straffrei davon.

Dass die Verantwortlichen des Reisebüros Biber Travel nur zu einer geringen Geldstrafen verurteilt wurden, wurmt die geprellten Kunden. Der Ärger ist gross.

Eigentlich wollten sie 2012 einfach eine schöne Reise unternehmen, sich verwöhnen lassen. Die Angebote des Biberister Reisebüros Biber Travel waren ja auch zu verlockend.

Dass das Ganze schief ging, das eingezahlte Geld nie zurückkam, hat die Kunden sehr geschmerzt – nicht nur finanziell. 

Noch grösser dürfte der Unmut der geschädigten Kunden sein, wenn sie die Höhe der Geldstrafen kennen.

Dem TV-Sender Tele M1 liegen nämlich die Strafbefehle vor. Demnach wurden die beiden Verantwortlichen wie berichtet zu Geldstrafen von 40 respektive 130 Tagessätzen verurteilt – und das alles bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von zwei Jahren. Die Höhe des Tagessatzes beträgt 20 Franken, wie dem Strafbefehl zu entnehmen ist.

Das heisst: Der offizielle Geschäftsführer, der als «Strohmann» fungierte, erhielt eine Busse von 800 Franken, der faktische Geschäftsführer erhielt eine solche von 2600 Franken.

Cony Zubler, Medienbeauftragte der Staatsanwaltschaft, wollte diese Zahlen auf Anfrage dieser Zeitung nicht kommentieren. «Die Tagessatzhöhe geben wir praxisgemäss nicht bekannt, weil das Rückschlüsse auf die persönlichen Verhältnisse der Beschuldigten zulässt.»

 «Das ist ein Hohn», meint der betroffene Kunde Heinrich Kreuzer im Hinblick auf die milde Strafe gegenüber «TeleM1». Die beiden Verantwortlichen hätten ja nicht nur ihn geprellt, meint Kreuzer. Er selbst hat 4500 Franken verloren. Andere hätten vielleicht noch mehr für die gebuchten Reisen als er sparen müssen. «Und da werden diejenigen, die dafür verantwortlich sind, so minim bestraft.»

Der Aargauer Hans-Ruedi Schmid spricht von einer «Schweinerei». Das zeige einmal mehr, dass Täter geschützt würden und die Opfer den Kopf in den Sand stecken. (ldu/fs) 

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1