Rüttenen
Schüler finden im Wald ein Skelett aus dem 7. Jahrhundert

Zwei Schüler stiessen während eines Klassenausfluges im Wald in Rüttenen auf menschliche Knochen. Diese wurden sofort von der Kantonsarchäologie ausgegraben und untersucht.

Urs Byland
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Das Skelett wird von Simone Mayer von der Kantonsarchäologie ausgegraben.

Das Skelett wird von Simone Mayer von der Kantonsarchäologie ausgegraben.

zvg/Kantonsarchäologie Solothurn

Aussergewöhnlicher Fund beim Klassenausflug in den Wald: In einer ehemaligen Kiesgrube bei Rüttenen stiessen zwei Knaben im Mai 2014 auf Knochenreste. Nun sind die Untersuchungen am Skelett abgeschlossen, wie Ylva Backman erklärt. Laut der Projektleiterin beim kantonalen Amt für Denkmalpflege und Archäologie konnte mit der Radiokarbonmethode das Alter der Überreste bestimmt werden: Sie stammen aus dem 7. Jahrhundert, also aus der Zeit, als Alemannen und Germanen in diese Region vorgestossen sind.

Der Schädel mit der Hiebverletzung am Hinterkopf

Der Schädel mit der Hiebverletzung am Hinterkopf

zvg/Kantonsarchäologie Solothurn

Mammut war ein Mensch

Die anthropologische Untersuchung ergab, dass es sich um einen Mann im Alter von 40 bis 60 Jahren handelte. Der 167 Zentimeter grosse Mann hatte diverse Verletzungen am Körper. Die Schwerste am Schädel des vollständig erhaltenen Skeletts. Am Hinterkopf ist eine schwere Hiebverletzung zu erkennen, die der Mann aber überlebt hatte. Gestorben ist er später aus unbekannten Gründen. Möglicherweise bei einem Kampf. Das geborgene und untersuchte Skelett wird nun «magaziniert», wie es heisst.

Gefunden wurden die Knochen bei einem Schulausflug, wie das Regionaljournal Aargau-Solothurn berichtete. Zwei Knaben, so Ylva Backman, seien die eigentlichen Finder gewesen. «Sie dachten zuerst, es seien Knochen eines Mammuts. Die Lehrerin hat sie dann aber als menschliche Überreste identifiziert», worauf die Polizei eingeschaltet wurde. Via Kantonsarzt wurde anschliessend die Kantonsarchäologie informiert, die das Grab sicherte. «Das ist der richtige Weg. Man weiss ja nie, ob die Knochen von einer vermissten Person stammen. Wir bergen solche Gräber jeweils sofort. Neugierige sind oft ganz gierig auf solche Funde», so Backman.