Küttigkofen

Schüler servieren Mittagessen für die Spendenaktion von «Jeder Rappen zählt»

Dort, wo sonst gelernt wird, wird nun gegessen. Die Sonderschule Hof 21 in Küttigkofen sammelt mit einem viertägigen Mittagsbeizbetrieb Geld für «Jeder Rappen zählt».

«Armut verhindert Bildung, und Bildung verhindert Armut», steht in ordentlicher Handschrift auf dem Plakat geschrieben, welches an der Wand neben dem Esstisch hängt. Genau wie die drei anderen Plakate im Zimmer stammt auch dieses von der kleinen Schülerschaft der Sonderschule «Hof 21» in Küttigkofen. Mit dem Gestalten der Collagen setzten sich die vier Jugendlichen mit dem diesjährigen Thema der Spendenaktion von «Jeder Rappen zählt» (JRZ) auseinander. «Bildung» lautet das Schlagwort der morgen Freitag startenden Spendenkampagne. Um diese finanziell unterstützen zu können, verwandelt sich das kleine Schulhaus an der Dorfstrasse vorübergehend in eine Mittagsbeiz. An vier Mittagen wird dort, wo normalerweise gelernt und gelesen wird, ein warmes Menu für 18 Franken aufgetischt. Gekocht, angerichtet und serviert wird von den Schülern im Oberstufenalter selbst.

Kleine Schule, viel Engagement

»Es ist nicht so, dass wir uns grundsätzlich jedes Jahr an der Spendenaktion beteiligen, aber das diesjährige Thema passte einfach sehr gut zu unserer Institution», begründet Simone Hirter als Schulleiterin die Teilnahme an der Aktion. Der im August 2016 gegründete «Hof 21» bietet Kindern und Jugendlichen im obligatorischen, sowie nachobligatorischen Schulalter individualisierte Angebote in den Bereichen Sonderpädagogik und Arbeitspädagogik an, wenn deren schulische Situation diese erfordert. Schüler, welche zeitlich beschränkt vom Schulunterricht ausgeschlossen werden, die sich in erschwerten Lebensumständen befinden oder die in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sind, werden via Kanton an die neue Sonderschule vermittelt.

Nebst dem Spendensammeln für den guten Zweck zielt das von der Schulleiterin initiierte Projekt «Mittagsbeiz» auch darauf ab, das zur Sonderschule umgebaute Bauernhaus der Öffentlichkeit zu präsentieren. «Die Neugierde der Anwohner, wie es hier nach dem Umbau wohl aussieht, ist gross», weiss Hirter. Dementsprechend viele Anmeldungen seien im Vorfeld auf die Eröffnung der viertägigen Mittagsbeiz am Montag eingetrudelt, so Reto Hirter, Leiter der Sozial- und Arbeitspädagogik. So viele, dass das vorgesehene Maximum von 15 Besuchern um 5 weitere erhöht wurde. Familie, Freunde, Leute aus dem Dorf und Vertreter der Behörden – sie alle werden als angemeldete Gäste einzeln an der Türe begrüsst und hereingebeten.

Während einer Führung durch die Räumlichkeiten beschreibt die 15-jährige Gioia Padula den Schulalltag. «Hier haben wir Unterricht. Wir haben alle unser eigenes Programm, weil wir auf unterschiedlichen Niveaus sind», sagt Padula und führt die Besucherschar in die Küche, in der die anderen Schüler damit beschäftigt sind, Spaghetti zu kochen, Salatteller zu arrangieren und gebrauchte Schüsseln abzuwaschen. «Die Schüler gestalteten den Anlass mehrheitlich selbstständig», sagt Simone Hirter an dieser Stelle und verweist auf das stark im Zentrum stehende Berufstraining der Schule, mit welchem die Jugendlichen auf die Lehre vorbereitet werden. «Mit solchen Projekten lernen die Jugendlichen ganz praktische Dinge: Sie müssen ordentlich aussehen, sich gut präsentieren und mit Erwachsenen sprechen. Es sind Dinge, für die in der regulären Schulen manchmal einfach die Möglichkeiten fehlen.»

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