Balm bei Günsberg

Schutzwaldprojekt Unterleberberg mit positiver Zwischenbilanz

Der Wald am Uferbord der Siggern wurde ausgelichtet und kann sich in den nächsten Jahrzehnten verjüngen.

Der Wald am Uferbord der Siggern wurde ausgelichtet und kann sich in den nächsten Jahrzehnten verjüngen.

Die Bewaldung war teilweise so stark, dass man gar nicht mehr hindurchsehen konnte. Nun hat das Schutzwaldprojekt eine erste positive Bilanz hervorgebracht. Der Wald solch sich durch mehr Lichteinfluss in den nächsten Jahren verjüngen.

Gemeinsam mit den Gemeindepräsidenten aus dem Unterleberberg laufen Kreisförsterin Daniela Gurtner und Revierförster Thomas Studer zum Anschauungsobjekt «Siggern». Die Zwei ziehen anhand der Arbeiten eine Zwischenbilanz zum Schutzwaldprojekt entlang der Bäche im Unterleberberg. Ausführender des Projekts ist der Forstbetrieb Leberberg.
Vor Ort bei der «Siggern» sehen sie die Auswirkungen der Arbeiten. Die Zwischenbilanz soll die Präsidentinnen und Präsidenten dazu animieren, auch die zweite Projektphase von 2020 bis 2025 mit Gemeindegeldern zu alimentieren. Den Hauptteil der Kosten für die zweite Phase von 168 275 Franken übernehmen Bund und Kanton. Die Gemeinden verteilen die Restkosten von 33 655 Franken unter sich. Verteilt auf die fünf Jahre sind die Beträge nicht hoch. Umso höher ist aber der Nutzen des Schutzwaldprojektes.

Verklausungen verhindern

Am Bachlauf der Siggern zwischen Balm und Günsberg haben die Forstarbeiter im Herbst 2016 mit dem Schutzwaldprojekt begonnen. Hier ist gut sichtbar, was der Sinn der Arbeiten ist. Das Wasser des Bergbachs hat teilweise tiefe Gräben mit steilen, bewaldeten Ufern geformt. «Dieser Abschnitt war aus Sicht des Forsts am rückständigsten», erklärt Thomas Studer. Baum an Baum sei hier der Wald am steilen Bord gestanden, das bis zu hundert Meter hoch zu den Wiesen reicht. «Selbst im laublosen Zustand des Waldes hat man nicht zum Wasserlauf hinunter sehen können.» Kaum vorstellbar, ist nun doch der Blick hinab zum Wasserlauf beinahe ungestört.

Durch den Einfluss des Lichtes werde sich die Vegetation wieder entwickeln und verjüngen. Das sei langfristig das Hauptziel der Massnahmen. Eine Bestockung mit Strukturen gewährleiste den nötigen Schutz. Hätte man weiter zugewartet, hätte sich der Wald durch das Zusammenbrechen alter Bäume verändert. «Das wäre dann der Lauf der Natur gewesen und ist grundsätzlich auch gut. Aber es würde zu Verklausungen des Baches führen und die Probleme hat dann beispielsweise weiter unten Hubersdorf.» Angeschwemmtes Treibgut oder Totholz würde an engen Durchlässen den Bach verstopfen. Die Folge können Überschwemmungen sein. «Deshalb müssen wir auch Massnahmen im gesamten Gebiet treffen. Diese Probleme können nicht nur bei den engen Stellen selber gelöst werden.»

Gefährliche Arbeit

Hier am steilen Uferbord einen Baum zu fällen, ist nicht risikolos. «Die gefällten Bäume rauszuholen ist oft ein Murks», so Studer. Geholzt wurde auch nicht, wenn zu viel Regen die Wiesen nässte und die Erde durchweicht wurde, sodass die Maschinen drohten wegzurutschen. «Wir zeichnen früh an, welche Bäume gefällt werden müssen und holzen dann meist im Sommer und Herbst. Dies um die Wiesen neben den Bächen zu schonen.» Die Arbeiten seien oft eine Gratwanderung: «Die Frage ist oft, wie viel Holz aus dem Wald genommen werden kann, ohne die Verwurzelung zu schwächen, was bei Stürmen verheerend sein kann?», so Studer. Die Bäche liegen an den tiefsten Punkten und haben am meisten Schatten. Sonnenlicht bis auf die Waldböden zu bringen, sei nicht einfach. «Manchmal muss man auch grössere Flächen freimachen, damit die Sonnenstrahlen hindurchkommen.» Hinzugekommen sei, nicht nur in diesem Abschnitt, das Eschensterben.

Überreste der Forstarbeiten sind unzählige Baumstrünke sowie Asthaufen, die früher vielleicht noch abgebrannt oder aus dem Wald transportiert wurden. «Die bleiben. Aber es wird darauf geachtet, dass die Haufen oberhalb der Bäume angelegt werden, damit nichts in den Bachlauf rutschen kann», erklärt Daniela Gurtner. Die Haufen würden rasch an Volumen verlieren und das Holz verrotte.

Auf einer Karte zeigt Daniela Gurtner die bereits in der ersten Projektphase seit 2016 bearbeiteten Abschnitte von Siggern, Wasserfallenbach, Mettlenbach, Eichholzgraben, Dieterbach oder Teuffelenbach. In der zweiten Etappe folgen nun die Arbeiten im steilen Gelände an den Bergabschnitten der Gewässer.

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