Bekenntnis

Schülertransporte mit dem ÖV statt privaten Schulbussen

Schülerinnen und Schüler besteigen bei der Haltestelle Schulhaus Lüterkofen das Postauto.

Schülerinnen und Schüler besteigen bei der Haltestelle Schulhaus Lüterkofen das Postauto.

Gemeindepräsidentinnen und Gemeindepräsidenten aus dem Bucheggberg tagten in Mühledorf. Sie sprachen sich klar für Schülertransporte mit dem öffentlichen Verkehr aus.

Die Coronakrise macht möglich, was sich viele Eltern von Schulkindern im Bucheggberg wünschen. In einer Petition mit über 666 Unterschriften forderten sie anfangs Mai, dass die Schülerinnen und Schüler nicht mehr mit dem öffentlichen Verkehr in die Schule transportiert werden, denn in diesen hätte nicht jedes Kind einen Sitzplatz mit Gurt garantiert, sondern in Schulbussen. Das mit dem öffentlichen Verkehr hat sich zwar nicht erfüllt, aber wegen der Coronakrise, nicht wegen der Petition, sprang der Kanton ein und zahlt zumindest bis zu den Sommerferien Zusatzbusse, damit alle Kinder mit Schutzmassnahmen transportiert werden können. «Sonst hätten wir nur mit der Hälfte der Schulkinder den Schulunterricht wieder aufnehmen können», erklärte Verena Meyer, Gemeindepräsidentin von Buchegg und Präsidentin des Schulverbandes Bucheggberg, ihren Kolleginnen und Kollegen aus dem Bucheggberg im Gemeindesaal in Mühledorf. Das wollte der Kanton nicht, und damit hatte aktuell jedes Schulkind seinen Sitzplatz mit Gurt. Der wichtigste Teil der Petition wäre erfüllt.

Wie der Schülertransport nach den Sommerferien aussehen wird, soll noch ausgehandelt werden. «Es gibt wahrscheinlich nochmals eine andere Lösung», so Meyer. Und für das Jahr 2021 will der Schulverband in Verhandlungen mit dem Kanton und dem Transporteur (Post) die Sache ganzheitlich anschauen. Stimmen die Berechnungen, dann müssten 1 bis 1,25 Mio. Franken Zusatzkosten finanziert werden.

«Klares Bekenntnis für den öffentlichen Verkehr»

Aber aktuell befürchtet Verena Meyer etwas anderes. «Die Petition wurde beim Kanton eingereicht. Würde diese erfüllt, müsste der Schulverband Schulbusse einführen.» Das würde bedeuten, dass wir den Schülertransport selbst finanzieren müssen. Der Kanton zahlt einzig, wenn der Transport mit dem öffentlichen Verkehr erfolgt. «Führen wir ein privates Schulbusssystem ein, können wir den öffentlichen Verkehr im Bucheggberg vergessen», so Meyer. Deshalb votiere sie für den Schülertransport mit dem öffentlichen Verkehr. Sie sei es leid, andauernd dafür den Kopf hinhalten zu müssen und suche Unterstützung.

«Das ist nicht Sache des Schulverbandes, das ist Sache der Politik. Wir sind gefordert», so Roger Siegenthaler (Lüterkofen-Ichertswil). In der Folge sprach sich jeder der Anwesenden für den Schülertransport im öffentlichen Verkehr aus, worauf Bernhard Jöhr (Messen) sagte: «Das ist ein klares Bekenntnis für einen Schülertransport mit dem öffentlichen Verkehr und gegen Schulbusse.»

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