Schulweg
Zu Fuss zur Schule statt mit Elterntaxis: Fünf Zuchwiler Klassen erhalten einen Preis

Das Schulhaus Blumenfeld in Zuchwil hat an der Aktion «Walk to School» teilgenommen. Sieben Primar- und zwei Kindergartenklassen sind während zweier Wochen möglichst zu Fuss zur Schule gekommen. Die fleissigsten Klassen erhielten einen Preis von so!mobil.

Anja Neuenschwander
Drucken
Teilen
Fünf Klassen des Schulhauses Blumenfeld in Zuchwil haben einen Gutschein erhalten.

Fünf Klassen des Schulhauses Blumenfeld in Zuchwil haben einen Gutschein erhalten.

Hanspeter Bärtschi/SZ

«Dann sind wir besser parat zum Mathematik machen», antwortet eine Schülerin auf die Frage, warum «Walk to School» eine gute Sache sei. Als einziges Schulhaus in Zuchwil hat das Schulhaus Blumenfeld bei der Aktion «Walk to School» des Verkehrsclubs Schweiz (VCS) mitgemacht. Während zweier Wochen sollten die Kinder, wenn möglich, zu Fuss, mit dem Velo oder mit dem Trottinett zur Schule kommen. Das Programm «so!mobil» vom Kanton Solothurn hat dabei die Schulleitung unterstützt und sponsert die Preisgelder für die fleissigsten Klassen.

Während der Aktion konnte jedes Kind für seine Klasse Punkte sammeln. Einen Punkt gab es jeweils, wenn man einen ganzen Schultag lang zu Fuss zur Schule kam. Für die Preisverleihung haben sich alle 166 Schülerinnen und Schüler auf dem Pausenplatz versammelt. «Was hat der Schulweg zu Fuss denn sonst noch für Vorteile?», fragt Jeanine Riesen, Programmleiterin von «so!mobil» in die Runde. «Es ist gut für die Umwelt.» «Es gibt weniger Unfälle», lauten die Antworten der Schülerinnen und Schüler. Jeanine Riesen rechnet vor: Der gesamte Schulweg eines Schweizer Schulkinds beträgt im Durchschnitt 1,4 Kilometer pro Schultag.

«Wenn ihr nun ein ganzes Jahr lang jeden Tag zu Fuss zur Schule geht, ist das so lang wie von Zuchwil bis nach Hamburg. Der Schulweg hält euch also auch fit.»

Die meisten kommen bereits zu Fuss zur Schule

Anschliessend verkündet der Zuchwiler Gemeindepräsident Patrick Marti die Gewinnerklassen. Die Energiestadt Zuchwil sehe in «Walk to School» einen wichtigen Beitrag zur Umwelt und zur Gesundheit.

In drei Klassen sind alle zwei Wochen lang zu Fuss oder mit dem Velo zur Schule gekommen: Mit lauten Jubelrufen nehmen die Gewinnerklassen 1-2c, 5c und 6c ihre Gutscheine im Wert von 100 Franken entgegen. Auf dem zweiten Platz liegen die Klassen 3c und 4c und erhalten jeweils 80 Franken. Die Klasse 1-2d auf dem dritten Rang erwartet ein Gutschein von 60 Franken.

Für Dalia und Oldi aus der Klasse 4c hatte sich der Schulweg in den zwei Wochen nicht verändert: Sie seien beide zuvor schon zu Fuss zur Schule gekommen, wie die meisten in ihrer Klasse. Trotzdem habe ihnen die Aktion Spass gemacht. Schulleiterin Alexandra Müller sagt:

«Bei uns wird nur ein kleiner Teil der Schülerinnen und Schüler mit dem Auto gebracht. Die meisten kommen bereits zu Fuss.»

Ein Problem seien Elterntaxis insbesondere bei den Kindergärtnern. Die Autos würden regelmässig ein kleines Verkehrschaos vor dem Schulgelände verursachen, wenn sie beispielsweise auf dem Trottoir parkieren, sagt Müller. «Wir haben die Elterntaxis oft thematisiert, auch an Elternabenden, aber es hat keine Wirkung gezeigt.»

Daher wollte man es nun mit «Walk to School» vom VCS versuchen. Ob die Aktion nachhaltig etwas verändern wird, bezweifelt Müller aber:

«Jetzt kommt die dunkle Jahreszeit und der Weg zurück zur Gewohnheit ist einfach.»

Es gehe bei der Aktion aber nicht nur darum, etwas gegen die Elterntaxis zu unternehmen, sondern auch diejenigen zu bestärken, die eh schon zu Fuss kommen, sagt Jeanine Riesen. «Wir wollen ihnen zeigen, dass es einen Unterschied macht.»

«So!mobil» wolle versuchen, die Aktion regelmässig mit den Schulen durchzuführen, informiert Riesen. In Grenchen beispielsweise nehmen mehrere Schulhäuser in einem Turnus an der Aktion teil. Gemeindepräsident Marti würde ein solches Konzept auch in Zuchwil begrüssen, jeweils mit Preisgeldern für die erfolgreichsten Klassen.

Was Dalia und Oldi von der 4c mit dem Preisgeld machen wollen, müssen sie zuerst noch mit der Klasse besprechen. Oldi hat bereits eine Idee: «Wir könnten etwas aus dem Spielzeugladen kaufen.» Jetzt gibt es für alle Klassen aber erst mal ein Znüni, dann geht es zurück in den Matheunterricht.

Aktuelle Nachrichten