«Wir wurden überrascht vom Interesse», erklärt Gemeindepräsidentin Rita Mosimann. «Der Anlass verlief fair. Alle hatten das Wort.» Das Hauptproblem sei der Geruch, welcher die Lebensqualität beeinflussen könnte. «Es wurde von einzelnen Einsprechern gesagt, dass sie deswegen möglicherweise wegziehen. Und es wurde bemängelt, weshalb die Gemeinde die Einsprecher nicht unterstütze, aber alles blieb im anständigen Rahmen.»

Sie, aber auch Einsprecher, lobten Moderator Thomas Blum, Geschäftsführer des Verbandes Solothurner Einwohnergemeinden. «Der Abend war gesittet mit wenig hitzigen Voten», erklärt eine Einsprecherin. Positiv empfunden habe sie, dass das Projekt von Landwirten des Alters- und Wohnheims Frienisberg vorgestellt wurde. Das Heim mit Landwirtschaftsbetrieb hat einen ähnlich grossen Schweinemaststall mit 600 Schweinen. «Ich bin hin und her gerissen, ob ja oder nein. Und so geht es wohl noch vielen», so das Fazit der Einsprecherin.

Auch Bauherrin Nicole Reusser zeichnet ein positives Bild. «Ich habe mich sehr gefreut, das Projekt vorstellen zu dürfen», erklärt sie. Sie habe viel Unterstützung erfahren, und sie habe Kontakt mit den Einsprechern aufgenommen. «Jemand will sogar mitkommen und eine ähnliche Anlage besichtigen.» Sie seien bestärkt worden in ihrem Vorhaben und sind überzeugt: «Der Schweinemaststall wird den Frieden im Dorf nicht brechen und auch nicht für schlechte Luft sorgen.» Das Baugesuch wurde von der zustimmenden Baukommission an den Kanton zum Entscheid weitergeleitet. Dieser hat das letzte Wort bei Bauten in der Landwirtschaftszone. (uby)