Schulraum
Die Gemeinde Luterbach muss kurzfristig zwei Klassenzimmer bauen

Der Gemeinderat genehmigt einen Kredit über 1,8 Millionen Franken für die Schulraumerweiterung auf das Schuljahr 2022/23 hin.

Urs Byland
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An der Nordseite des Primarschulhauses sollen die zwei Klassenzimmer gebaut werden.

An der Nordseite des Primarschulhauses sollen die zwei Klassenzimmer gebaut werden.

Urs Byland

Luterbach verzeichnet steigende Schülerzahlen. Relativ kurzfristig muss die Gemeinde, auf das Schuljahr 2022/23 hin, zwei zusätzliche Schulzimmer zur Verfügung stellen können. Eine Arbeitsgruppe rund um den Gemeindepräsidenten Michael Ochsenbein hatte sich der Problematik angenommen und einen Ideenwettbewerb lanciert, weil der Gemeinderat eine langfristige Lösung anstrebt und kein Provisorium.

«Von den fünf angefragten Büros haben vier zugesagt und sich mit Herzblut darum gekümmert», erklärte Ochsenbein im Gemeinderat. Die Büros erhielten mehrere Kriterien. So müssen die zwei Klassenzimmer (Klassenraum, Gruppenraum, Garderobe, WC) am 1. August 2022 bezugsbereit sein und auch eine zusätzliche Erweiterung um bis zu vier Schulzimmer sollte möglich sein.

Nach intensiven Diskussionen präsentierte die Arbeitsgruppe einen einstimmigen Vorschlag. Am überzeugendsten sei die Projektidee eines Solothurner Büros. Dabei werden die Klassenzimmer mittels Passarellen mit dem Primarschulhaus an der Nordseite verbunden. Eine Erweiterung auf bis zu insgesamt 6 Schulzimmern – wobei das Dach beibehalten wird – ist möglich. Die Kosten für alle sechs Schulzimmer belaufen sich auf insgesamt 3.6 Millionen Franken.

Mit der Schulraumerweiterung soll noch ein weiteres Problem gelöst werden. Seinerzeit wurde beim Anbau und Umbau des Primarschulhauses (Projekt «Knospe», 2015) mit der Anzahl der WCs gespart. Im Betrieb habe sich dies jedoch als kompliziert herausgestellt. Das könne nun mit der Schulraumerweiterung kompensiert werden.

Aus diesem Grund sowie wegen des frühen Projektstadiums (Ideenwettbewerb, noch keine grosse Kostengenauigkeit) soll für das Budget 2022 den Betrag von 1.8 Millionen Franken aufgenommen werden. Der Gemeinderat genehmigte den Kredit einstimmig.

Stark rote Zahlen im Budget 2022

Seit langer Zeit wieder einmal droht mit dem Budget 2022 ein grosses Defizit. «Egal was wir machen, auch nach der zweiten Lesung werden wir ein grosses Defizit ausweisen», eröffnete der Gemeindepräsident die Diskussion. Er wies auf frühere schlechte Zeiten hin, in denen eine Verzichtsplanung gemacht wurden oder zusätzliche Abschreibungen.

«Wir hatten auch schon schlechte Budgets, die aber gut herausgekommen sind.»

Er appellierte an den Gemeinderat, gemeinsam das Budget an der Gemeindeversammlung zu verantworten. «Alle müssen hinter dem Budget stehen.» Das Budget 2022 wies anfangs einen Aufwandüberschuss von 1,951 Millionen Franken bei Nettoinvestitionen von 4,425 Millionen Franken aus. Kurt Hediger, Ressortleiter Finanzen, präsentierte eine Liste mit möglichen Einsparungen, die vom Gemeinderat genehmigt wurde.

Urs Rutschmann forderte: «Auch die Schule muss sparen.» Er beantragte, statt 100'000 nur 20'000 Franken für die Anschaffung von Computern auszugeben, was zu einer längeren Diskussion führte, letztlich aber in der Abstimmung chancenlos blieb. Weiter wurde nicht mehr zum Budget diskutiert, das einstimmig verabschiedet wurde. Dieses sieht nach der Budgetberatung einen um zirka 120'000 Franken geringeren Aufwandüberschuss sowie zirka 845'000 Franken geringere Nettoinvestitionen vor.

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