Investitionen
Aeschi plant mehrere Bauprojekte auf einmal: «Der Zeitpunkt ist richtig und der Mehrwert wird für uns alle spürbar»

An einer Informationsveranstaltung wurden die Pläne für die Sanierung der Mehrzweckhalle und zur Erweiterung des Schulhauses und der Verwaltung detailliert vorgestellt. Das Projekt kostet 7,3 Mio. Franken. Die Bevölkerung kann Ende September an einer Gemeindeversammlung über den Kredit befinden.

Rahel Meier
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Zwischen dem Schulhaus und dem Werkhofgebäude soll ein Erweiterungsbau gebaut werden.

Zwischen dem Schulhaus und dem Werkhofgebäude soll ein Erweiterungsbau gebaut werden.

Rahel Meier

Schon seit Längerem ist klar, dass die Mehrzweckhalle in Aeschi, die Ende der 1960-er-Jahre gebaut wurde, saniert werden muss. Das Dach, die Fenster, die Gebäudehülle insgesamt, und alle elektronische Steuerungen sind in einem schlechten Zustand. Fluchtwege fehlen, die Halle ist nicht behindertengerecht ausgestaltet, die sanitären Anlagen und der Garderobenbereich sind veraltet, zu klein dimensioniert und zum Teil auch beschädigt. Die Anforderungen im Sportbereich haben sich in den letzten Jahren zudem stark verändert. Als letztes sollte der Kindergarten aus der Mehrzweckhalle ausgelagert werden.

Im Dezember 2017 haben die Stimmberechtigten einem Planungskredit von 120'000 Franken zugestimmt. Seither wurde eine Studie erarbeitet, der Zustand der Mehrzweckhalle genau analysiert und ein Vorprojekt ausgearbeitet.

Platzmangel im Schulgebäude

Parallel dazu wurde der Raum im Schulhaus immer knapper. Zwei Mal hintereinander wurde in einer «Feuerwehrübung», wie es von Gemeindepräsident Stefan Berger bezeichnet wurde, zusätzlicher Raum für neue Klassen geschaffen. Es wurden Tagesstrukturen aufgebaut, die wenn möglich künftig ebenfalls im Schulhausareal Platz finden sollten und auch die Verwaltung braucht grössere und bedarfsgerechte Räumlichkeiten.

Kehrtwende im Frühling

Das Vorprojekt, das im Frühling 2021 auf dem Tisch lag befriedigte nicht. Die Mehrzweckhalle sollte saniert werden, dazu plante man einen eigenständigen Erweiterungsbau auf dem Rasenplatz für den Kindergarten und die Tagesstrukturen. Die Kosten von 8,3 Mio. Franken erschienen dem Gemeinderat als zu hoch. Die Arbeiten wurden gestoppt und man entschied sich für einen Richtungswechsel und eine komplett neue Idee. So kam man zu einer neuen Lösung. Statt eines eigenständigen Baus soll neu ein Erweiterungsbau zwischen dem Schulhaus und dem Werkhofgebäude erstellt werden.

Sanierung wird pragmatisch ausgeführt

Die Grösse der Mehrzweckhalle wird sich mit der Sanierung kaum verändern und die Gebäudehülle bleibt praktisch gleich. Die Treppe wird verschoben damit mehr Aufenthaltsraum entsteht, ein Lift wird eingebaut. Neu wird es einen Mehrzweckraum für die Vereine geben. Dieser bekommt zudem einen direkten Aussenzugang und einen Aussenbereich, der ebenfalls nutzbar ist. Dazu wird die Halle in allen Bereichen auf den neusten Stand gebracht: Sowohl was die gesetzlichen Vorgaben als auch die Technik angeht.

Mehr Räume für die Schule

Mit dem Erweiterungsbau entstehen im Obergeschoss zwei neue Klassenräume mit Gruppenräumen. Im Erdgeschoss erhalten Verwaltung und Schulleitung neue zeitgemässe Räumlichkeiten. In den bestehenden Räumlichkeiten im Werkhof und im Schulhaus sollen gewisse Anpassungen zugunsten des Schulbetriebs realisiert werden.

Der bestehende Plan.

Der bestehende Plan.

zvg

Zwei Kindergartenklassen könnten damit neu im Erdgeschoss des bestehenden Schulhauses angesiedelt werden. Später soll zudem im Untergeschoss Platz für die Tagesstrukturen geschaffen werden. Mit dem Erweiterungsbau können gleichzeitig die Anforderungen an das Behindertengleichstellungsgesetz umgesetzt werden.

Als letztes möchte der Gemeinderat auf dem heutigen Rasenplatz einen Spielplatz für die Schule und die Öffentlichkeit im Sinne eines Begegnungsplatzes realisieren.

Zusammenarbeit mit der Bürgergemeinde bei der neuen Heizung

Die neue Heizungsanlage für die Bauten soll gemeinsam mit der Bürgergemeinde realisiert werden. Die Einwohnergemeinde wird das Gebäude beim Umbau anpassen. Die Bürgergemeinde sei zurzeit dabei eine Studie für eine Heizzentrale und einen Wärmeverbund auszuarbeiten. Die Bürgergemeinde könnte damit ihr Holz sinnvoll verwerten. Wann die Heizung ersetzt werden kann, ist noch nicht definiert. Die Arbeiten werden voraussichtlich unabhängig vom Umbau erfolgen.

Kostenzusammenstellung

  • die Sanierung der Mehrzweckhalle dürfte 4,48 Mio. Franken kosten
  • für den Neubau für Schule und Verwaltung wird mit 2,05 Mio. Franken gerechnet
  • die Anpassungen im Schulhaus und im Werkhofgebäude kosten 680'000 Franken
  • für den Spielplatz werden 90'000 Franken eingeplant
  • das ergibt einen Gesamtbetrag von 7,3 Mio. Franken

Finanzierung durch den Verkauf von Bauland

«Die 7,3 Mio. sind ein grosser Betrag für die Gemeinde»,

ist sich Gemeindepräsident Stefan Berger bewusst. Aeschi verfüge aber über ein gutes Eigenkapital und man sei in den letzten Jahren sorgfältig mit dem Geld umgegangen.

«Dank der Einzonung der Längmatt können wir ungefähr die Hälfte der Kosten mit dem Verkauf von Bauland finanzieren. Der Gemeinderat hat sich zum Ziel gesetzt, dass der Steuerfuss nicht angepasst werden muss.»

«Der Zeitpunkt ist richtig»

Aeschi habe sich in den letzten Jahren entwickelt, es seien viele Familien mit Kindern zugezogen. Mit dem Projekt würden die dringend notwendigen Sanierungsarbeiten an der Mehrzweckhalle und die Bedürfnisse von Schule und Verwaltung in einem durchdachten Gesamtprojekt vereinigt.

«Wir bauen nur, was wir auch tatsächlich brauchen.»

Die neu geschaffenen Räume können flexibel genützt werden. Die Etappierung der Bauprojekte sei ein weiterer Vorteil. Die Rückmeldung aus den Vereinen und von der Schule waren durchwegs positiv.

Der Zeitplan sieht vor, dass im Sommer 2022 mit dem Neu- und Erweiterungsbau begonnen werden kann. Im Sommer 2023 würde dann die Mehrzweckhalle saniert. In dieser Zeit müssen Schule und Vereine auf andere Räume oder Hallen ausweichen.

Wer sich detailliert informieren lassen möchte, hat am 1. September um 18 Uhr nochmals die Möglichkeit dazu. Die ausserordentliche Gemeindeversammlung ist auf den 22. September, 20 Uhr, terminiert. Jeweils in der Turnhalle.

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