Langendorf
Schulraumerweiterung biegt in die Schlusskurve ein

Rund 80 Personen besuchten den Infoanlass zur Schulraumerweiterung in Langendorf.

Rahel Meier
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Das Modell zur Schulraumerweiterung.

Das Modell zur Schulraumerweiterung.

zvg

Am Montagabend wurde die Schulraumerweiterung, wie sie an der Gemeindeversammlung Anfang Dezember vorgelegt wird, präsentiert. Als Referenten waren Gemeindepräsident Hans-Peter Berger, Planer Reto Vescovi (Kontextplan), Architekt Benjamin Graf, Architekt Andreas Jenni, Architekt Manuel Scholl und Simon Schäfer (Finanzkommission) vor Ort. Ihnen sassen knapp 80 Interessierte gegenüber.

Hans-Peter Berger machte einleitend nochmals auf die Wichtigkeit aufmerksam. «Es ist eines der grössten Bauvorhaben der Gemeinde und ein eigentliches Generationenprojekt.» Reto Vescovi erklärte kurz, wie es zum nun vorliegenden Projekt kam. Ursprünglich war nämlich geplant, die alte Turnhalle abzureissen. Diese wird nun aber erhalten und statt dessen über der Zivilschutzanlage eine Doppelturnhalle realisiert. «Wir sind im Verlauf der Projektierung schlauer geworden.» Das Siegerprojekt sei sowohl von der Sach- und Fachjury, als auch von den Spezialkommissionsmitgliedern einstimmig als beste Lösung favorisiert worden.

Knapp 18 Millionen Franken

17,42 Mio. Franken – so viel kostet die Schulraumerweiterung in Langendorf. 5,965 Mio. Franken werden für das neue Schulhaus budgetiert, 7,06 Mio. Franken für die Doppelturnhalle, 3,255 Mio. für die Sanierung der alten Turnhalle und 1,14 Mio. Franken für Allgemeines und die Umgebung. Zusammen mit den bereits bewilligten und finanzierten Aufwände für die bisherige Projektentwicklung von 530'000 Franken ergeben sich Gesamtkosten von 17,95 Franken.

Das Kostendach von 17,35 Mio. Franken, das an der letzten Gemeindeversammlung vorgegeben wurde, wird damit überschritten. Berger machte darauf aufmerksam, dass 250'000 Franken der Mehrkosten durch Asbestsanierungen verursacht würden. «So gesehen liegen die Kosten nur noch 350'000 Franken, oder 2 Prozent höher, als ursprünglich angedacht war.»

Drei Jahre Bauzeit

Die Bauarbeiten werden so ausgeführt, dass Erschliessungen und Baustelleninstallationen mehrfach genützt werden können, was wiederum Kosten spart. Zudem wird das Bauprogramm so ausgerichtet, dass die Schule ohne Provisorien auskommt.

Im April 2019 soll mit den eigentlichen Bauarbeiten begonnen werden. Als Erstes wird das neue Schulhaus realisiert, das im Sommer 2020 bezogen werden kann. Danach werden die Werkräume von der Turnhalle E ins neue Schulhaus gezügelt. Ab Mai 2020 bis Juni 2021 erfolgt der Neubau der Doppelturnhalle. In dieser Zeit steht nur eine Turnhalle für den Schulunterricht zur Verfügung. Im Mai 2021 wird die Sanierung der alten Turnhalle angepackt und im April 2022 sollten die Arbeiten abgeschlossen sein.

Damit die Investitionen innerhalb von 20 Jahren amortisiert werden können, muss der Steuersatz von heute 115 auf 119 Punkte erhöht werden. Damit würden sich die Finanzen der Gemeinde in vernünftigen Bahnen weiter entwickeln, wie Simon Schäfer aufzeigte.

Und die Schuldenbremse?

In der anschliessenden Diskussionsrunde wurden zahlreiche Fragen aufgeworfen. So wollte Armando Rütti wissen, wieso das neue Schulhaus nicht im Minergie-Standard gebaut und konventionell belüftet wird. Benjamin Graf erklärte, dass sein Büro schon beides gebaut habe. «Bei Erweiterungsbauten ist man in aller Regel zurückhaltend mit künstlicher Lüftung. Viele Lehrpersonen bevorzugen es, in den Pausen die Fenster öffnen zu können.» Zudem sei der Unterschied des Standards zwischen dem geplanten Bau und einem Minergiebau gering.

Heinz Müller griff das Reizthema «Schuldenbremse» auf. «Vor einem Jahr war die Schuldenbremse ein grosses Problem. Jetzt spricht niemand mehr davon. Das verstehe ich nicht.» Simon Schäfer zeigte auf, dass man heute mehr zu HRM2 und den Auswirkungen der Schuldenbremse wisse, als vor einem Jahr.

Die Kennzahlen seien so, dass die Schuldenbremse nur in einem einzigen Jahr effektiv greife. «Abklärungen mit dem Amt für Gemeinden haben aufgezeigt, dass das Vorhaben deshalb nicht gefährdet ist.» Hans-Peter Berger machte zudem darauf aufmerksam, dass Langendorf genau aus diesem Grund heute einen Mehrjahres-Finanzplan habe, den es vor einem Jahr noch nicht gab.

Mehr Einnahmen generieren

Marie-Louise Bill wünschte den Anwohnern am Weihermattweg «viel Vergnügen» während der Bauzeit des neuen Schulhauses und der Doppelturnhalle. «Die Strasse ist eng. Da soll der ganze Baustellenverkehr durchgehen?», fragte sie. Hugo Brühlhart machte klar, dass es im Quartier heute schon Verkehr, auch von Lastwagen, gebe. «Und zusätzlich fahren viele durch, die mit ihrem Hund spazieren gehen wollen.» Die Baustelle rund um das Schulhaus sei befristet. «Es ist eng, aber das wird zu schaffen sein.»

Cäsar Berger fragte sich, ob die Gemeinde nicht das Stück Land hinter der Kirche verkaufen könnte, um Einnahmen zu generieren. Kurt Ritter fragte nach, wie es mit den Einnahmen aus der Mehrwertabschöpfung für die Einzonung des Baulandes der Investoren im Delta-Areal aussehe. Weiter schlug er vor, die Arbeiten zu etappieren. «So könnten wir über jedes einzelne Teilstück wieder an der Gemeindeversammlung diskutieren.»

Urs Güdel und Daniel Bachmann stellten Fragen zu den präsentierten Zahlen. Güdel befand die Zahlen im Finanzplan als sehr optimistisch. Bachmann hofft, dass die 800'000 Franken, die für «Unvorhergesehenes» eingerechnet sind auch tatsächlich reichen.

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