Äusseres Wasseramt

Schulstandorte bleiben, Bolken muss aber mehr zahlen

Mit der neuen Kostenverteilung bleibt Bolken ein Schulstandort.

Mit der neuen Kostenverteilung bleibt Bolken ein Schulstandort.

Die Schulstandorte der Regionalen Schule Äusseres Wasseramt bleiben, es gibt aber eine neue Kostenverteilung – und zwar nach Pensen-Belegung. Für Bolken bedeutet dies erhebliche Mehrkosten.

Keine Aufgabe von Schulstandorten, aber eine neue Kostenverteilung: darauf einigten sich die beteiligten Gemeinden der Regionalen Schule Äusseres Wasseramt (RSAW). Entschieden wird in den jeweiligen Gemeinden 2017 an den Gemeindeversammlungen.

Nach Aeschis Kündigung der RSAW-Schulvereinbarung im Sommer 2016 galt es, eine Einigung zu finden. Mehrere Verhandlungsrunden haben in den letzten Monaten zwischen den Gemeinden Aeschi, Bolken, Drei Höfe, Etziken und Hüniken stattgefunden, berichtet Stefan Berger, Gemeindepräsident der Leitgemeinde Aeschi. Schon früh sei festgestellt worden, dass eine Schulstandortschliessung, wie ursprünglich vom Kanton gefordert, aktuell aus politischen, kulturellen und finanziellen Gründen nicht umsetzbar wäre.

Die Gemeindepräsidenten der potenziell betroffenen Gemeinden Bolken und Drei Höfe hätten bei diesen Gesprächen immer vertreten, dass die Schule im Dorf nicht nur monetär betrachtet werden kann. Sie sichere auch ideelle Werte, welche getragen werden müssten. Zudem sei von beiden Gemeinden eingebracht worden, dass allfällige Mehrkosten zur Standorterhaltung auch durch sie mitgetragen werden könnten. In diesem Sinne habe man eine neue Kostenverteilung diskutiert.

Grössere Gemeinde profitiert

Herausgekommen sei eine Kostenbeteiligung nach Pensen-Belegung. Dabei sollen alle Stellenprozente der Lehrpersonen an einem Schulstandort zusammengerechnet werden. Der neue Kostenverteiler lasse sich nach den jeweiligen Pensen an den Standorten im Verhältnis zu den Gesamtpensen der RSAW berechnen.

Laut Stefan Berger wurden die Infrastrukturkosten aus dieser Kostenverteilung herausgenommen. Diese würden einzig das Budget aufblähen, denn insgesamt sei die Infrastruktur ein Nullsummenspiel. An den vier RSAW-Schulstandorten werden aktuell je vier Klassen geführt. Das führt zu ähnlich hohen Pensen. Berger bestätigt, dass die Differenz zwischen den Pensen geringer sei als die Differenz zwischen den Einwohnerzahlen, aufgrund derer bisher die Kosten verteilt wurden. Die grösseren Gemeinden profitieren deshalb von der neuen Abmachung.

Ab Budget 2018

Aeschi wird demnach künftig entlastet. «Für die Gemeinde Drei Höfe werden die Kosten nicht unbedingt höher.» Aber für Bolken wird die geäusserte Absicht, allfällige Mehrkosten für eine Standorterhaltung mitzutragen, Konsequenzen haben. «Bolken wird einen rechten Betrag zusätzlich bezahlen müssen», erklärt Stefan Berger. Es gebe eine Kostenverschiebung, welche die effektiven Standortkosten angemessener aufteile, ist Berger überzeugt. Die Gemeinden Etziken und Hüniken werden für ihre gemeinsame Schule selbstständig eine Kostenverteilung evaluieren. 

Mit diesem Grundsatzentscheid wird eine neue Vereinbarung vorbereitet, welche in den Gemeinderäten behandelt wird. «Ziel ist es, der neuen Vereinbarung anlässlich der Gemeindeversammlungen im Sommer 2017 zuzustimmen.» So würde ab dem Budget 2018 die neue Kostenverteilung umgesetzt.

Klarer Auftrag der Bevölkerung

Der Aufschrei war gross im äusseren Wasseramt, nachdem 2013 die Pläne des Regierungsrates publik wurden: Die RSAW-Schulstandorte sollen konzentriert werden. Am stärksten gefährdet waren die Schulstandorte in Bolken und den Drei Höfen. Dort regte sich Widerstand. Beide Gemeinden haben Umfragebogen in ihre Haushalte geschickt. Aus den Rückmeldungen ergab sich ein klarer Auftrag an die Politik: Sowohl in Bolken als auch in den Drei Höfen stellten sich die Einwohner deutlich hinter ihre Schulen.

Im Januar 2016 zeigte eine Variantenstudie, dass die Konzentration auf zwei Schulstandorte die günstigste Variante wäre. Gleichzeitig wurde ein Bericht «Aeschi Solo» erstellt. Dieser Bericht zeigt auf, dass Aeschi die RSAW mit 36,3 Prozent mitfinanziert, jedoch nur 28 Prozent der Schüler stellt. Aktuell werden die Gesamtkosten nach Einwohnerzahl auf jede Gemeinde verteilt.

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